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18.08.2017 | Werkstofftechnik | Nachricht | Onlineartikel

Die Ökonomik der Werkstoffe im Blick

Autor:
Nadine Winkelmann

70 Prozent aller neuen Erzeugnisse in Deutschland basieren auf neuen oder weiterentwickelten Werkstoffen. Doch welche Werkstoffe brauchen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft? Antworten darauf soll das Fraunhofer CEM liefern. 

Das Fraunhofer-Center für Ökonomik der Werkstoffe CEM wird zur Schnittstelle zwischen industriellen Herausforderungen wie Digitalisierung, Materialeffizienz oder beschleunigten Innovationszyklen einerseits und den Strategien der Werkstoffforschung andererseits. Die neue Einrichtung wird Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu Fragen des effizienten Rohstoff- und Materialeinsatzes und nachhaltigen Wirtschaftens beraten, um damit zur langfristigen Sicherung von Standortvorteilen in Deutschland und Europa beizutragen.

"Bei der effizienten und nachhaltigen Rohstoffnutzung sowie beim Bedarf an zukunftsfähigen Werkstoffen steht die Industrie vor enormen Herausforderungen. Neue, smarte Werkstoffe illustrieren dies im Zeitalter von Industrie 4.0 ebenso wie Geschäftsmodelle rund um On-Demand-Produktion und individualisierte Serien bis Losgröße 1", erklärt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. "Die sich nun eröffnenden Entwicklungspfade müssen systematisch identifiziert werden, um alle Potenziale voll auszuschöpfen. Mit dem Fraunhofer CEM schaffen wir einen Ansprechpartner, der wirtschaftliche und technisch-naturwissenschaftliche Aspekte gleichermaßen in den Blick nimmt und somit nachhaltige Wertschöpfungssysteme im globalen Maßstab ermöglichen kann."

Das Forscherteam wird geleitet von den Direktoren Prof. Dr. Ulrich Blum als Gründungsdirektor seitens der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) sowie Prof. Manfred Füting und PD Dr. Christian Growitsch seitens des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS. Es besteht aus Materialwissenschaftlern und Ökonomen und führt so Expertise aus der Werkstoffforschung und den Wirtschaftswissenschaften zusammen. Mit dieser Kombination können von Anfang an Werkstoffdesign, Produktdesign und die Verwendung von Produkten am Ende ihrer Lebenszeit gleichzeitig wirtschaftlich und technisch optimal gedacht und geplant werden. Die Einrichtung wird am Fraunhofer IMWS in Halle (Saale) angesiedelt und als Forschungsgruppe gemeinsam mit der MLU über ihren Lehrstuhl für Wirtschafspolitik und Wirtschaftsforschung betrieben. 

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