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14.07.2017 | Werkstoffe | Nachricht | Onlineartikel

Chemnitzer Forscher entwickeln neue Werkstoffe aus Altreifen

Autor:
Christiane Köllner

Das Chemnitzer Institut für Strukturleichtbau erforscht die ökologische Verwertung von Elastomeren aus Altreifen. Für die Wiederverwertung haben die Forscher auch eine neue Verarbeitungstechnik entwickelt.

Jährlich fallen weltweit etwa 1,8 Milliarden Altreifen an. Über die Hälfte aller Altreifen würden energetisch verwertet, also verbrannt, erklärt Dr. Stefan Hoyer vom Institut für Strukturleichtbau der Technischen Universität Chemnitz. Vor dem Hintergrund der Ressourcenschonung und des Umweltschutzes ist das keine allerdings keine ideale Lösung. Das Recycling von Reifen sei jedoch schwierig, weil jedes Gummi seine ganz eigene Rezeptur habe, so Hoyer.

Bisher wurden Altreifen meist zu relativ groben Granulaten zerkleinert und mit Bindemitteln unter anderem zu Boden- und Fallschutzmatten oder Gummischichtungen im Automobilbau gepresst. An der TU Chemnitz wollen Wissenschaftler jetzt neue Werkstoffe mit hoher Qualität und Leistungsfähigkeit entwickeln. Feinste Gummi-Mehle werden dazu mit thermoplastischen Kunststoffen gemischt. Diese sogenannten "Thermoplast-Elastomer-Compounds" seien schmelzbar und könnten zum Beispiel im Spritzgießverfahren zu komplexen Bauteilen verarbeitet werden. 

Einstufige Direkt-Extrusion

Für diese Art der Wiederverwertung haben die Forscher auch eine ganz neue Verarbeitungstechnik entwickelt: die einstufige Direkt-Extrusion. "Wir kombinieren die Compoundierung und die Profilextrusion, also das Mischen der Ausgangsstoffe und das Formgeben. Aber eben ohne den Umweg über Granulat. Wir sparen uns einen Prozessschritt und damit vor allem Energie und schützen so das Material vor thermischen Schäden“, so Hoyer. Auf diese Weise könnten endlos gefertigte, hochwertige Matten für Verschleiß- und Schallschutz hergestellt werden. "Aktuell sind wir noch in der Phase der Markteinführung, kooperieren aber bereits mit einer Firma aus der Region."

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