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02.09.2015 | Wasserwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Hochwasserrisikomanagement – Ende 2015 am Ende?

Innerhalb der Europäischen Union wurden für alle Flussgebiete Pläne zum Hochwasserrisikomanagement entwickelt. Nun muss die Umsetzung in die Praxis erfolgen. Ein Kommentar von Dr. Uwe Müller.

Ab 22.12.2015 gibt es für alle Flussgebietseinheiten der Europäischen Union Hochwasserrisiko-managementpläne, die auch die seit 2013 veröffentlichten Gefahren- und Risikokarten beinhalten. Damit sind wichtige Grundlagen für das Hochwasserrisikomanagement in Europa geschaffen worden und die entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie identifiziert und dokumentiert.

Pläne in die Praxis umsetzen

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Doch nun gilt es die Maßnahmen in die Praxis umzusetzen. Die nächste Generation der Hochwasserrisikomanagementpläne in 6 Jahren wird eine Erfolgskontrolle enthalten müssen, bei der die Maßnahmenwirkung und die Zielerreichung zu bewerten sind. Bei der Maßnahmenumsetzung wird man auf vielfältige Hindernisse stoßen, die es zu überwinden gilt. Deshalb wird eine Kommunikationsstrategie immer wichtiger. Denn nur über eine gute Kommunikation kann man bei allen maßgebenden Akteuren ein Hochwasserrisikobewusstsein und damit die notwendige Handlungsbereitschaft oder Akzeptanz erzeugen.

Neue Herausforderungen werden die Umsetzung begleiten

Auch neue Herausforderungen werden den Prozess der Maßnahmenumsetzung beeinflussen. So haben in den letzten Jahren etliche Starkniederschlagsereignisse zu verheerenden lokalen Schäden in Deutschland geführt. Wie geht man mit solchen Ereignissen um? Hierzu gibt es erste Überlegungen, aber auch noch fachlichen und methodischen Nachholbedarf.

Fachleuten tauschen ihr Fachwissen aus

Eine Plattform zur Diskussion dieser Themenfelder bot das im Juni 2015 von den Bundesländern Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen getragene 7. Forum zur Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in Meißen, das in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Praxis des Hochwasserrisikomanagements, die Starkniederschläge und Lösungsansätze zum Umgang mit solchen Ereignissen legte. In den interessanten Vorträgen wurden u. a. die Themen Hochwasserrisikomanagementpläne, Notfallkonzepte, Schadenspotentiale, Starkniederschlagsereignisse, Wasserrückhalt in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, Instrumente und Ansätze zur kommunalen Überflutungsvorsorge sowie die Versicherbarkeit von Naturgefahren behandelt.

Die meisten Vorträge sind in in Ausgabe 09/2015 der Fachzeitschrift "WasserWirtschaft" veröffentlicht. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Der gleichlautende Kommentar wurde in der Fachzeitschrift "WasserWirtschaft", Ausgabe 09/2015 veröffentlicht.

Zum Autor
Dr.-Ing. habil. Uwe Müller ist Abteilungsleiter der Abteilung "Wasser, Boden, Wertstoffe" im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Deutschen TalsperrenKomitees e.V. und Autor des Buches "Hochwasserrisikomanagement".

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.09.2015 | Wasserwirtschaft | Ausgabe 9/2015

Starkniederschläge: Umsetzungsaspekte in der praktischen Planung

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie

Quelle:
Hochwasserrisikomanagement
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