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01.03.2011 | E - Government + Multimedia | Ausgabe 3/2011

Innovative Verwaltung 3/2011

Web-2.0-Technologien: Unentdecktes Terrain für Organisationsarbeit

Zeitschrift:
Innovative Verwaltung > Ausgabe 3/2011
Autor:
Dr. Marianne Wulff
In der Fachwelt ist Web 2.0 als Thema etabliert. Die aktuellen politischen Entwicklungen und nicht zuletzt Stuttgart 21 haben das „Internet zum Mitmachen“ in die Medien gebracht. Die offensichtliche Nutzung von Web-2.0-Technologien in politischen Prozessen haben einer breiten Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie sich Bürgerengagement und politische Beteiligung durch das Internet verändern und bereits verändert haben. Was vor längerer Zeit mit „flash mobs“ begann — also der spontanen Verabredung auch größerer Gruppen zu Spaßereignissen: Tanzen auf der Domplatte in Köln, Party machen auf Sylt -, das waren die Anfänge. Heute organisieren sich engagierte Bürger über das Netz, politische Ereignisse werden in „real time“ im Netz über Twitter oder Facebook dokumentiert — und verändern damit politische Prozesse maßgeblich. Mit anderen Worten: Das Internet zum Mitmachen ist da, wird genutzt und verändert die Welt. Doch ist Web 2.0 auch bei Politik und Verwaltung angekommen? Ja und nein, muss die Antwort lauten. Ja, wenn man die Aktivitäten von Bund, Ländern und Kommunen betrachtet, die — noch schüchtern und vorsichtig oder durchaus offensiv — Web 2.0 für eigene Zwecke nutzen: Politiker-Blogs, Stadt-Wikis, „Mitmachen“ bei Facebook, lokale Communitys, Foto-Communitys, Online-Konsultationen, Bürgerhaushalte ... Alles ist vorhanden und wird auch erfolgreich betrieben. Besonders an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung auf der einen Seite und der Bürgerschaft auf der anderen experimentieren Verwaltung und Politik recht eifrig mit dem Web 2.0. Tendenziell „nein“ muss die Antwort sicherlich noch lauten, wenn es um die Anbindung von Web-2.0-Anwendungen an die Verwaltungsprozesse bzw. um die Nutzung von Web 2.0 im Arbeitsprozess geht. Drei Felder tun sich auf:
  • ▪ Bei Anwendungen wie http://​www.​fixmystreet.​com, wo Bürger Schlaglöcher und andere Defekte im öffentlichen Raum den Behörden melden können, muss die Verwaltung neue Einträge annehmen, die Zuständigkeit prüfen und die Informationen an den verantwortlichen Verwaltungsbereich weitergeben. Dort sind die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten, zur Erledigung muss die Verwaltung eine Rückmeldung geben. Also: Einbindung der Web-2.0-Anwendungen in die Prozesse des Ideen- oder Beschwerdemanagements — auch wenn die Verwaltung nicht selbst Urheber und Betreiber einer Web-2.0-Anwendung ist.
  • ▪ Äußerungen zu kommunalen Themen in sozialen Netzwerken und Einträge bei Wikipedia wollen in einem definierten Prozess wahrgenommen und verarbeitet werden — und es muss reagiert werden, wenn falsche oder missverständliche Informationen über das Netz verbreitet werden. Hier muss die Verwaltung neue Prozesse definieren, u. a. das Monitoring von sozialen Netzwerken, denn dort können sich Diskussionen entwickeln, die für das Gemeinwesen und seine Ziele und Strategien auch kontraproduktiv sein können. Nicht immer muss die „Weisheit der vielen“ das Gemeinwohl erhöhen.
  • ▪ Arbeitsprozesse können anders gestaltet, verbessert und beschleunigt werden. Vereinzelt gibt es Projekte oder gar eine eingeschwungene Nutzung in Verwaltungen. Vor allem Wikis werden für Wissenstransferprojekte und die laufende Nutzung in Teamzusammenhängen (z. B. in der Stadt Erlangen) oder für die Unterstützung von Projektarbeit (z. B. in der Landeshauptstadt München) erfolgreich genutzt. Doch der Einsatz von Kollaborationswerkzeugen in arbeitsteiligen, komplexen Verwaltungsprozessen — also virtuelle Meetingräume und browserbasierte Kommunikationsräume mit oder ohne Videounterstützung — sind die Ausnahme. Eigene soziale Netzwerke von Verwaltungsfachleuten, die Zusammenarbeit auch organisationsübergreifend ermöglichen, die Lösungssuche beschleunigen und Ergebnisse verbessern können, Erfahrungsaustausch in Fachforen — all dies nutzt die Verwaltung noch wenig.
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