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04.05.2023 | Wasserstoff | Infografik | Online-Artikel

Sechs Industrien dominieren die Wasserstoffnachfrage

verfasst von: Thomas Siebel

1:30 Min. Lesedauer

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Vorreiterindustrien der Wasserstoffwirtschaft zeichnet aus: Sie müssen ihre Prozesse kaum umstellen, sie haben keine Dekarbonisierungsalternative – und sie nutzen die H2-Moleküle großenteils nicht als Brennstoff.

Deutschland wird seine Ziele in der Wasserstoffproduktion aktuellen Schätzungen zufolge übererfüllen. Bis 2030 dürfte die Elektrolysekapazität in Deutschland bei 30 GW und damit drei Mal so hoch wie das seitens der Bundesregierung anvisierte Ziel liegen. Das schreibt das Beratungsunternehmen Strategie&, das die Wasserstoffreadiness der deutschen Industrie analysiert hat. Allein die 120 aktuell geplanten Wasserstoffprojekte summierten sich zu einer Elektrolysekapazität von ungefähr 5 GW.

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Wasserstoff und Energiewende

Die Transformation des Energiesystems hin zu einer dekarbonisierten Gesellschaft bis 2045 stellt eine große Herausforderung für die deutsche Gesellschaft dar. Betrachtet man den deutschen Primärenergiebedarf, der im Jahr 2020 zu nur 17 % aus Erneuerbaren Energien abgedeckt wurde, wird deutlich, dass das Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft mit einem Erneuerbare-Energien (EE)-Anteil von 100 % in noch weiter Ferne liegt. Eine erfolgreiche Umsetzung innerhalb von knapp zwei Dekaden ist nur dann zu erreichen, wenn der Energiesektor, aber auch die gesamte Gesellschaft einen tiefgreifenden, strukturellen Wandel erfahren.

Sechs Industrien werden Strategy& zufolge die Wasserstoffnachfrage bis zum Ende des Jahrzehnts treiben: die Roheisen-, Metall- und Stahlproduktion, die Elektronikfertigung, die Mineralölindustrie sowie die chemische, die Keramik- und die Glasindustrie. Mit einem Bedarf von schätzungsweise 22 TWh werden sie dann circa 80 % der Nachfrage ausmachen. Gemeinsam haben die genannten Industrien, dass sie Wasserstoff vergleichsweise einfach in ihre bestehenden Prozesse einbinden kann und dass sie keine echten Alternativen haben, um ihre Produktion anderweitig zu dekarbonisieren.

Interessant ist dabei auch ein genauerer Blick auf die drei erstgenannten Industrien, die Roheisen-, Metall- und Stahlproduktion, die Elektronikfertigung und die Mineralölindustrie, deren Prozesse laut Strategie& bereits bis 2030 wasserstoffready sein dürften. Bemerkenswert dabei: Sie nutzen Wasserstoff vorwiegend stofflich und nicht als Brennstoff, und zwar als Reduktionsmittel zur CO2-neutralen Stahlerzeugung, als Reduktions- und Reinigungsmittel sowie als Trägergas in der Halbleiterfertigung sowie für Destillation, Cracken und Verkoken sowie Hydrierung in der Mineralölproduktion. Auch die chemische Industrie wird Wasserstoff in erster Linie stofflich nutzen. Hier dient das Molekül als Grundstoff für die Herstellung von Ammoniak, Methanol oder Olefinen.

Anders ist die Ausgangslage in der Keramik- und in der Glasindustrie, wo Brenn- und Schmelzöfen bei über 1000 °C betrieben werden, in der Glasindustrie sogar bei bis zu 1700 °C. Elektrifizieren lassen sich diese Prozesse nicht. Zur Dekarbonisierung ihrer Produktion sind diese beiden energieintensiven Industrien damit auf Wasserstoff als Brennstoff angewiesen.

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