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14.11.2018 | Wasserwirtschaft | Kommentar | Onlineartikel

Starkregen – eine herausfordernde Gemeinschaftsaufgabe

Autor:
Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. mult. Franz Nestmann

Experten beschäftigten sich mit unterschiedlichen Aspekten des Starkregens. Professor Franz Nestmann fordert, alle bekannten Einflussfaktoren zu hinterfragen und sich gemeinsam auseinanderzusetzen.


Anlässlich der Wasserwirtschaftstagung des Wasserwirtschaftsverbandes Baden-Württemberg e. V. (WBW) am 8. Juni 2018 in Baden-Baden fand eine Vortragsveranstaltung zur aktuellen Starkregen-Thematik statt.

Diese widmete sich in drei Sessionen den verschiedenen Teilaspekten. So wurden eingangs Katastrophen-Ereignisse in Beispielen aufgezeigt, Strategien im Umgang und in der Bewältigung erläutert sowie Schadenspotenziale und Analysen dargelegt. 

Empfehlung der Redaktion

01.11.2018 | Praxis | Ausgabe 11/2018

Katastrophen und ihre Folgen — Starzel-Ereignis und Aufarbeitung

Drei Tote und rd. 31 Mio. Euro materieller Schaden ist die Bilanz des verheerenden Hochwasser-ereignisses im Einzugsgebiet der Starzel am 2. Juni 2008. Niederschlagshöhen von 50 mm/h und die ungünstige Zugrichtung der Gewitterzelle führten  innerhalb kurzer Zeit in der Starzel selbst und abseits des Gewässers durch wild abfließendes Wasser auf den Talflanken zu dramatischen Wasserabflüssen. 


Des Weiteren wurde auf Datenmanagement, Datenauswertung und Nutzung der gewonnenen Erkenntnisse sowie die Sekundärfolgen insbesondere durch Feststofftransport, Erosion und Deposition vertieft eingegangen. Schließlich wurden die Auswirkungen von zu viel oder zu wenig Wasser in der Forstwirtschaft beleuchtet, auf die Bauleitplanung und Vorsorge eingegangen, die hydraulische Extrembelastungen in der Kanalisation und die daraus folgende Fehleinschätzungen in der Bemessung plastisch erläutert und schließlich authentisch aus der Arbeit von Führungsstäben im Einsatz berichtet.

Aspekte zum Thema Starkregen

Alle Vortragenden setzten sich aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen aus der Praxis in beeindruckenden und in fachwissenschaftlich strukturierten Präsentationen auseinander. Die schriftlichen Fassungen der Vorträge finden Sie in Ausgabe 11/2018 der Fachzeitschrift WasserWirtschaft gebündelt.

Dennoch verdient es das Leitthema auch, aus einer erweiterten Perspektive angesprochen zu werden.

Insgesamt nehme ich hiermit Bezug auf die Umwelt, den Ressourcenverbrauch und andere Dinge und erweitert auch auf die Nachhaltigkeit unserer Handlungen und Entwicklungen. Generell betrifft es die Fragestellung, ob unser heutiger und künftiger Umgang mit den Ressourcen – deren Verbrauch und den daraus folgenden Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima – es uns in Zukunft tatsächlich ermöglichen wird, unseren Lebensraum erhalten zu können. Es geht dabei auch darum, ob unsere Handlungen menschenwürdig sind.

Leider müssen wir bereits bei der Handhabung des Begriffes der Nachhaltigkeit erkennen, dass dieser in seiner inhaltlichen Bestimmung – in politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und in anderen Bereichen – bereits in Definition und Verständnis darüber nicht einheitlich gehandhabt wird.

Einflussfaktoren müssen gemeinsam hinterfragt werden

Daher ist es unsere Aufgabe, alle erkannten Einflussfaktoren auf spezifische Ereignisse zu hinterfragen, damit wir uns letztlich aufgrund eines übereinstimmenden Verständnisses über gefährliche Wechselwirkungen gemeinsam auseinandersetzen, um danach schädliche Faktoren grundlegend zu beseitigen. Denn in zunehmendem Maße erweist sich vieles, was über uns hereinbricht, wenn auch ungewollt, als eine Folge unserer Handlungen und Aktionen. Und so lange es nicht eintritt, kennen wir es auch nicht!

Daher ist es gewiss zielführend, wenn wir uns als für diese Thematik Verantwortung tragenden Fachleute mit diesen weltumspannend bedeutenden Themenstellungen gemeinsam auseinandersetzen.

Dieser Kommentar ist in Ausgabe 11/2018  der Fachzeitschrift WasserWirtschaft erschienen.

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