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27.04.2018 | Werkstoffrecycling | Nachricht | Onlineartikel

Upcycling von PET-Flaschen

Autor:
Nadine Klein

Ein innovatives Verfahren soll die Verwertung von PET-Abfällen aus gebrauchten Getränkeflaschen als Industriekunststoff ermöglichen und dadurch den Verbrauch von neuwertigem Kunststoff auf Basis von Polyamid reduzieren. 

Im Projekt "UpcyclePET" entwickeln die Firma Easicomp, das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBFund das Öko-Institut einen integrierten Fertigungsprozess zur Herstellung glasfaserverstärkter PET-Bauteile (PET = Polyethylenterephthalat). Dabei kommt ein Strangziehverfahren (Pultrusionsprozess) zum Einsatz, mit dem der PET-Kunststoff mit Langglasfasern verstärkt und dadurch technisch aufgewertet wird. Dieser Ansatz kombiniert die mechanischen Vorteile der besonders stabilen Langglasfasern mit den vorteilhaften Eigenschaften von PET. Dazu gehören etwa die geringe Quellfähigkeit und gute Dimensionsstabilität. "Das Besondere dieses Ansatzes besteht darin, zwei in der heutigen Praxis entkoppelt laufende Prozessschritte zu kombinieren und die Eigenschaften des eingesetzten Recycling-PET durch Additivierung und Modifikation gezielt maßzuschneidern", erklärt Dr. Frank Schönberger vom Fraunhofer LBF. "Wir wollen gebrauchtes PET nicht nur einfach als Getränkeflaschen recyceln, sondern zur Herstellung hochwertiger und langlebiger Produkte einsetzen. Diese Idee bezeichnet man als Upcycling“, erläutert Dr.-Ing. Tapio Harmia, Geschäftsführer von Easicomp. Laut Dr. Volker Strubel, Verbundkoordinator des Projekts, lasse sich so der Einsatz von Polyamiden zur Produktion von Automobilbauteilen wie Motorlager oder Montageträger reduzieren.

Weil alle erforderlichen Prozessschritte in nur einer Anlage erfolgen, sei die Produktion besonders kostengünstig. Am Beispiel eines Leichtbauteils aus der Automobilindustrie bewertet das Projektteam die Potenziale für den technischen Ersatz des Materials und zeigt mögliche ökologische wie ökonomische Vorteile auf. Dr. Andreas Köhler vom Öko-Institut dazu: "Wir erwarten vom UpcyclePET-Projekt einen Innovationsschub für ein hochwertiges Recycling von Kunststoffabfällen in Deutschland. Das Upcycling von PET-Abfällen birgt das Potenzial für deutliche Umweltvorteile, weil langlebige Produkte entstehen und Kunststoffarten mit wesentlich höherem Treibhausgaspotenzial ersetzt werden können."

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Quelle:
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