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05.10.2017 | Werkzeugmaschine | Nachricht | Onlineartikel

1.000 Tonnen Umformkraft im Griff

Autor:
Nadine Klein

Die neue Hochleistungsbeschichtung von Oerlikon Balzers schraubt die Standzeit bei der Serienfertigung von Teilen für Doppelkupplungsgetriebe schon nach ersten Einsätzen um den Faktor vier bis fünf nach oben – mit Potenzial für mehr.

Rund 25.000 spezielle Gehäuse für Doppelkupplungsgetriebe produziert der Zuliefert Ernst pro Monat. Die Teile werden dazu mit dem Ziehring eines Transferwerkzeugs in Form gebracht. Dabei gilt es stets einen reibungslosen Fertigungsprozess sicherzustellen, um die hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie zu erfüllen. Dies ist nur durch den Einsatz von Beschichtungen und Schmierstoffen prozesssicher möglich. Aufgrund der extrem hohen Werkzeugbelastungen käme es ansonsten zu abrasivem Verschleiß und Beschädigungen im Ziehring, was wiederum zu Riefen im Bauteil und somit zu Ausschuss führen würde.

Deshalb kam bei der Werkzeugentwicklung zunächst eine TiCN-Standardbeschichtung zum Einsatz. Um strikte Lieferzeiten für größere Mengen einzuhalten und die Standzeiten zu steigern sowie Rüstzeiten und Kosten zu reduzieren, sind allerdings Hochleistungsschichten notwendig. Die CrAlN-basierte Schicht Balinit Formera wurde speziell für hochfeste Stähle und anspruchsvolle Anwendungen in der Metallumformung entwickelt. Sie soll bei hoher Schichthaftung und Mikrohärte sehr guten abrasiven Verschleißschutz bieten und auch modernen, hochfesten Stählen widerstehen. Gegenüber CVD-Schichten zeichnet sie sich durch eine mikrometerdünne Dicke aus und ermöglicht so hohe Maßhaltigkeit.

Erste Erfahrungen bestätigten die Erwartungen: Balinit Formera übertraf die Standzeit im Vergleich mit der TiCN-Schicht um das Vier- bis Fünffache. "Potenzial für mehr ist klar vorhanden. Die Schicht ist ein aussichtsreicher Kandidat für ähnliche anspruchsvolle Anwendungen", glaubt Achim Boos, Leiter des Werkzeugbaus in Zusenhofen. Dazu könnte es bald Gelegenheit geben: Ernst will bis 2019 allein in den Standort Oberkirch mehr als 30 Millionen Euro investieren und vor allem die Produktion erweitern. Der Bau eines neuen Gebäudes soll Ende 2017 beginnen. Darin sollen auch Pressen mit 1.600 Tonnen Druckkraft arbeiten – für Leistungen am Limit.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Hochproduktive Werkzeugbeschichtungen

Quelle:
Intelligent produzieren

01.06.2012 | DÜNNE SCHICHTEN + PLASMANITRIEREN | Sonderheft 2/2012

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