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09.11.2018 | Werkstoffe | Nachricht | Onlineartikel

Rosige Zeiten für kohlefaserverstärkte Kunststoffe

Autor:
Andreas Burkert

Die Composites Europe zeigt sich zufrieden. Auch wenn die Zahl der Aussteller stagniert, der GFK-Markt wächst. Kooperationen innerhalb der Prozesskette forcieren das Wachstum der Composites-Industrie.

Dass Werner Loscheider mehrmals die Anwesenden des Lightweight-Technologie-Forums zum Dialog auffordert, sie ermuntert, mit ihm über die Möglichkeiten zu debattieren, wie sein Ministerium die Branche unterstützen kann, zeigt die Bedeutung des Leichtbaus für den Standort Deutschland. Loscheider ist Leiter des Referats IVB4 im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und neue Materialien, und er weiß, dass im Wettbewerb der Leichtbau- und Designwerkstoffe Verbundwerkstoffe ganz vorne mitspielen. Sowohl die Automobilindustrie, Luftfahrt, Windenergie-Wirtschaft, der Bootsbau und der Bausektor kommen ohne glas- und kohlefaserverstärkte Kunststoffe (GFK & CFK) nicht mehr aus.

Das Wissen auch die Organisatoren der diesjährigen Composites Europe, die Reed Exhibitions. "Die größten Impulse kommen derzeit aus der Composites-Branche selbst: technologische Fortschritte innerhalb der Prozesskette", teilt die Messeleitung mit. Die Composite fand vom 6. bis 8. November in Stuttgart statt. Die Messebesucher treffen auf mehr als 365 Aussteller aus 30 Nationen, die den Stand der Technik und das Potential von Faserverbundwerkstoffen zeigen – und das nicht nur im Ausstellungsbereich, sondern auch auf den zahlreichen Event-Areas, in Vortragsforen und Themenrundgängen.

Positive GFK-Marktaussichten

Für zufriedene Gesichter aber sorgt vor allem der Marktbericht der AVK-Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, die ihren jährlichen Marktbericht zu Glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) herausgegeben hat. So wächst der GFK-Markt im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr erneut um 2 % auf eine Menge von 1,141 Millionen Tonnen. Bereits zum sechsten Jahr in Folge kann der GFK-Bereich ein Wachstum verzeichnen. Deutschland bleibt auch 2018 mit 229 Kilotonnen der größte Hersteller von GFK/Composites, obwohl das Wachstum etwas hinter der europäischen Gesamtentwicklung zurückbleibt. Materialseitig wachsen die thermoplastischen Materialien erneut überdurchschnittlich.

Wie in den Vorjahren analysiert der GFK-Marktbericht 2018 die Länder in Europa, deren Produktionsmengen sich valide erfassen lassen sowie die Türkei, die aber separat ausgewiesen wird. Als GFK werden alle Glasfaserverstärkten Kunststoffe mit einer duroplastischen Matrix und im Thermoplast-Markt die Glasmattenverstärkten Thermoplaste (GMT) und die Langfaserverstärkten Thermoplaste (LFT) beschrieben. Die europäische Herstellungsmenge für Kurzfaserverstärkte Thermoplaste liegt nur als Gesamtmenge vor und wird separat ausgewiesen.

Verarbeitungs- und Fertigungsprozesse rücken in den Fokus der Messe

Mit dem neuen Format "Process live" rückte die Composites Europe im Übrigen in diesem Jahr die aufeinander abgestimmten Verarbeitungs- und Fertigungsprozesse sichtbar in den Fokus der Messe. Auf gemeinsamen Ausstellungsflächen haben Maschinen- und Anlagenbauer ihre Ideen präsentiert. Länderübergreifend, wie der Schneidspezialist Gunnar (Schweiz), der Composites Automatisierungsexperte Airborne (Niederlande) und der Greifsystemanbieter Schmalz (Deutschland), zeigten. Gemeinsam haben sie die gesamte Wertschöpfungskette vom Rollenmaterial bis zum fertigen Lagenaufbau eines Faserverbundbauteils prozesssicher in einer kombinierten Produktionszelle dargestellt.

"Die Zusammenarbeit unter den Verarbeitern wird immer enger. Diese Kooperationen innerhalb der Prozesskette forcieren das Wachstum der Composites-Industrie, das wollen wir mit dem neuen Format Process live deutlich machen", erklärt dazu Olaf Freier, Event Director der Composites Europe. Neben der Optimierung der Prozesskette liegen die Forschungsschwerpunkte der Industrie auf dem Einsatz von GFK und CFK in Multimaterialsystemen. Wie Composites im Materialmix mit anderen Werkstoffen ihre Stärken in hybriden Strukturbauteilen ausspielen, haben zahlreiche Vorträge auf dem Lightweight Technologies Forum gezeigt.

Innovationspreise der Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe

Wie bedeutend die Innovationskraft der Branche von einzelnen Entwicklungen abhängt, erklärte die Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe (AVK), die während der Messe die Gewinner ihres renommierten Innovationspreises bekannt gegeben hat. Mit den Preisen werden neuartige und zukunftsweisende Innovationen in der Branche ausgezeichnet und die Bedeutung der Nachhaltigkeit unterstrichen. Die Jury, bestehend aus Experten der Verbundwerkstoffindustrie, zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität der Einreichungen und wählte die Gewinner in drei Kategorien aus: "Innovative Produkte/Anwendungen", "Innovative Prozesse" und "Forschung und Wissenschaft".

In der Kategorie "Innovative Produkte/Anwendungen" gewann das von einem Joint Venture zwischen Audi, dem CTC Composites Technology Center Stade, Airbus Operations , dem Production Engineering Laboratory (LaFT) an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr und Volkswagen entwickelte "leichte GFK-Greifersystem für universelle Roboter- und Montageanwendungen".

In "Innovative Prozesse" gingen die Lausitzer Klärtechnik GmbH (LKT) und ihr Partner Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Lehrstuhl für Leichtbau mit strukturierten Materialien, für "FlexReha - ein neues, ganzjähriges Struktursanierungsverfahren auf Basis von Faserverbundwerkstoffen für medienbelastete Altbetonpumpenschächte" als Gewinner hervor.

In der Kategorie "Forschung und Wissenschaft" wurde die höchste Auszeichnung an das Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen (ILH) der Universität Paderborn und das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen für "einen neuartigen Hybridgarntyp zur Beschichtung aller Glasfilamente im Spinnprozess zur Herstellung einer Glas-Thermoplastfaser" vergeben.

Die Foam Expo kommt zur Composites Europe

Im kommenden Jahr wird Stuttgart für die Leichtbranche noch interessanter. Wie Smarter Shows und Reed Exhibitions am Vortag bekannt gegeben haben, werden die Foam Expo Europe, Fachmesse und Konferenz für die Lieferkette der technischen Schaumstoffherstellung, und die Composites Europe ab 2019 parallel in Stuttgart stattfinden. Zusammen sollen beide Messen die Technologien und Anwendungen der Verbundwerkstoffe mit der gesamten Lieferkette der Schaumstoffherstellung verknüpfen.

Vor allem für die gemeinsamen Anwendungsindustrien wie Automotive, Luftfahrt, den Bausektor und die Sport- und Freizeitindustrie bietet der gemeinsame Messetermin am Standort Stuttgart Synergien. Die Foam Expo Europe, die 2018 ihre Premiere feierte, präsentiert die gesamte Schaumstofflieferkette und Marktplatz für Hersteller und Käufer von technischen Schaumstoffen, Schaumstoffprodukten und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt der Messe stehen Form-, Hart- und Weichschaumlösungen, einschließlich Rohstoffe, Chemikalien, aber auch Ausrüstung und Maschinen.

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Kunststoffe

Quelle:
Dubbel

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