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04.03.2015 | Wasserwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Lernen für die nächste Katastrophe

Das Juni-Hochwasser 2013 muss fundiert und umfassend analysiert werden. Dies erfolgte auch auf dem 6. Forum zur Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in Magdeburg. Robert Jüpner kommentiert.

Der letzte Sommer liegt – zumindest gefühlt – schon wieder weit zurück. War da etwas? Ja, in der Tat: höchste Wasserstände an Pegeln der Donau – mindestens seit dem Mittelalter nicht mehr gemessen. Und an der Elbe – mehr als 250 km Fließstrecke an der unteren Mittelelbe und der Saale verzeichneten neue Höchstwasserstände. In Magdeburg wurde beispielsweise der Höchstwasserstand aus dem Sommer 2002 nochmals um 68 cm überschritten.

Schäden? Ja, in Milliardenhöhe

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Aus meiner Sicht ist diese Katastrophe – bei allem Respekt vor dem Leid der Betroffenen – auch eine Chance zu lernen. Lernen aus der Katastrophe? Unbedingt, denn ein solches Naturereignis kann man nicht simulieren und erst recht nicht die vielen einzelnen Maßnahmen der ungezählten professionellen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer. Es ist sogar unsere Pflicht, die notwendigen Schlussfolgerungen aus einer umfassenden und fundierten Analyse zu ziehen! (Das sage ich ganz bewusst als "Freiwilliger", der nun schon zum dritten Mal nach 2002 und 2006 an der Elbe seinen "Katastrophendienst" absolviert hat.) Nur so kann das gesamte System der Hochwasservorsorge und des Katastrophenmanagements wirkungsvoll optimiert werden.

Das 6. Forum zur Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie hat sich der Thematik auf seinem Treffen in Magdeburg am 27. Juni 2014 ausführlich gewidmet. Dabei wurden nicht nur Darstellungen des Katastrophen-Hochwassers 2013 aus Sicht der Wasserwirtschaftsverwaltungen, des Katastrophenschutzes und der Hilfsorganisationen präsentiert und diskutiert, sondern vor allem Erfahrungen – oder "Lessons Learnt", wie es so schön auf neudeutsch heißt.

Lernen aus der Katastrophe für die Katastrophe? Ja, natürlich

Ich möchte an dieser Stelle aus der Vielzahl der interessanten Tagungsbeiträge den von Herrn Dr. Stefan Hill exemplarisch herausgreifen. Als Rheinanlieger ist er im Sommer 2013 "mit dem blauen Auge" davongekommen. Als Präsident des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz ist er jedoch auch und in besonderem Maße dem Vorsorgegedanken verpflichtet. Sein Beitrag "Was wäre wenn ein Extremereignis die Oberrheinregion treffen würde?" ist nicht nur sehr lesenswert, sondern in bestem Sinne ein gelungenes Beispiel für gelebte Hochwasservorsorge.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre und darf Sie bereits heute zum 7. Forum zur Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie am 11. Juni 2015 nach Meißen, Sachsen einladen.

Der gleichlautende Kommentar wurde in der Fachzeitschrift "WasserWirtschaft", Ausgabe 03/2015 veröffentlicht.

Zum Autor
Professor Dr. Robert Jüpner ist Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft im Fachbereich Bauingenieurwesen der Technischen Universität Kaiserslautern, langjähriger Sprecher der DWA-Koordinierungsgruppe "Hochwasser“ und Mitherausgeber des "Hochwasser-Handbuchs".

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