Skip to main content
main-content

09.11.2012 | Werkstofftechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Aluminium macht Automobil-Karriere

Autor:
Dieter Beste
2 Min. Lesedauer

Leichtbau wird zum A und O im Automobilbau. Es geht nicht nur darum, den Benzinverbrauch zu reduzieren, sondern auch die Reichweiten der neuen Elektroautos zu vergrößern. Vom 9. bis 11. Oktober zeigten in Düsseldorf die ALUMINIUM Weltmesse und die gleichzeitig stattfindende Europäische Fachmesse für Verbundwerkstoffe COMPOSITES EUROPE Schlüsseltechnologien und Anwendungen für die Märkte von Leichtbau-Werkstoffen.

Zwischen 1990 und 2012 hat sich der Anteil an Aluminium pro Automobil von 50 kg auf 140 kg nahezu verdreifacht. Bis 2020 könnte diese Menge auf 160 kg oder sogar 180 kg steigen, wenn auch Klein- und Mittelklassewagen dem Trend der Oberklasse in Bezug auf den Einsatz von Aluminium folgen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Ducker Worldwide in Zusammenarbeit mit der European Aluminium Association (EAA).
Dass Aluminium als Leichtbauwerkstoff keinesfalls aus der Mode gekommen ist, beweist ausgerechnet BMW. Die Münchner, die mit dem Modell I3 gerade zeigen, wie man ein Auto nahezu komplett aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) zur Serienreife bringen kann, erweitern bis Frühjahr 2013 die Leichtmetallgießerei in Landshut mit dem Neubau einer Druckgießerei sowie einer Kernmacherei und investiert dazu rund 75 Millionen Euro. Da der Bedarf an Leichtmetall-Gussteilen kontinuierlich steigt, wird die Produktionskapazität am Standort auf eine Kapazität von bisher 58.000 auf künftig 69.000 Tonnen jährlich erweitert.
Auch Audi als Aluminium-Pionier im Automobil investiert in eine neue Fertigungsstätte. In Münchsmünster wird 2013 neben einem Presswerk mit Transferpressen und Fertigungslinien für formgehärtete Karosserieteile sowie einer mechanischen Bearbeitung von Fahrwerkkomponenten eine Aluminium-Druckgießerei eröffnet. „Druckguss-Komponenten sind ein zentrales Element unserer Leichtbaustrategie. Eine eigene Druckgießerei ermöglicht uns, die dafür notwendige Technologie weiterzuentwickeln und die Versorgung mit Aluminium-Druckgussteilen nachhaltig sicher zu stellen“, sagte Audi-Produktionsvorstand Frank Dreves.
Mercedes als Dritter im Bunde der deutschen Premium-Hersteller setzt ebenfalls auf Aluminium. Beim neuen SL ist nahezu die komplette Karosserie daraus gefertigt. Wichtige Elemente des Leichtbau-Chassis sind die gegossenen Längsträger sowie Schweller- und Boden-Profile aus Aluminium.
Und auch das neue Model S von Tesla Motors ist nahezu komplett aus Aluminium gefertigt: Strukturbauteile, Außenhaut, Türen, Hauben, Kofferraum – praktisch alle sichtbaren Metallteile. „Aluminium reduziert das Gesamtgewicht des Model S um die Hälfte und maximiert Effizienz und Reichweite“, bloggte George Blankenship, Tesla Motors Vice President jüngst zum Marktstart des eleganten Elektroflitzers. Bis Jahresende will das Unternehmen 5.000 Einheiten des Fahrzeugs, das in weniger als sechs Sekunden von Null auf Hundert beschleunigt und mit vollelektrischem Antrieb auf bis zu 480 Kilometer Reichweite kommt, verkaufen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2007 | OriginalPaper | Buchkapitel

Märkte und Anwendungen

Quelle:
Anwendungstechnologie Aluminum

Premium Partner

    Marktübersichten

    Die im Laufe eines Jahres in der „adhäsion“ veröffentlichten Marktübersichten helfen Anwendern verschiedenster Branchen, sich einen gezielten Überblick über Lieferantenangebote zu verschaffen. 

    Bildnachweise