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16.05.2018 | Wasserwirtschaft | Kommentar | Onlineartikel

Sauberes Wasser und Sanitärversorgung für Alle

Autor:
Prof. Dr.-Ing. Heidrun Steinmetz

Neue Technologien können den Zugang zu sauberem Wasser für die Weltbevölkerung ermöglichen, müssen aber auf die jeweiligen Randbedingungen zugeschnitten sein. Ein Kommentar von Heidrun Steinmetz.

Im Mai findet wieder die IFAT in München als weltgrößte internationale Fachmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Ressourcenwirtschaft statt. Mit Ausstellern aus über 60 Ländern und BesucherInnen, aus 168 Ländern (zum Vergleich, die UN hat 193 Mitgliedsstaaten) ist die Messe wirklich international. Was lockt die Menschen nach München?

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Wasser und Abfall 5/2018


Neue und bewährte Technologien können bestaunt werden, ein Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Wettbewerben und Vorführungen, Podiumsdiskussionen aber auch länderspezifische Themenforen. Auch die Wissenschaft ist mit Ständen vertreten und forscht zunehmend auch im internationalen Kontext.

Thema in Deutschland: Weitergehende Abwasserreinigung

In Deutschland und den entwickelten Ländern liegen die Herausforderungen der Wasserwirtschaft u. a. in einer noch weitergehenden Abwasserreinigung. Themen wie Mikroschadstoffe, Mikroplastik, Antibiotikaresistenz oder auch der klassische Parameter Phosphor, dessen Konzentrationen im Ablauf von Kläranlagen immer noch deutlich weiter gesenkt werden müssen, dominieren in unserem Land die Diskussionen in der Abwasserreinigung. Darüber hinaus sind Technologien gefragt, die den Wechsel von einer Entsorgungswirtschaft zu einer nachhaltigen, Ressourcenwirtschaft im Umgang mit Wasser, Abwasser und Abfall befördern. Für Phosphor gibt es seit letztem Jahr in Deutschland die rechtliche Vorgabe zukünftig diesen kritischen Rohstoff rückzugewinnen. Aber auch weitere im Abwasser enthaltene Ressourcen könnten genutzt werden.

Thema in Entwicklungs- und Schwellenländern: Zugang zu sauberem Trinkwasser

In Entwicklungs- und Schwellenländern sieht die Situation völlig anders aus. Noch immer haben über 30 Prozent der Weltbevölkerung keine angemessene sanitäre Basisversorgung und ca. neun Prozent der Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl dies 2010 von den UN als Menschenrecht anerkannt worden ist. Es gibt also noch viel zu tun, um das 2015 von den vereinten Nationen verabschiedete Millenniums-Entwicklungsziel Nr. 6 – die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen zu gewährleisten – bis 2030 zu erreichen.

Neue Technologien können einen Beitrag hierzu leisten, wenn sie auf die vielfältigen Randbedingungen in der Welt zugeschnitten sind. Neben High-Tech-Lösungen bedarf es der Entwicklung angepasster Systeme, abgestimmt auf klimatische, ökonomische und sozio-kulturelle Randbedingungen in den jeweiligen Regionen dieser Welt. Länder, in denen Infrastrukturen nicht vorhanden oder noch nicht so weit entwickelt sind, wie z. B. in Deutschland, bieten auch die Chance, beim Aufbau von Infrastrukturen neue Wege zu beschreiten, um so von Beginn an den Ver- und Entsorgungsgedanken mit dem Recycling- und Ressourcengedanken in Einklang bringen.

Ob auf der IFAT nachhaltige Technologien für die Lösung der weltweiten Wasserprobleme gezeigt werden, mag jeder und jede für sich beurteilen.

Ausgabe 05/2018 der WASSER UND ABFALL zeigt Herausforderungen und Lösungsstrategien in verschiedenen Ländern auf und erweitert damit den Blick über die deutsche Perspektive hinaus.

Dieser Kommentar ist in Ausgabe 05/2018 der Fachzeitschrift WASSER UND ABFALL erschienen.

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