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09.06.2017 | Werkstoffe | Nachricht | Onlineartikel

KDX stärkt Bayerns Position für Faserverbundwerkstoffe

Autor:
Andreas Burkert

KDX hat in Bayern ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Faserverbundwerkstoffe eröffnet. Dort soll in Kooperation mit der TU München die technische Entwicklung und kostengünstige Serienproduktion von Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden.

"Die Zeit der Kohlefaser ist jetzt gekommen", erzählt Yu Zhong. Zhong ist der Präsident der chinesischen Kangde Investment Gruppe und zeigt sich an diesem Dienstag sehr zufrieden mit dem neu errichteten Forschungs- und Entwicklungszentrum für Faserverbundwerkstoffe im bayerischen Weyarn, dem "Composite-Valley". Das im Süden von München für rund 30 Millionen Euro errichtete Gebäude wurde nun offiziell eröffnet – im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft Ilse Aigner und des chinesischen Botschafters Shi Mingde. "Am 6.6.2017", wie Zhong betont. "Die sechs ist eine bedeutende Zahl in China". Beeindruckender aber sind die Zahlen, die er später nennt.

Bis zum Jahr 2050 etwa werden auf Chinas Straßen rund 500 Millionen Fahrzeuge unterwegs sein. Wie viele davon rein elektrisch angetrieben werden, dass lässt er offen. Zitiert aber die offizielle Verlautbarung der chinesischen Staatsregierung, die bis 2020 rund zwei Millionen und bis 2025 knapp sieben Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen möchte. Die Carbonfaser ist in der Statistik ein bedeutendes Element. Mit ihr erhoffen sich die Entwickler eine wesentliche, durchschnittliche Gewichtsreduzierung gegenüber 2015 von 10 Prozent bis 2020 beziehungsweise 35 Prozent bis 2030. Im gleichen Zeitraum soll der Bedarf von Carbonfaser-Werkstoffen von 50.000 Tonnen (2020) auf über 900.000 Tonnen (2030) steigen. Die kleine bayerische Gemeinde Weyarn spielt darin künftig eine wichtige Rolle.

Deutsche Carbonfaserforschung für China 

Das bereits im Februar 2016 gegründete Unternehmen mit derzeit rund 20 Mitarbeitern ist im Bereich der Entwicklung von Faserverbundwerkstoffen (primär Carbon- oder Kohlefaser-Verbundbau) für die Fahrzeugindustrie tätig und sieht sich als Kooperations-Partner in der Composite-Welt – sowohl für angewandte Forschung, als auch für technisch Entwicklung und kostengünstige Serienproduktion von Verbundwerkstoffen. Dazu kooperiert KDX mit Professor Dr. Klaus Drechsler von der Technischen Universität München. Drechsler ist Leiter des Lehrstuhls für Carbon Composites und forscht mit seinen Kollegen künftig auch in der 3.000 Quadratmeter großen Halle, um Prototypen und Kleinserien zu produzieren.

Einen Prototypen ganz besonderer Art haben die Chinesen an diesem Tag auch noch präsentiert. Gemeinsam mit NextEV (Nio) wurde dort die Europa-Premiere des Nio EP9 enthüllt. Der 1360 PS (1000 kW) starke Renn-Bolide mit 427 Kilometern Reichweite ist das erste Modell des chinesischen Elektroautoherstellers NextEv. Der vorgestellte Wagen ist einer von derzeit weltweit sechs Exemplaren.

Bis Ende 2017 sollen im Forschungszentrum rund 40 qualifizierte Mitarbeiter sich mit der Forschung und Entwicklung von Leichtbaukomponenten bis hin zur Fertigung von Prototypen beschäftigen. "Mit dem R&D Center erhöhen sich für unsere Kunden die Produkt-Erfolgs-Chancen", sagt Peng He, Geschäftsführer des KDX Europe Composites R&D Centers.

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