Werte schaffen - die Verantwortung von Unternehmen
Einführung in die Unternehmensethik
- 2022
- Buch
- Verfasst von
- Prof. Dr. Hans-Michael Ferdinand
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Gibt es eine gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen? Dieses Buch verwirft dieMeinung der Mainstream-Ökonomie, die Verantwortung bezöge sich alleine auf Profitund Wachstum. Es bezieht vielmehr klar Position für einen umfassenden Begriff vonWert-Schöpfung, der Schaffung von Werten, die nicht nur die Ziele und Interessen derShareholder widerspiegeln, sondern auch die Ansprüche und Bedürfnisse der weiterenBezugsgruppen eines Unternehmens, wie der Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden undder Öffentlichkeit – und die Freiheits- und Lebenschancen zukünftiger Generationen.Schaffung von Werten und nachhaltige Entwicklung konvergieren, werden eins; damitkommt zusammen, was zusammen gehört. Die unternehmerische Ausrichtung auf einennachhaltigen Ertrag und die Einbindung der Stakeholder in einen strategischen Dialogwerden so zu zentralen Grundsätzen einer modernen Unternehmensethik. Das Buchzeigt, wie Unternehmungen die damit verbundenen Anforderungen in einem ethischenUnternehmensführungskonzept umsetzen können. Relevante Begriffe und Konzepte wie„Corporate Purpose“ und „Good Brands“ werden in diesem Zusammenhang diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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1. Einleitung
Hans-Michael FerdinandDer Fachbeitrag beleuchtet die zunehmende Forderung nach Transparenz und verantwortungsvollen Handeln in Unternehmen. Peter Eigen, Gründer von Transparency International, hat diese Themen in den Fokus gerückt und betont, dass Transparenz und Teilhabe essenzielle Elemente einer ethischen Unternehmensführung sind. Der Beitrag untersucht, wie Unternehmen durch die Einbeziehung aller Stakeholder und die Verfolgung eines ganzheitlichen Ertragsbegriffs langfristig erfolgreich sein können. Dabei wird die Notwendigkeit betont, über den reinen Gewinn hinaus auch menschliche und gesellschaftliche Werte zu integrieren. Der Autor diskutiert verschiedene Ansätze und Konzepte, wie die Gemeinwohlökonomie und den UN Global Compact, und zeigt auf, wie Unternehmen diese in ihre Strategie einbinden können. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung eines vitalen Stakeholderdialogs und die Rolle des Managements bei der Umsetzung einer nachhaltigen Ertragsstrategie. Der Beitrag schließt mit der Betonung der Notwendigkeit einer verbindlichen Strategie nachhaltiger Erträge und des Stakeholderdialogs, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDie unternehmensethische Debatte unserer Zeit dreht sich vielfach um die Frage, welche Verantwortung Unternehmungen in der Gesellschaft haben. Mainstreamökonomen erinnern immer noch gern an die Antwort Milton Friedmans, sie bestehe allein darin, Profit und Wachstum zu steigern. Angesichts von Klimawandel, Menschenrechtsverletzungen und anderen skandalträchtigen Ereignissen sind allerdings nicht wenige Menschen der Meinung, ökonomisches Wachstum geschehe nicht zum Wohl der Menschheit, auch wenn viele davon profitieren – und plädieren deshalb für eine ganzheitliche Verantwortung, die sich über den finanziellen Ertrag von Geschäften hinaus auf eine umfassende Wertschöpfung bezieht, nämlich die Schaffung gesellschaftlich relevanter Werte. Insofern diese Wertschöpfung Ansprüche, Bedürfnisse, Rechte von Menschen aufgreift, die von unternehmerischem Handeln betroffen sind, liegt in der Idee eines dann nachhaltig zu nennenden Ertrags der wahre Zweck ethisch legitimierten Wirtschaftens. -
2. Gesellschaftliche Werte und die Verantwortung von Unternehmen
Hans-Michael FerdinandGesellschaftliche Werte und die Verantwortung von Unternehmen sind zentrale Themen des Fachtextes. Es wird diskutiert, ob der Fokus auf ökonomisches Wachstum und die Erhaltung freier Märkte die Notwendigkeit anderer Aspekte zukünftiger Entwicklungen ausblendet. Der Text betont die Bedeutung eines menschengerechten Fortschritts, der ökonomisches Wachstum durch Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ersetzt. Die Rolle von Märkten und die ethischen Implikationen ihrer Regulierung werden kritisch hinterfragt. Der Autor argumentiert, dass Unternehmen ein Wertdenken aneignen müssen, um menschengerechten, sinnvollen Fortschritt zu ermöglichen. Dies erfordert eine Analyse der gesellschaftlichen Werte und die Integration dieser Werte in das Unternehmenshandeln. Der Text verweist auf philosophische und wirtschaftsethische Konzepte, um die Notwendigkeit einer ethischen Orientierung von Unternehmen zu begründen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Menschenwürde und die Notwendigkeit, Unternehmen als Akteure zu verstehen, die Verantwortung für das Gemeinwohl tragen. Der Text bietet eine tiefgehende Reflexion über die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der modernen Wirtschaft und zeigt auf, wie Unternehmen ihre Rolle in der Gesellschaft neu definieren müssen.KI-Generiert
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ZusammenfassungOffenbar ist das Verständnis gesellschaftlicher Ansprüche und Werte von der Perspektive abhängig, aus der sie in den Blick genommen werden. Ihre empirisch-spekulative Betrachtung aus der Sicht eines Markts, dem ein Mechanismus unterstellt wird, eine „unsichtbare Hand“, die allen Eigennutz zum Guten wendet, greift zu kurz. Es braucht eine normative Perspektive, den „unparteiischen Zuschauer“, der Verantwortung übernimmt, wenn unerwünschte Entwicklungen im Markt es verlangen, wenn sozusagen die „unsichtbare Hand“ danebengreift. Gewiss sind Märkte am besten geeignet, Wohlstand zu bewirken – aber sie tun es nicht automatisch und oft auch nicht gerecht; sie müssen deshalb gestaltet werden. Die Überlegungen zu den gesellschaftlichen Werten kulminieren in dem der Nachhaltigkeit: der Erhalt von Freiheits- und Lebenschancen heutiger Menschen und zukünftiger Generationen liegt in der Verantwortung von Menschen und der Politik – und ja, auch von Unternehmen. -
3. Die Idee nachhaltigen Ertrags
Hans-Michael FerdinandDas Kapitel widmet sich der Idee des nachhaltigen Ertrags und der Verantwortung von Unternehmen für die Zukunft des Planeten Erde. Die Brundtland-Kommission von 1987 hat die wesentliche Rolle der Industrie bei der nachhaltigen Entwicklung betont. Seitdem hat sich der Druck auf Unternehmen, nachhaltig zu wirtschaften, stetig erhöht. Die International Chamber of Commerce hat 1991 die Business Charter for Sustainable Development vorgestellt, um Unternehmen zu ermutigen, nachhaltige Praktiken zu übernehmen. Die Charta wurde von vielen Unternehmen unterzeichnet, obwohl die tatsächlichen Herausforderungen und die Tragweite der nachhaltigen Entwicklung oft unterschätzt wurden. John Elkington kritisiert, dass viele Unternehmen die Logik der nachhaltigen Entwicklung nicht vollständig verstanden haben. Er betont, dass nachhaltiges Wirtschaften mehr ist als die Verbesserung der Ökoeffizienz. Die Grenzen des Wachstums wurden im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts überschritten, was zu Problemen wie Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und sozialer Ungleichheit führte. Diese Probleme erfordern globale politische Lösungen und überschreiten die Fähigkeiten einzelner Unternehmen. Amartya Sen hat eine freiheitsbasierte Ökonomik vorgeschlagen, die auf der Idee der Freiheit und der Vernunft basiert. Er argumentiert, dass Unternehmensertrag umfassend gedacht werden muss und nicht nur auf finanziellen, sondern auch auf sozialen und ökologischen Kapitalien basieren sollte. Sen plädiert für eine Erweiterung des Freiheitsbegriffs und die Einbeziehung von sozialen und ökologischen Werten in die Unternehmensstrategie. Der Begriff des nachhaltigen Ertrags wird als praktische Idee für unternehmerisches Handeln vorgestellt, die auf der Erweiterung der Freiheits- und Lebenschancen basiert. Diese Idee könnte die Grundlage für eine nachhaltige Unternehmensstrategie bilden, die sowohl finanzielle Interessen als auch gesellschaftliche und ökologische Werte berücksichtigt.KI-Generiert
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ZusammenfassungEine Betriebswirtschaftstheorie, die allein mit quantitativen Zielen und naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet, kann dem Gegenstand freien Wirtschaftens und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung nicht gerecht werden. Unternehmerisches Wirtschaften bezieht sich nicht bloß auf die Wahl der besten Mittel für den vorgegebenen Gewinnzweck, sondern auch auf die Bestimmung der Ziele aus den Ansprüchen, Interessen und Bedürfnissen der Stakeholder. Die Bestimmung des Stakeholder-Value verlangt erstens andere, verhaltenswissenschaftliche Methoden, wie sie innerhalb der Betriebswirtschaftslehre das Marketing anwendet, weil es dabei auch um qualitative Werte geht. Diese Werte – gesellschaftlich relevante, ökologische und ja, auch ökonomische – werden zweitens von den Stakeholdern eingebracht; sie sind die Basis für Strategie und Zielsetzung des Unternehmens, die im Dialog mit den Stakeholdern festgelegt werden, weil nur in diesem Dialog deren Legitimität und Zumutbarkeit vernünftig entschieden werden kann. Unternehmen tragen die Verantwortung für deren Umsetzung – und schaffen damit Werte, die deshalb nachhaltiger Ertrag genannt werden können, weil sie durch die Stakeholder-Integration die Werte heutiger Menschen und zukünftiger Generationen in ihrem Wirtschaften berücksichtigen. -
4. Umsetzung nachhaltigen Ertragsstrebens
Hans-Michael FerdinandDas Kapitel 'Umsetzung nachhaltigen Ertragsstrebens' behandelt die globalen Herausforderungen und Möglichkeiten von Unternehmen, die nachhaltige Erträge anstreben. Diese Unternehmen übernehmen nicht nur gesellschaftliche Verantwortung, sondern tragen auch zur nachhaltigen Entwicklung der Erde bei. Die Aufgabe der nachhaltigen Ertragsstrebens erfordert ein mächtiges Werkzeug, das Unternehmen dazu befähigt, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Die aktuelle wirtschaftsethische Debatte dreht sich um das Spannungsfeld zwischen Moral und Ökonomie, wobei philosophische Grundlagenreflexionen und ökonomische Ansätze diskutiert werden. Amartya Sen schlägt vor, das Verhältnis von Nachhaltigkeit und Unternehmenszielen durch einen prozeduralen Ansatz zu klären, der Werteziele und Stakeholderdialoge integriert. Dieser Ansatz wird als 'nachhaltige Entwicklung' und 'rundum nachhaltiges Unternehmen' bezeichnet. Die Integration aller Stakeholder in einem institutionalisierten Dialog ist entscheidend für die Anpassung von Unternehmensstrategien an nachhaltige Ziele. Manager und Stakeholder müssen ethische Prinzipien in ihrer Praxis leben und nachhaltige Werte in die Unternehmensstrategie einbinden. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer ethikförderlichen Kultur und die Bedeutung von Transparenz in der Unternehmenskommunikation. Der Beitrag betont die Rolle von Managern als Vorbilder für ethisches Handeln und die Bedeutung von Stakeholder-Dialogen für die Entwicklung nachhaltiger Strategien. Die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Umsetzung nachhaltiger Ertragsstrebens werden detailliert analysiert, wobei sowohl theoretische als auch praktische Aspekte berücksichtigt werden.KI-Generiert
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ZusammenfassungNormative Konzepte müssen in der Praxis anwendbar sein, auch das des nachhaltigen Ertragsstrebens. Es braucht Menschen – Manager, Mitarbeitende und viele weitere –, die diese Konzepte teilen, von ihnen überzeugt, vielleicht sogar begeistert sind und die sie deshalb mit aller Kraft antreiben. Und es braucht Strategien für ihre Umsetzung, Leitlinien der Anwendung. Im Fall nachhaltigen Ertragsstrebens wird die Methode der Anwendung schon mitgeliefert: Die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung enthält den substanziellen Aspekt der Schaffung ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlich-sozialer Werte und den prozeduralen Aspekt der Stakeholderbeteiligung. Alle Nachhaltigkeitskonzeptionen von UN Global Compact bis zur Gemeinwohlökonomie betonen – mehr oder weniger ausdrücklich – diesen Doppelcharakter nachhaltigen Ertragsstrebens, der auch in Sachen Unternehmensstrategie, Markenführung und Marketing die Spreu ökonomistischer vom Weizen wirklich nachhaltiger Konstrukte trennt. -
5. Werte schaffen – die Verantwortung von Unternehmen
Hans-Michael FerdinandDas Kapitel beleuchtet die Verantwortung von Unternehmen im Hinblick auf die Schaffung von Werten und Nachhaltigkeit. Es wird argumentiert, dass Unternehmen nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Werte schaffen müssen, um ein gutes Leben für Menschen zu ermöglichen. Die ethische Verantwortung von Unternehmen wird in den Kontext der politischen und ökonomischen Entwicklung eingeordnet und anhand von Beispielen wie dem Klimawandel und der Coronapandemie veranschaulicht. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem wegweisenden Urteil die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung von Freiheits- und Lebenschancen über Generationen hinweg betont, was weitreichende Implikationen für die Unternehmensverantwortung hat. Der Text diskutiert auch die Notwendigkeit eines nachhaltigen Ertragsstrebens und die Bedeutung von Resilienz und Suffizienz für Unternehmen. Es wird deutlich, dass Unternehmen eine moralische Verantwortung haben, die über die reine Gewinnmaximierung hinausgeht und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigen muss.KI-Generiert
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ZusammenfassungÖkonomische Effizienz kann nicht die primäre Handlungsorientierung für Unternehmen sein. Die Coronakrise hat gezeigt, wo in Gesundheitsunternehmen Effizienz statt Resilienz, Robustheit in der Krise geherrscht hat und die Pflege an ihre Grenzen geführt wurde. Staaten – und auch Unternehmen – sind jedenfalls so zu führen, dass die Freiheits- und Lebenschancen heute lebender Menschen und zukünftiger Generationen erhalten und ausgeweitet werden; keineswegs können absichtliche Einschränkungen hingenommen werden, hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum Klimaschutz deutlich gemacht. Der Nachhaltigkeitsaspekt beider aktueller Ereignisse stellt Unternehmen vor die Frage, worin sie ihren Ertrag, ihren Erfolg sehen: eben nicht in Gewinn und ökonomischer Effizienz, sondern in ihrem Beitrag für die Befriedigung der Bedürfnisse ihrer Anspruchsgruppen und für die Schaffung gesellschaftlich-sozialer und ökologischer Werte. Dass dabei das unternehmerische Handeln nicht von einem Tag auf den anderen auf Nachhaltigkeit umgestellt werden kann, liegt auf der Hand. Die Geschwindigkeit des Klimawandels macht indes deutlich: Für den Wandel des neoliberalen Ungeistes des Kapitalismus in einen Geist nachhaltiger Entwicklung bleibt nicht viel Zeit. -
Backmatter
- Titel
- Werte schaffen - die Verantwortung von Unternehmen
- Verfasst von
-
Prof. Dr. Hans-Michael Ferdinand
- Copyright-Jahr
- 2022
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-64135-4
- Print ISBN
- 978-3-662-64134-7
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-64135-4
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