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06.08.2018 | Wasserwirtschaft | Interview | Onlineartikel

"Mehr Einfluss, mehr Transparenz, ein Gewinn für die Region"

Autor:
Nico Andritschke

Einst als Public Private Partnership Projekt in Rostock gefeiert, wurde die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung jetzt rekommunalisiert. Michaela Link und Katja Gödke schildern Effekte und Aufgaben.

Springer Professional: Seit dem 1. Juli 2018 ist die Wasserver- und Abwasserentsorgung in Rostock und Umland rekommunalisiert. Woran ist das "Rostocker Modell" gescheitert?

Katja Gödke: Die Anforderungen des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV), als kommunaler Auftraggeber, wurden hinsichtlich der Gewährleistung der Ver- und Entsorgungssicherheit sowie eines ordnungsgemäßen Betriebs der wasserwirtschaftlichen Anlagen durch Eurawasser Nord erfüllt. Am 30. Juni 2018 endete der von vornherein auf 25 Jahre ausgelegte Betreibervertrag. Mit unserer Beteiligung an der Nordwasser GmbH setzen wir nun jedoch auf einen stärken Einfluss und eine hohe Transparenz hinsichtlich der Kosten und Strukturen. Die Nordwasser GmbH wird außerdem einen Ergebnisbeitrag für die Region erbringen.

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Die Nordwasser GmbH als kommunales Unternehmen ist der neue Betreiber für die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Welches Erbe haben sie angetreten und was sind die Prämissen für die weitere Arbeit?

Michaela Link: Der WWAV ist seit seiner Gründung im Jahr 1994 Eigentümer aller wasserwirtschaftlichen Anlagen (kommunales Eigentum) und nimmt die hoheitlichen Aufgaben gegenüber dem Betreiber wahr. Eine reibungslose Übernahme und Weiterführung des Betriebes der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen zum 1. Juli dieses Jahres konnten durch die Nordwasser GmbH somit gewährleistet werden. Der Betriebsübergang war jedoch mit zahlreichen operativen Aufgaben verbunden. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: In den nächsten Jahren arbeitet die Nordwasser GmbH an innovativen Lösungen, um die Effektivität und Effizienz von Prozessen zu erhöhen. Möglich wird dies unter anderem durch Synergieeffekte im städtischen Firmenverbund mit der RVV Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH, beispielhaft mit der Nutzung gemeinsamer Einkaufskonditionen beziehungsweise gleicher Softwareprodukte. Zur RVV-Firmengruppe gehören unter anderem die Stadtwerke Rostock AG sowie die Rostocker Straßenbahn AG.

Welche Effekte ergeben sich aus der Rekommunalisierung für die Stadt Rostock, die Mitgliedsgemeinden im WWAV und letztlich für die Bürger?

Katja Gödke: Durch die Rekommunalisierung der Rostocker Wasserwirtschaft und die Rückführung in die öffentliche Hand profitieren unser Stadthaushalt, die 28 Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes Wasser Abwasser Rostock-Land sowie unsere Kunden. Für circa 267.000 Verbraucher gelten seit dem 1. Juli dieses Jahres eine um 24 Prozent reduzierte Mengengebühr im Trinkwasser sowie eine um 14 Prozent reduzierte Mengengebühr im Schmutzwasser. 

Was sind die nächsten großen Herausforderungen und welche wichtigen Investitionsvorhaben sind für die Zukunft geplant?    

Michaela Link: Höchste Priorität sehen wir nach wie vor in der Verantwortung für eine stabile und den Qualitätsanforderungen entsprechende Trinkwasserversorgung sowie eine störungsfreie Abwasserableitung. Kundenservice, Kundenorientierung und Kundennähe erhalten einen höheren Stellenwert und sind ein strategischer Hebel in der Unternehmensentwicklung. Weiterhin laufen die Vorbereitungen für den Wechsel von einer derzeit rollierenden Abrechnung zur Stichtagsabrechnung zum Kalenderjahresende. Parallel führen wir neue IT-Technik sowie ein modernes Prozessleitsystem in die Arbeitsläufe ein.

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