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27.09.2016 | Wasserwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Sauerland versorgt das Ruhrgebiet mit Wasser

Autor:
Julia Ehl

Der außergewöhnlich heiße Spätsommer fordert das Versorgungssystem des Ruhverbandes. Das Speichersystem im Sauerland stellt die Wasserversorgung im Ruhrgebiet erfolgreich sicher.

Die Wasserversorgung wurde durch den heißen Spätsommer wieder einmal auf die Probe gestellt. Flüsse würden trockenfallen und ihre ökologische Funktionsfähigkeit verlieren, wenn Talsperren durch eine vermehrte Wasserabgabe nicht die Mindestwasserführung sicherstellen könnten. Jürgen Giesecke und Stephan Heimerl erklären gebräuchliche Methoden und die Vorgehensweise zur Bestimmung zur Mindestwasserfestlegung im Buchkapitel "Mindestwasserregelungen".

Empfehlung der Redaktion

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Mindestwasserregelungen

Der Wasserentzug aus Fließgewässern durch Wasserkraftnutzung, Trinkwasserversorgung, Speicherbewirtschaftung, Bewässerung, Kühlung u. ä. hat zur Folge, dass die natürlichen Abflussverhältnisse im ursprünglichen Mutterbett je nach Entnahmequote teilwe


Auch im Gebiet des Ruhrverbandes wären massive Folgen der Hitze und Trockenheit des Spätsommers zu spüren. Der Verband meldet aber, das Speichersystem im Sauerland hat sich wieder einmal bewährt und zwischenzeitlich bis zu 17.100 Liter Wasser pro Sekunde an die Ruhr abgegeben. Bei einem Zufluss von 2.200 Liter pro Sekunde hat sich die Wassermenge des Talsperrensystems zwar verringert, der Puffer ist aber nach wie vor ausreichend groß und könnte noch eine längere Trockenzeit überstehen.

Ruhr wäre ohne zusätzliches Wasser trockengefallen

Ohne diese erheblichen zusätzlichen Wasserabgaben der Talsperren wäre die Ruhr spätestens bei Schwerte streckenweise trockengefallen. Auch der Rhein hätte bei Duisburg nur etwa ein Viertel der durch die Talsperren unterstützen Wassermenge von 23.000 Litern pro Sekunde erhalten. Von Anfang Juli bis Mitte September mussten die Talsperren des Ruhrverbandes an 64 Tagen zusätzliche Wassermengen in die Ruhr ableiten, um den vorgeschriebenen Mindestwasserpegel bei Villigst erreichen zu können. In den letzten 25 Jahren lag der Durchschnitt an zuschusspflichtigen Tagen bei 38 Tagen pro Jahr.

Füllstände der Talsperren sind immer noch ausreichend

Die Beanspruchung der Talsperren seit Anfang Juli ist überdurchschnittlich und die Wasserstände sinken. Dennoch war Ende August das Talsperrensystem des Ruhrverbandes noch mit rund 82 Prozent gut gefüllt, nach weitern zwei Wochen Hitze und Trockenheit sank der Füllstand auf 77,9 Prozent und könnte damit noch eine lange Zeit Trockenheit gut verkraften, ohne die Versorgungssicherheit für die Trinkwasserversorgung im Ruhrgebiet zu gefährden..



Stauseefläche (Vollstau) [m³]

Stauraum (Vollstau) [Mio. m³]

Bigge-Talsperre8,76171,70
Diemel-Talsperre1,6519,90
Möhne-Talsperre10,37213,74
Henne-Talsperre2,13323,30
Sorpe-Talsperre3,30283,30
Aabach-Talsperre1,8019,39


Die genannten Talsperren werden ausführlich mit Bildern, Beschreibung und den wichtigsten technischen Daten im vom Deutschen TalsperrenKomitee herausgegebenen Buch "Talsperren in Deutschland" im Buchkapitel "Die großen Stauanlagen Deutschlands im Porträt" vorgestellt.

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