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19.09.2018 | Wasserwirtschaft | Kommentar | Online-Artikel

Wasserwirtschaft im Zeichen des Klimawandels

verfasst von: Dipl.-Ing. Ulrich Ostermann

3 Min. Lesedauer
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Die Veränderung der Wasserbewirtschaftung durch den Klimawandel wird Wissenschaft und Technik in den kommenden Jahrzehnten beschäftigen. Ulrich Ostermann kommentiert in der WASSER UND ABFALL.

Die September-Ausgabe unserer Fach- und Verbandszeitschrift WASSER UND ABFALL enthält erste Auszüge aus Referaten des 33. BWK-Bundeskongresses in Lüneburg. Weitere Beiträge aus den Fachforen des Kongresses werden folgen. Der Titel des Kongresses "Von der (trockenen kargen) Heide zur (feuchten fetten) Marschlandschaft der Elbe" ist ein Synonym für die Spannweite der Wasserwirtschaft unter dem Einfluss der Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte und der prognostizierten Veränderungen für den globalen und regionalen Wasserhaushalt. Die Temperaturveränderungen und die Wassermengen in der Atmosphäre sind die treibenden Elemente. Trockenheit mit höheren Durchschnitts- und Maximaltemperaturen und Hochwasser durch Extremereignisse sind die Herausforderungen der Wasserwirtschaft für die kommenden Jahrzehnte. Die Themen der beiden Fachforen fokussieren auf Hochwasser und Starkregen im Binnenland und auf die Veränderungen des mengenmäßigen Zustands des Grundwassers.

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Wasserhaushalt in Nordostniedersachen — Wassernutzung und -management in der Praxis

Wasser in ausreichender Menge für die Trinkwasserversorgung und die Nahrungsmittelproduktion ist der entscheidende Faktor für die Erdbevölkerung. Deutschland, besonders Niedersachsen, ist reich an Grund- und Oberflächenwasser, dennoch gibt es in Nordostniedersachsen Grundwasserkörper deren Wasserhaushalt angespannt ist.


Der Hochwasserschutz im Binnenland muss sich an die starken Veränderungen im Hochwassergeschehen anpassen. Winterhochwässer aus Schneeschmelze sind selten geworden. Stattdessen treten, auch kleinräumig, vermehrt Sommerhochwässer mit Abflüssen auf dem Niveau früherer Winterhochwässer auf. Zwei von vier Extremhochwässern der letzten 16 Jahre an der Elbe sind im Sommer aufgetreten.

Für steigenden Wasserbedarf vorbereiten

Die Porengrundwassersleiter speichern rund 30 Prozent der Niederschläge. Dieses Wasser speist die Gewässer (Basisabfluss) und unterliegt vielfachen Nutzungen. Neben der Trink- und Brauchwasserversorgung spielt die Entnahme von Wasser für die Feldberegnung eine zunehmende Rolle. Durch den Klimawandel wird der Bedarf an Wasser, insbesondere für die landwirtschaftliche Produktion, zukünftig erheblich zunehmen. Deshalb gilt es auf Veränderungen angemessen und vorsorgend zu reagieren.

Die Themen des 33. BWK-Bundeskongresses in Lüneburg gehen zurück auf die Ereignisse der Jahre 2002, 2003 und 2013. Extreme Starkregen im Sommer 2002, verursacht durch eine 5b-Wetterlage, im oberen Elbeeinzugsgebiet waren Auslöser für ein Jahrhunderthochwasser an der ganzen Elbe. Die Bilder vom Hochwassereinsatz an der Elbe und die erheblichen Schäden an Infrastruktur und Gebäuden sind uns bis heute in Erinnerung. Der unmittelbar folgende Sommer mit extremer Trockenheit in Norddeutschland ergab ein Wasserbilanzdefizit von mehr als 400 mm. In den Landkreisen Lüneburg und Uelzen wurden von der Landwirtschaft in 3 Monaten rd. 70 Millionen Kubikmeter Grundwasser für die Beregnung der Feldfrüchte benötigt, so dass sich vor dem Hintergrund der EG-WRRL die Frage nach dem guten mengenmäßigen Zustand der Grundwasserkörper stellte.

Hochwasser und Trockenheit 2013

Das Jahr 2013 brachte dann eine Duplizität der Ereignisse in Nordostniedersachen. Nach extremen Starkregenereignissen im mittleren und oberen Elbeeinzugsgebiet hatte der Hochwasserschutz an der Elbe große Hochwassergefahren zu bewältigen, bei schönstem Wetter. Aber in nur 10 bis 15 Kilometer Entfernung von der Elbe lief die landwirtschaftliche Bewässerung rund um die Uhr, um die Ernte vor dem Vertrocknen zu bewahren.

Die beschriebenen Ereignisse waren Veranlassung, Studien und konkrete Projekte für die Wasserbewirtschaftung in Niedersachsen zu initiieren und voranzutreiben. Zukunftsweisende Projekte zur Wasserbewirtschaftung müssen konsequent entwickelt werden. Die Themenauswahl für den 33. Bundeskongress spiegelt eine Entwicklung, die uns in den kommenden Jahrzehnten in Wissenschaft und Technik beschäftigen wird.

Dieser Kommentar ist unter der Überschrift "Von der Heide zur Elbe – Wasserwirtschaft im Zeichen des Klimawandels" in Ausgabe 9/2018 der Fachzeitschrift WASSER UND ABFALL erschienen.

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