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01.08.2016 | Originalarbeit | Ausgabe 7-8/2016 Open Access

Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft 7-8/2016

Was? Wie? Warum? Jugendliche erforschen Flusslandschaften – Förderung des Systemverständnisses als Basis für gelebte Partizipation im Flussgebietsmanagement

Zeitschrift:
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft > Ausgabe 7-8/2016
Autoren:
Mag. Dr. Michaela Poppe, DI Kerstin Böck, MSc. DI Dr. Andreas Zitek, DI Sigrid Scheikl, DI Andreas Loach, ao.Univ.-Prof. DI Dr. Susanne Muhar

Zusammenfassung

Flusslandschaftsplanung und -management im Sinne einer zukunftsverträglichen Entwicklung einer Flusslandschaft sind dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet. Ziel ist es dabei, eine Entwicklung von Flusslandschaften zu initiieren, die die Anforderungen des Natur- und Gewässerschutzes mit den sozialen und wirtschaftlichen Ansprüchen in Einklang bringt und die betroffenen BürgerInnen in den Entscheidungsprozess einbezieht. Systemverständnis und ökologische Handlungskompetenz sind für Beteiligungsprozesse wesentliche Voraussetzungen.
Im Oktober 2014 startete im Rahmen des Forschungsprogrammes „Sparkling Science“ des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft das Projekt „Traisen.w3 – Traisen. Was? Wie? Warum? – Identifizierung und Wahrnehmung von Funktionen in Flusslandschaften und Verstehen einzugsgebietsbezogener Prozesse am Beispiel der Traisen“. In diesem Projekt arbeitet ein WissenschaftlerInnen-Team gemeinsam mit SchülerInnen und PädagogInnen zweier Oberstufenklassen des BG/BRG St. Pölten über einen Zeitraum von zwei Jahren zu Forschungsfragen des Flusslandschaftsmanagements am Beispiel der Traisen. Neben der Integration der SchülerInnen in den Forschungsprozess, in Freilandarbeiten und Datenauswertungen und -interpretationen ist vor allem die Entwicklung von Systemverständnis in Bezug auf Prozesse in Flusslandschaften Ziel des Projektes.
Die SchülerInnen wurden mithilfe der Lern-Software „DynaLearn“ angeregt, sich konzeptuelles und kausales Wissen anzueignen und damit systemische Prozesse in der Umwelt zu verstehen und in qualitative Modelle umzusetzen. Als weiteres Instrument, die Komplexität von Flusslandschaften anzusprechen, wurde das Konzept der Ökosystemleistungen verwendet. In Wissenstests sowie durch die Auswertung der qualitativen SchülerInnen-Modelle wurden das Wissen und das Systemverständnis der Schülerinnen vor und nach den gemeinsamen Aktivitäten evaluiert.
Die Auswertungen zeigten, dass regionales Wissen über den Heimatfluss und Vorgänge im Einzugsgebiet nicht im Bewusstsein der Jugendlichen verankert sind. Aufgrund der durchgeführten Schul-Workshops konnte ein signifikanter Zuwachs des Wissens und Verständnisses der SchülerInnen festgestellt werden. Die Modelle der SchülerInnen zeigten die komplexen Fragestellungen im Flussgebietsmanagement auf. Alle Modell-Szenarien der Jugendlichen spiegelten nachhaltige Entwicklungen der Flusslandschaft wider und belegten ein maßgeblich gesteigertes Verständnis der SchülerInnen für wichtige kausale Zusammenhänge an der Traisen.
Die Ergebnisse dokumentieren weiters, dass das Konzept der Ökosystemleistungen eine geeignete Methode zur Wissensvermittlung von komplexen Zusammenhängen in Flusslandschaften darstellt. Die Erhebung der Wahrnehmung von Ökosystemleistungen durch BürgerInnen, insbesondere Jugendliche, kann zu einer umfassenden Betrachtung der Flusslandschaft in zukünftigen Planungen im Flusslandschaftsmanagement beitragen. Mittels der in diesem Rahmen identifizierten Wissenslücken und des fehlenden Umweltverständnisses kann der zukünftige Bildungsbedarf hinsichtlich Funktionsfähigkeit und Leistungen von Flusslandschaften abgeschätzt werden. Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig, das Interesse für Umwelthemen zu fördern und eine mögliche Beteiligung an Entscheidungen zu forcieren. Gezielte Initiativen sind notwendig, damit junge Menschen zukünftig als BewohnerInnen und NutzerInnen der Flusslandschaften nachhaltige Planungen und Maßnahmen unterstützen, sich aktiv an der Entscheidungsfindung beteiligen und damit Verantwortung für die Gestaltung ihrer Umwelt übernehmen.

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