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BMW Eisenach gewinnt Werkzeugbau des Jahres 2025

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Beim Wettbewerb "Excellence in Production" holt die BMW Fahrzeugtechnik GmbH den Gesamtsieg. Im Aachener Krönungssaal zeigt die Branche, wie sie der Krise trotzt.

Das Team der BMW Fahrzeugtechnik GmbH aus Eisenach nimmt im Krönungssaal des Aachener Rathauses den Preis als Gesamtsieger des Wettbewerbs "Excellence in Production 2025" entgegen.


Als Günther Schuh auf die Bühne tritt, richtet sich der Blick des ganzen Saals nach vorn – und es wird spürbar, welche Bedeutung dieser Abend für die Branche hat. "Früher wurden hier Könige gekrönt", sagt der Professor vom Lehrstuhl für Produktionssystematik der RWTH Aachen in seiner Begrüßung. "Heute sind Helden hier." Ein Satz, der hängen bleibt – und zur Stimmung des Abends passt. Denn für eine Branche, die seit Jahren zwischen Kostendruck und Markteinbrüchen navigiert, ist ein solcher Wettbewerb wichtig.

Über 200 Betriebe hatten sich beworben, elf wurden vom Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen nach intensiven Analysen und Vor-Ort-Besuchen als Finalisten eingeladen. "Alle, die heute hier stehen, sind längst Sieger", sagt Schuh – auch eine Anerkennung der Resilienz, mit der sich viele Werkzeugbaubetriebe durch die vergangenen Jahre gearbeitet haben. "Das Herauskämpfen haben wir trainiert", fügt er an. "Wir sind durch ein Resilienz-Training gegangen – absichtlich oder nicht."

Vorbei ist das Resilienz-Training jedoch noch lange nicht, die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt – und die Laudatoren nehmen diesbezüglich kein Blatt vor den Mund. Besonders deutlich wird Unternehmensberater Hans-Dieter Franke: "Wir müssen Prozesse verbessern, Kosten reduzieren, wo es nur geht. Wir müssen gnadenlos besser werden." Gleichzeitig betont er, dass in jedem Umbruch auch Chancen liegen – und die Finalisten bewiesen hätten, dass sie bereit seien, neue Wege zu gehen.

Gesamtsieger: BMW Fahrzeugtechnik GmbH aus Eisenach

Als schließlich der wichtigste Preis des Abends vergeben wird, tritt Robert Frittrang, Chef des Werkzeugbaus der BMW Fahrzeugtechnik GmbH in Eisenach, nach vorn und zeigt sich stolz: "Wir gehen täglich neue Wege", sagt er. "Und wir gehen immer ans Limit." Der Standort Eisenach – historisch die Wiege des Automobilbaus bei BMW – wird 2025 von der Jury als Gesamtsieger sowie als Sieger in der Kategorie "Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeitende" ausgezeichnet. 

Ausschlaggebend für die Ehrung seien die hohe Produktivität, exzellente Maschinenlaufzeiten und der konsequente Einsatz moderner Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien, so die Jury. Außerdem überzeuge das robotergestützte Laserauftragsschweißen mit optischer Maßkontrolle, der gezielte Einsatz additiver Fertigung, umfangreiche Simulationsketten und eine modern organisierte Ausbildung.

Preise für Roto Frank, Rico Elastomere Projecting und Formotion

Neben dem Gesamtsieg vergab die Jury vier Kategorienpreise. In der Kategorie "Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeitende" überzeugte die Roto Frank Austria GmbH aus Kalsdorf bei Graz. Der Werkzeugbau präsentiere sich als Vordenker im Bereich Nachhaltigkeit: Mit einem systematischen ReUse-Konzept für Werkzeugkomponenten und einem digitalen Werkzeugbuch erreiche man eine neue Transparenz entlang des gesamten Werkzeug-Lebenszyklus.

In der Kategorie "Externer Werkzeugbau ab 50 Mitarbeitende" setzte sich die Rico Elastomere Projecting GmbH aus Thalheim bei Wels durch. Das Unternehmen, ein Anbieter im Elastomer- und Silikon-Spritzguss, beeindruckte die Jury mit technologischer Tiefe und einem außergewöhnlich umfangreichen Technikum. Dort könnten Werkzeuge unter realen Serienbedingungen getestet und reifgemacht werden. Auch die eigene Ausbildungswerkstatt mit rund 30 Auszubildenden sei ein Vorzeigeprojekt der Fachkräftesicherung im Werkzeugbau.

Der Preis in der Kategorie "Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeitende" ging an die Formotion GmbH aus Wilnsdorf. Das siebenköpfige Team, spezialisiert auf Aluminiumwerkzeuge, zeige eindrucksvoll, wie Digitalisierung im Kleinstbetrieb funktionieren könne. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury vom intelligenten C-Teile-Management mit automatisierter Nachbestellung, vom automatisierten Kühlschmierstoff-Management und der vollständig digitalen Auftragsplanung und -steuerung.

Ein Wettbewerb als Spiegel der Branche

Seit 22 Jahren vergleichen die Aachener Forschenden gemeinsam mit einer externen Jury die Werkzeugbaubetriebe im deutschsprachigen Raum. Basis sind ein umfangreicher Fragebogen und Vor-Ort-Audits im Sommer. Der Wettbewerb gilt deshalb als einer der wenigen belastbaren Benchmarks der Branche – und als Gradmesser für technologische und organisatorische Trends.

Der Abend zeigte zwei Dinge deutlich: Erstens, der Werkzeugbau steht unter Druck. Zweitens, er hat Antworten. 

Die Preisverleihung fand am 12. November 2025 in Aachen statt. 

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