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29.03.2016 | Wasserkraft | Im Fokus | Onlineartikel

Gezeitenströmungskraftwerk MeyGen liefert ab Sommer Energie

Die Turbinen für den Gezeitenturbinenpark MeyGen vor der schottischen Küste werden planmäßig geliefert. Die erste Energie aus dem Großprojekt wird im Sommer erzeugt.

Das größte Gezeitenkraftwerk der Welt wurde 2011 in Sihwa-ho in Südkorea, südwestlich von Seoul, fertiggestellt. Die Turbinen erzeugen eine elektrische Leistung von 254 Megawatt. Das Entwicklungsprojekt MeyGen vor der schottischen Küste möchte die Nachfolge antreten. Baubeginn des Gezeitenturbinenparks war 2015. 269 Turbinen mit einer Gesamtleistung von knapp 400 MW sollen installiert werden. Laut einem Projekt-Update soll der erste Strom im Sommer 2016 geliefert werden.

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Eine besondere Herausforderung sind die extremen Umweltbedingungen, der die Anlagen im Inner Sound des Pentland FirthPenth in Schottland begegnen werden. Lernen können die Hersteller hier aus dem Projekt in der Bay of Fundy in Kanada. Die Kraft der Gezeiten zerstörte die Propeller innerhalb von wenigen Wochen.

Turbinen von zwei Herstellern

Ein österreichischer Hersteller montiert gerade in Deutschland drei Gezeitenströmungsturbinen für MeyGen mit einer Leistung von jeweils 1,5 Megawatt. Eine Turbine wird ihre Nennleistung bei einer Strömungsgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde erreichen. Sie kann aktiv verstellt und nachgeführt werden. Jede Gondel ist circa zwölf Meter lang und wiegt 200 Tonnen. Der Rotordurchmesser beträgt 18 Meter. Im Sommer sollen die Turbinen nach internen Tests geliefert werden. Die geplante Lebensdauer ist auf 25 Jahre ausgelegt.

Dieselbe Betriebsdauer, Nennleistung und den denselben Rotordurchmesser wird ein Turbinengenerator eines Herstellers aus Singapur mit Sitz in Großbritannien haben. Dieser hat mit einem deutschen Partner mit der Herstellung und Montage der Turbine für MeyGen begonnen. Die Leistung wird ebenfalls 1,5 Megawatt betragen und soll gegen Ende des Jahres geliefert werden. Die Gondel ist circa elf Meter lang und wiegt 150 Tonnen. WasserWirtschaft-Autor Heribert Meyer geht im Zeitschriftenartikel „Produkte und Verfahren“ in der Ausgabe 10/2015 unter anderem auf die Turbinen für MeyGen ein.

„Unter-Wasser – „Wind“ – Energieanlagen

Die Gezeitenströmungsturbinen werden küstennah am Meeresgrund verankert und durch Ebbe und Flut angetrieben. Die Rotoren werden frei umströmt. Für den optimalen Einsatz richten sie sich aktiv mit der Fließrichtung des Wassers aus. Mit den Turbinen ist das Projekt im Zeitplan, die Inbetriebnahme der Turbinen war für Ende 2016 geplant.

„Strömungskraftwerke sind im Prinzip ‚Unter-Wasser – ‚Wind‘ – Energieanlagen mit einem Zwei- oder Vielblatt-Rotor’“, so die Springer-Autoren Herbert Niederhausen und Andreas Burkert im Buchkapitel „Die neuen ‚Erneuerbaren‘“. Sie beschreiben unterschiedliche Techniken zur Nutzung der Energie aus Unterwasser-Strömung sowie verschiedene Turbinenkonstruktionen. Ihrer Meinung nach ist die Technik insgesamt der Offshore-Windenergieanlagentechnik überlegen. Bisher weltweit realisierte Anlagen seien in ihrer Technologie so vielfältig wie Windenergieanlagen.


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