Skip to main content
main-content

14.12.2016 | Wasserwirtschaft | Kommentar | Onlineartikel

Fischschutz am Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht

Autor:
Dr.-Ing. René Kühne

Unterschiedliche Auffassungen über die Erfordernisse für Fischschutzmaßnahmen am Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht haben zu umfangreichen Untersuchungen geführt. René Kühne kommentiert.

Die Vattenfall Wasserkraft GmbH bzw. ihre Vorgänger, die Vattenfall Europe Generation AG und die Hamburgische Elektrizitätswerke (HEW) betreiben seit 55 Jahren das Pumpspeicherkraftwerk (PSW) Geesthacht. Jahrzehntelang von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, leistet es zuverlässig seinen Dienst zur Stabilisierung des Stromnetzes und damit der Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Empfehlung der Redaktion

01.12.2016 | Titel | Ausgabe 12/2016

Aktuelle Rahmenbedingungen für den Betrieb von Pumpspeicherwerken in Deutschland

Mit dem fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen auf dem Strommarkt immer größere Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage. Umso wichtiger werden Pumpspeicherkraftwerke (PSW).


Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der daraus resultierenden Entkoppelung von Produktion und Verbrauch gewinnen Stromspeicher immer mehr an Bedeutung. Insofern war zu erwarten, dass sich PSW, wie das in Geesthacht, zunehmender Wertschätzung erfreuen und sich die Rahmenbedingungen für den Betrieb verbessern würden. Tatsächlich jedoch trat das Gegenteil ein: In Schleswig-Holstein wurde 2001 eine Oberflächenwasserabgabe eingeführt und obwohl das PSW Geesthacht das aus der Elbe entnommene Wasser in nahezu gleicher Menge dem Fluss wieder zuführt, musste die Abgabe auch für diese reine Gewässernutzung entrichtet werden, so dass ein rentabler Betrieb nicht mehr möglich war. Dann wurde die Höhe der Abgabe für Pumpspeicher- und andere Wasserkraftwerke 2011 durch Novellierung des Gesetzes unter der Bedingung auf 10 Prozent reduziert, dass der Stand der Technik zum Schutz von Wasserlebewesen eingehalten wird. Darüber, worin der Stand der Technik besteht und wie groß das Erfordernis für Fischschutzmaßnahmen speziell am PSW Geesthacht ist, gab es unterschiedlich Auffassungen. Diese Fragen wurden im Rahmen umfangreicher Untersuchungen analysiert.

Die Dezember 2016-Ausgabe der Fachzeitschrift WasserWirtschaft vermittelt einen Eindruck davon, welche Untersuchungen am PSW Geesthacht dazu durchgeführt wurden. Dabei erforderten insbesondere die Freilanduntersuchungen einen sehr hohen Aufwand, da eine Kombination traditioneller Fischereitechniken mit innovativen und entsprechend teuren Methoden eingesetzt werden musste. Auf diese Weise gelang es erstmals, konkrete Erkenntnisse über die möglichen Folgen für die Fischfauna durch ein PSW zu erarbeiten. Es stellte sich heraus, dass das Risiko für Schädigungen am Standort Geesthacht begrenzt ist. Auf der Grundlage der Befunde wurden effektive Maßnahmen zum Schutz der Fische konzipiert, die vom Betreiber heute umgesetzt werden. Als Konsequenz wurde daraufhin die Oberflächenwasserabgabe für das PSW Geesthacht verringert, und das PSW Geesthacht kann, wenn auch mit einer weiter bestehenden Belastung, seinen wichtigen Beitrag als Speicher zur Energiewende leisten.

Der Kommentar ist unter der Überschrift "Neue Erkenntnisse zur Situation der Fischfauna der Elbe im Bereich des Pumpspeicherkraftwerks Geesthacht"  in Heft 12/2016 der Fachzeitschrift WasserWirtschaft erschienen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

    Bildnachweise