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Über dieses Buch

Auf der Basis des bundesweit durchgeführten BMBF-Projekts ÜFA wird mit diesem Band eine erste umfassende Vergleichsstudie zur beruflichen Einmündung und Platzierung von Erzieherinnen und Kindheitspädagoginnen vorgelegt. Die zahlreichen, in den Fachdiskurs eingeordneten Befunde bilden eine wertvolle Informationsgrundlage für all diejenigen, die mit der Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und/oder Kindheitspädagoginnen sowie mit beruflicher Übergangsforschung befasst sind oder sich dafür interessieren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Was kommt nach Ausbildung und Studium? – Eine Einleitung

In diesem Beitrag wird die Fragestellung des Sammelbandes, nämlich Prozesse, Bedingungen und Effekte der Berufseinmündung von Erzieher(innen) und Kindheitspädagog(inn)en zu identifizieren, vor dem Hintergrund der Spezifika des (Teil-)Arbeitsmarktes der Kindertagesbetreuung entwickelt. Für den Arbeitsmarkt der Kindertagesbetreuung lassen sich derzeit konträre Tendenzen beobachten: Zum einen werden die formalen Beschäftigungsbedingungen zunehmend ungünstiger. Zum anderen war der Fachkräftebedarf und damit die Aufnahmekapazität des Arbeitsmarktes in den vergangenen Jahren so hoch wie nie zuvor. Daneben lässt sich das Arbeitsfeld der Kindertagesbetreuung – auch im Vergleich zu den anderen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe – durch seine relative ‚Akademikerferne‘ charakterisieren. Damit eröffnet die vergleichende Betrachtung der Berufseinmündung von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en die Möglichkeit, die Etablierung eines völlig neuen Qualifikationsprofils zu analysieren. Abschließend wird ein Überblick über die Einzelbeiträge des Sammelbandes gegeben.
Kirsten Fuchs-Rechlin, Gisela Kammermeyer, Susanna Roux, Ivo Züchner

Theoretische Grundlagen der ÜFA-Studie zum Übergang von fachschul- und hochschulisch ausgebildeten Fachkräften in den Arbeitsmarkt

In diesem Beitrag wird der theoretische Referenzrahmen der ÜFA-Studie vorgestellt. Dieser orientiert sich an Ansätzen, die Berufseinmündung als Übergangsprozess beschreiben und analysieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Übergang in den Beruf und damit die Gestaltung dieses Prozesses durch die „Übergänger“ in ein komplexes Bedingungsgefüge eingebunden ist, in dem neben personalen Merkmalen gleichermaßen vorauslaufende Bedingungen, Kontextmerkmale und Prozessmerkmale zu berücksichtigen sind. Ziel dieses Rahmenmodells ist es, die Vielgestaltigkeit und Abhängigkeit beruflicher Einmündung- und Platzierungsprozesse der fachschul- und hochschulqualifizierten Fachkräften genauer als bisher zu untersuchen. Dies gilt sowohl mit Blick auf die Breite der Kriterien, mit denen berufliche Entwicklung abgebildet werden kann, als auch mit Blick auf die Vielfalt der Einflussfaktoren. Das sich daraus ergebende Potenzial bezieht sich auf die Identifikation zentraler personaler und kontextueller Merkmale, von denen angenommen werden kann, dass sie auch nach Kontrolle anderer potenziell relevanter Merkmale wesentlich die berufliche Entwicklung der Fachkräfte beeinflussen.
Kirsten Fuchs-Rechlin, Gisela Kammermeyer, Susanna Roux, Wilfried Smidt

Design, Stichprobe und Methoden der ÜFA-Studie

Im längsschnittlich angelegten Projekt ÜFA wurden bundesweit Fachschüler(innen) und Hochschüler(innen) der Abschlussjahrgänge 2012 und 2013 jeweils kurz vor Ende der Ausbildung/des Studiums sowie nach dem Abschluss u. a. zu ihren Berufswahlmotiven, ihren pädagogischen Orientierungen, ihren beruflichen Perspektiven befragt. Dabei wurde ein standardisierter Fragebogen eingesetzt, der sowohl als Paper-Pencil-Version als auch als Onlinebefragung eingesetzt wurde. Neben den Rücklaufquoten sind Ausfallanalysen notwendig, um die Datenqualität der Studie beschreiben zu können. Die Ausfallanalysen zeigen keine gravierenden Verzerrungen in der Stichprobe auf. Das Alter und das Qualifikationsniveau sind jedoch als einflussreiche Prädiktoren wirksam und sollten bei den Analysen berücksichtigt werden.
Christiane Theisen, Nicole Mink, Ivo Züchner

Ausbildungs- und Studienstrukturen

Mit den kindheitspädagogischen Studiengängen ist die traditionelle Ausbildungslandschaft der Berufe, die für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen qualifizieren, um ein akademisches Qualifikationsprofil erweitert worden. Dies wirft die Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem traditionellen Ausbildungsprofil Erzieher(in) und dem neuen Qualifikationsprofil Kindheitspädagogin bzw. Kindheitspädagoge auf. Der vorliegende Beitrag liefert Antworten auf diese Frage und arbeitet die wichtigsten strukturellen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sich gegenüber der fachschulischen Ausbildung eine vergleichsweise heterogene Studienlandschaft entwickelt hat und die Studiengänge im Hinblick auf ihre Profilierung – sowohl in Abgrenzung zur Fachschulausbildung als auch zu verwandten Studiengängen – einer weiteren Profilschärfung bedürfen.
Manfred Bröring

Ausbildungs- und Studienwahl

Der Beitrag untersucht retroperspektivisch den beruflichen Entscheidungsprozess für die Wahl zur Erzieherausbildung sowie die Wahl zum Studium der Früh- und Kindheitspädagogik. Dabei stellt sich die Frage nach dem Motiv der Fachwahl und der beruflichen Orientierung die handlungsleitend für die Ausbildungswahl sind. Die motivationalen Aspekte der Berufs- und Fachwahl von Personen, die im Arbeitsfeld der Bildung, Betreuung und Erziehung arbeiten möchten, stehen hierbei im Vordergrund. Aufgrund der Einführung der früh- und kindheitspädagogischen Studiengänge wird zudem berücksichtigt, dass Schulabgänger(innen) mit Abitur oder Fachhochschulreife die Wahlmöglichkeit zwischen einer fachschulischen Ausbildung und einem Bachelorstudium der Früh- und Kindheitspädagogik haben. Deshalb schließt sich die Frage nach den Einflussfaktoren für die Wahl des Qualifikationsniveaus für Personen mit Hochschulzugangsberechtigung an, die auf Grundlage eines Entscheidungsmodells überprüft wird.
Christiane Fiala, Nicole Mink, Christiane Theisen, Ivo Züchner

Die Durchlässigkeit frühpädagogischer Studiengänge

Aufgrund der Professionalisierungs- und Akademisierungsdebatte im Bereich der Frühpädagogik erhält das Thema Durchlässigkeit und Lebenslanges Lernen für die früh- und kindheitspädagogischen Studiengänge einen besonderen Stellenwert. Dabei ist vor allem die vertikale Durchlässigkeit in Form des Übergangs von der Fachschule an die Hochschule von Relevanz. Wesentliche Voraussetzungen sind die Zulassung beruflich Qualifizierter ohne Hochschulzugangsberechtigung an die Hochschule sowie die Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen auf ein Studium. Die empirischen Ergebnisse des ÜFA-Projekts zeigen auf, dass die Durchlässigkeit bereits genutzt wird, sowohl hinsichtlich des Hochschulzugangs über den beruflichen Weg als auch hinsichtlich der Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen.
Christiane Theisen

Einmündungsmanagement und Berufsübergang der Absolvent(inn)en

Die Berufseinmündung ist als wichtiger Prädiktor für die weitere Erwerbsbiografie und die damit verbundene langfristige berufliche Stellung und ökonomische Ausstattung einer Person zu sehen. Dieser Übergangsprozess wird wesentlich durch die Eigenschaften der Person selbst, wie z. B. deren Humankapitalausstattung, als auch durch die Bedingungen des Arbeitsmarktes bestimmt. Unter einer handlungstheoretischen Perspektive zeigen die empirischen Ergebnisse der ÜFA-Studie, dass sich der Großteil der Absolvent(inn)en auf dem Arbeitsmarkt orientiert und nach ca. drei Monaten in die Beschäftigung einmündet. Die informationsökonomische Sicht auf die Prädiktoren der beruflichen Einmündung heben die aktuell günstigen Beschäftigungsbedingungen hervor und verdeutlichen die geringe Selektion auf dem Arbeitsmarkt.
Christiane Theisen

Berufliche Platzierung und Beschäftigungsbedingungen von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en nach Ausbildung bzw. Studium

Der Beitrag geht der Frage nach, in welchen Arbeitsfeldern die Absolvent(inn)en sich sechs bis achtzehn Monate nach ihrem (letzten) Ausbildungs- bzw. Studienabschluss beruflich platzieren und unter welchen Beschäftigungsbedingungen sie berufsstätig sind. Aus den überwiegend deskriptiven Analysen geht hervor, dass die Studienteilnehmer(innen) kaum Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden. Insbesondere das Arbeitsfeld der Kindertageseinrichtungen erweist sich als aufnahmebereit, wobei in diesem Arbeitsfeld eher niedrige Vergütungen erzielt werden. Kindheitspädagog(inn)en, die zusätzlich eine Erzieherausbildung vorweisen können, platzieren sich signifikant häufiger auf beruflichen Leitungspositionen als Erzieher(innen) und Kindheitspädagog(inn)en ohne Erzieherausbildung.
Ivo Züchner, Thilo Schmidt, Manfred Bröring

Prädiktoren für den Berufserfolg von früh- und kindheitspädagogischen Fachkräften

Fragen Berufserfolgs werden zunehmend im Kontext einer Professionalisierung fachschulausgebildeter des Erzieher(innen) und akademischer Kindheitspädagog(inn)en diskutiert. Beide Berufsgruppen gemeinsam berücksichtigende Analysen zum Berufserfolg und zu dessen Prädiktion liegen allerdings bisher kaum vor. Der Beitrag greift dieses Desiderat auf, indem die Abhängigkeit des frühen Berufserfolgs von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en von bedeutsamen Einflussmerkmalen untersucht wird. Die Ergebnisse zeigen, dass das Arbeitsfeld, der Zeitpunkt des Beschäftigungsbeginns sowie das Ausbildungsniveau gute Prädiktoren des objektiven Berufserfolgs sind. Berufliche Selbstwirksamkeitserwartungen und Neurotizismus sind hingegen relativ wichtige Prädiktoren des subjektiven Berufserfolgs.
Wilfried Smidt, Susanna Roux, Christiane Fiala

Kindheitspädagog(inn)en = Erzieher(innen)?! Tätigkeitsprofile im Vergleich

Vor dem Hintergrund von Forschungslücken bezüglich der beruflichen Tätigkeiten von Erzieher(inne)n und insbesondere von Kindheitspädagog(inn)en, untersucht der Beitrag, welche beruflichen Tätigkeiten Erzieher(innen) und Kindheitspädagog(inn)en ausüben, inwieweit sie sich darin unterscheiden und von welchen Faktoren ihre beruflichen Tätigkeiten beeinflusst werden. Ermittelt werden konnte, dass sowohl Erzieher(innen) als auch Kindheitspädagog(inn)en sechs bis achtzehn Monate nach Ausbildungs- bzw. Studienabschluss überwiegend mit direkt-adressatenbezogenen Tätigkeiten beschäftigt sind. Zudem zeigt sich, dass Kindheitspädagog(inn)en mit vorheriger Erzieherausbildung eher indirekt-organisationsbezogene Tätigkeiten ausüben als Erzieher(innen) und Kindheitspädagog(inn)en ohne Erzieherausbildung.
Lorette Göddeke, Thilo Schmidt, Wilfried Smidt

Erziehungsziele (früh-)pädagogischer Fachkräfte beim Berufseinstieg

Aufbauend auf bisherige Studien über Erziehungsziele (früh-)pädagogischer Fachkräfte untersucht der Beitrag unter anderem, inwieweit sich Erziehungsziele von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en beim Übergang von der Ausbildung bzw. vom Studium in den Beruf verändern. Zur Erforschung potenzieller Unterschiede wurden t-Tests durchgeführt und Effektstärken berechnet. Ermittelt wurde eine leichte, statistisch signifikante Zunahme in der Gewichtung „traditioneller“ wie auch „moderner“ Erziehungsziele unter den Studienteilnehmer(inne)n in den ersten sechs bis zwölf Monaten ihrer Berufstätigkeit.
Thilo Schmidt, Susanna Roux, Gisela Kammermeyer

Pädagogische Handlungsorientierungen von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en im Übergang in den Beruf

Im ersten Analyseschritt konnten über eine latente Klassenanalyse zwei Muster pädagogischer Handlungsorientierungen identifiziert werden. Diese werden als eher „Paradoxien-ausbalancierend“ und als eher „Autonomieorientiert“ beschrieben, wobei zwischen den verschiedenen Qualifikationsprofilen nur geringfügige Unterschiede beobachtbar sind. Allerdings zeigt sich, dass professionelle Handlungsorientierungen im Übergang in den Beruf Veränderungen erfahren, die sich auch als Anpassung an Erfordernisse der beruflichen Praxis interpretieren lassen.
Kirsten Fuchs-Rechlin, Ivo Züchner

Beruflicher Übergang von Erzieher(inne)n und Kindheitspädagog(inn)en – eine Zusammenfassung

Der Beitrag fasst die zentralen Ergebnisse der empirischen Analysen zu Ausbildung/Studium, beruflicher Platzierung sowie pädagogischen Orientierungen zusammen. Insgesamt wird deutlich, dass Ausbildung und Studium bewusste Entscheidungen waren, die aber je nach Alter und Vorerfahrung durchaus mit unterschiedlichen Zielen verbunden waren. Mit Blick auf den beruflichen Übergang zeigt sich in den ÜFA-Analysen eine recht schnelle Arbeitsmarktplatzierung sowohl der Erzieher(innen) als auch der Kindheitspädagog(inn)en, die zum Zeitpunkt der Einmündung auf einen günstigen Arbeitsmarkt treffen. Mit Blick auf die pädagogischen Orientierungen zeichnet sich eine gewisse Umorientierung der Absolvent(inn)en ab, die als Teil der Einsozialisation interpretiert werden kann. Offen bleibt die Frage nach der weiteren beruflichen Etablierung – hier werden die Ergebnisse der zweiten ÜFA-Förderphase Aufschluss bringen.
Kirsten Fuchs-Rechlin, Gisela Kammermeyer, Susanna Roux, Ivo Züchner

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