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21.11.2017 | Originalarbeit | Ausgabe 1-2/2018

Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft 1-2/2018

Wasserkraft im Alpenraum: Daten und Fakten

Zeitschrift:
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft > Ausgabe 1-2/2018
Autoren:
Dr. Nicolaus Römer, DI Herfried Harreiter, MSc Orkan Akpinar, Dr. Gundula Konrad

Zusammenfassung

Dieser Beitrag zeigt die Bedeutung der alpinen und im Speziellen auch der österreichischen Wasserkraft. Im Rahmen einer im Jahr 2016 von der Arbeitsgemeinschaft Alpine Wasserkraft (AGAW) bei VUM Verfahren Umwelt Management GmbH beauftragten Studie „Status und Zukunft der alpinen Wasserkraft“ wurde auf Einzelkraftwerk-Ebene eine Erhebung im gesamten Alpenraum durchgeführt. Dabei dienten neben öffentlich zugänglichen Quellen auch die von Betreibern zur Verfügung gestellten Informationen als Datengrundlage. Als Ergebnis liegt somit eine fundierte Datenbasis zu den installierten Wasserkraftwerken ab 5 MW im Alpenraum vor. Ziel war es, mit dieser Grundlagenerhebung eine Informationsquelle zu schaffen, damit weitere Untersuchungen und Studien im Zusammenhang mit alpiner Wasserkraft auf eine möglichst vollständige und aussagekräftige Datenbasis zugreifen können. Die Ergebnisse der aggregierten Kraftwerksdaten zeigen, dass im Alpenraum 1019 Wasserkraftwerke mit einer Leistung ab 5 MW betrieben werden. Mit 59 % dominieren Laufkraftwerke, 33 % sind Speicher- und 8 % Pumpspeicherkraftwerke. In Österreich wurden 196 Wasserkraftanlagen mit einer Leistung ab 5 MW erhoben. Bemerkenswert ist die sehr hohe Leistung österreichischer Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke mit in Summe über 8 GW installierter Leistung, die jene der Laufkraftwerke um über 70 % übersteigt. Wasserkraft ist nicht nur eine bewährte und sichere Form der Stromerzeugung, sie dient auch dazu, übergeordnete Ziele zu verfolgen. Dank der Wasserkraft kann zur Luftreinhaltung beigetragen und können Klimaschutzziele leichter erreicht werden. Darüber hinaus liefern Wasserkraftbetreiber auch einen signifikanten Beitrag zum Gewässerschutz und generieren Zusatznutzen in verschiedensten Bereichen wie zum Beispiel Hochwasserschutz, Schiffbarkeit und Tourismus. Auch wenn die alpine Wasserkraft mit zahlreichen positiven externen Effekten verbunden wird, müssen sich Wasserkraftbetreiber auch einer Reihe von unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Diese sind insbesondere auf regulatorische Instrumente zurückzuführen, die je nach Standort zu unterschiedlichen monetären Belastungen führen können. Zu diesen Belastungen zählen u. a. Netzentgelte für die Stromeinspeisung, Netzentgelte für Pumpstrom, Wasserbenützungsgebühren oder auch limitierte Förderungen für größere Wasserkraftanlagen.

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