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Weiterbildungsmanagement in der Praxis: Psychologie des Lernens

  • 2021
  • Buch

Über dieses Buch

Wie können wir - auch zukünftig - Wissen vermitteln und Mitarbeitende in ihrer Entwicklung unterstützen?

In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie bei Ihrem Weiterbildungsmanagement lernpsychologische und neurowissenschaftliche Grundlagen nutzen und Lernprozesse erfolgreich gestalten können. Neben theoretischen Grundlagen erhalten Sie direkt umsetzbare Hilfestellungen in Form von Checklisten, Tipps und Fallbeispielen. Durch die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis und das didaktisch ausgereifte Konzept mit Lernzielen am jeweiligen Kapitelanfang, wichtigen Kernsätzen sowie einer Schnellleseleiste können Sie die für Sie wichtigen Inhalte rasch extrahieren. So unterstützt Sie das Buch bei Ihren aktuellen Herausforderungen von Lernen und Lehren im betrieblichen Kontext.

Die Zielgruppen: Das Buch richtet sich an Praktizierende in Learning & Development, an Trainerinnen und Trainer in der betrieblichen Bildung sowie an Fachpersonen, die mit Engagement Fachwissen weitergeben.

Die Herausgebenden/das Autorenteam: Die Herausgeber Urs Blum, Jürg Gabathuler und Herausgeberin Sandra Bajus leiten als Dozierende den Bereich Ausbildungsmanagement am IAP Institut für Angewandte Psychologie an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie engagieren sich in Weiterbildung und Dienstleistungsmandaten für eine wirkungsvolle und praxisorientierte Personalentwicklung. Alle Mitwirkende sind erfahrene Fachpersonen aus der Praxis, mit unterschiedlichen Perspektiven und Anwendungsfeldern.

Hinweis:

Weitere Bände vom gleichen Herausgeberteam widmen sich im Rahmen der Reihe Weiterbildungsmanagement in der Praxis den Learning Designs sowie der strategischen Ebene der Personalentwicklung und beinhalten somit zentrale Inhalte der angewandten Psychologie für die Personalentwicklung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Neurowissenschaftliche Grundlagen von Lernen und Gedächtnis

    Silvia Maier, Rafael Huber
    Das Kapitel 'Neurowissenschaftliche Grundlagen von Lernen und Gedächtnis' erklärt die neurobiologischen Mechanismen, die dem Lernen und der Gedächtnisbildung zugrunde liegen. Es führt zunächst in die Grundlagen der kognitiven Neurowissenschaften ein und stellt ein bekanntes Gedächtnismodell vor. Anschließend werden aktuelle Forschungsergebnisse zur Gedächtnisbildung diskutiert. Besonders interessant sind die praktischen Implikationen für Lehrende und Lernende, die aus diesen Erkenntnissen abgeleitet werden. Das Kapitel schließt mit konkreten Tipps, wie die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse in der Praxis angewendet werden können, um die Entwicklung von Handlungskompetenzen zu fördern.
  3. 2. Das Konzept des lebenslangen Lernens

    Erich Schäfer
    Das Konzept des lebenslangen Lernens hat eine lange Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, als Johann Amos Comenius es erstmals formulierte. Der Beitrag untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Dimensionen des lebenslangen Lernens, darunter die vertikale („life-long“), horizontale („life-wide“) und Tiefendimension („life-deep“). Es werden die anthropologischen Grundbedürfnisse des Menschen, wie das Bedürfnis nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie, betont. Die didaktischen Anforderungen und die Herausforderungen für Hochschulen und Betriebe werden detailliert analysiert. Besondere Aufmerksamkeit wird der Ermöglichungsdidaktik geschenkt, die darauf abzielt, gute Rahmenbedingungen für das Lernen zu schaffen, anstatt lediglich Wissen zu vermitteln. Der Beitrag bietet auch Einblicke in die aktuellen bildungspolitischen Konzepte und die Notwendigkeit, die Hochschulen als Orte des lebenslangen Lernens zu stärken. Die Herausforderungen der VUKA-Welt (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) und die Bedeutung der Reflexion für das lebenslange Lernen werden ebenfalls thematisiert.
  4. 3. Leben heißt lernen: Nutzen von informellen Lernprozessen

    Urs Blum
    Das Kapitel 'Leben heißt lernen: Nutzen von informellen Lernprozessen' untersucht die Bedeutung von informellen Lernprozessen in der modernen Arbeitswelt. Es wird die Veränderung der Arbeitswelt durch technologischen Wandel und kürzere Produktzyklen beleuchtet und die Rolle der Personalentwicklung bei der Unterstützung aktuellen Fachwissens und zukunftsfähiger Kompetenzen hervorgehoben. Trendstudien zeigen einen zunehmenden Trend zu selbstgesteuerten Lernformen wie Learning on Demand und Lernen im Netzwerk. Das Kapitel geht auf die Unterschiede zwischen formellen und informellen Lernprozessen ein und stellt das 'informal and incidental learning model' von Marsick und Watkins vor. Es wird diskutiert, wie informelle Lernprozesse im Alltag stattfinden und welche Potenziale und Herausforderungen sie bieten. Das Kontinuum-Modell von Seufert et al. wird als Orientierungshilfe für die Konzeption von Lernangeboten vorgestellt, die sowohl formelle als auch informelle Elemente integrieren. Schließlich wird die Zukunft des informellen Lernens in der Arbeitswelt 4.0 und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen beleuchtet. Das Kapitel bietet praktische Ansätze und Empfehlungen für die effektive Nutzung von informellen Lernprozessen in der beruflichen Praxis.
  5. 4. Die „digitale Transformation“ verändert die Art und Weise, wie Menschen lernen. Dozierende müssen Inhalte didaktisch reduzieren und Komplexität vereinfachen.

    Wüest Yvo
    Das Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit der didaktischen Reduktion in der digitalen Transformation und zeigt, wie Dozierende komplexe Inhalte vereinfachen können. Es werden Methoden zur Klärung des Vorwissens der Studierenden, wie elektronische Umfragen, und zur Strukturierung von Lerninhalten vorgestellt. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung von Kernbotschaften und die Anwendung der 3-Z-Formel zur Planung von Lehrveranstaltungen. Praktische Beispiele und Checklisten unterstützen die Umsetzung dieser Ansätze. Das Kapitel bietet konkrete Hilfestellungen, um die Qualität und Verständlichkeit der Lehre zu verbessern.
  6. 5. Effektivität von digitalem Lernen, Gelingensbedingungen und Trends

    Hartwagner Fabia
    Der Beitrag beleuchtet die Effektivität digitaler Lernmethoden wie Blended Learning und Flipped Classroom. Es wird untersucht, wie diese Methoden im Vergleich zu traditionellen Lernformaten abschneiden und welche Faktoren für den Lernerfolg entscheidend sind. Die Analyse basiert auf empirischen Studien, die zeigen, dass digitale Medien zwar Wissen vermitteln, aber nicht automatisch ein Lernprozess ausgelöst wird. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der Selbststeuerungsfähigkeit der Lernenden und der Qualität der Lehr- und Lernangebote geschenkt. Zudem werden innovative Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality als zukunftsweisende Lernwerkzeuge vorgestellt. Der Beitrag betont die Bedeutung einer soliden didaktischen Konzeption und der Weiterbildung der Lehrenden in der Nutzung digitaler Medien. Insgesamt bietet der Text einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends und Herausforderungen im Bereich des digitalen Lernens.
  7. 6. Widerstand in Lehr- und Lernsituationen

    Milesi Rita
    Das Kapitel befasst sich umfassend mit dem Phänomen des Widerstands in Lehr- und Lernsituationen. Es unterscheidet Widerstand von Konflikt und betont, dass Widerstand oft diffus und nicht immer sichtbar ist. Verschiedene Autoren haben unterschiedliche Definitionen und Thesen zu Widerstand formuliert, die zusammen ein umfassendes Bild ergeben. Widerstand wird als natürlicher Bestandteil von Lernprozessen und Gruppen gesehen und kann als Form der Kooperation interpretiert werden. Steve de Shazer und Geri Thomann betonen, dass Widerstand als Beziehungsform und Kooperationsangebot verstanden werden sollte. Heidi Ehrensperger hebt hervor, dass Widerstand oft auf nicht erfüllte Erwartungen oder Überforderung zurückzuführen ist. Die Gruppendynamik spielt eine zentrale Rolle, und das 5-Phasen-Modell nach J.A. Garland wird zur Analyse herangezogen. Praktische Tipps zur Bewältigung von Widerständen und das Modell der themenzentrierten Interaktion (TZI) von Ruth Cohn werden vorgestellt. Der Text schließt mit der Betonung, dass gut bearbeitete Widerstandsphänomene die Gruppe weiterbringen und als Kraft gesehen werden können.
  8. 7. Lösungsorientierte Beratung in der Ausbildungstätigkeit

    Elisa Streuli, Urs Blum
    Das Kapitel 'Lösungsorientierte Beratung in der Ausbildung' behandelt die Rolle der Beratung in der Ausbildung und den Wandel von formaler Präsentation zu lernzentrierten Ansätzen. Es wird die Bedeutung von Beratung in der Ausbildung und die verschiedenen Formen der Beratung, wie Fach- und Prozessberatung, erläutert. Besonderes Augenmerk liegt auf der lösungsorientierten Beratung, die als wesentlicher Bestandteil der Handlungskompetenz von Lehrpersonen beschrieben wird. Das Kapitel beschreibt Methoden und Techniken der lösungsorientierten Beratung und gibt praktische Beispiele für deren Anwendung. Es wird auch auf die Herausforderungen und Rollenkonflikte eingegangen, die Ausbildende in ihrer Beratungstätigkeit erleben können. Ein integriertes Beratungsmodell in sieben Schritten wird vorgestellt, das sowohl Expertenberatung als auch Prozessberatung umfasst. Das Kapitel schließt mit einem Beispielgespräch, das die Anwendung der lösungsorientierten Beratung in der Praxis veranschaulicht.
  9. 8. Lern- und Lehrpsychologie, Bedeutung für die betriebliche Weiterbildung und Auswirkungen auf eine moderne betriebliche Bildung/Personalentwicklung

    Gabathuler Jürg, Bajus Sandra
    Das Kapitel untersucht die Relevanz der Lern- und Lehrpsychologie für die betriebliche Weiterbildung und deren Einfluss auf moderne Personalentwicklung. Es werden drei wichtige Lernprozesse – Verstärkung/Konditionierungslernen, Lernen am Modell und Lernen durch Einsicht – erläutert und deren Anwendung in der betrieblichen Bildung beleuchtet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung von Lernumgebungen und der Rolle der Didaktik. Darüber hinaus werden theoretische Ansätze des Lehrens und Prinzipien der Lehre vorgestellt, die eine optimale Weiterbildung ermöglichen. Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf die Herausforderungen und Handlungsfelder für eine zukunftsfähige Personalentwicklung, die sich an den agilen Werten orientiert.
  10. Backmatter

Titel
Weiterbildungsmanagement in der Praxis: Psychologie des Lernens
Herausgegeben von
Urs Blum
Jürg Gabathuler
Sandra Bajus
Copyright-Jahr
2021
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-62631-3
Print ISBN
978-3-662-62630-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-62631-3

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    Bildnachweise
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