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Werte schaffen - die Verantwortung von Unternehmen

Einführung in die Unternehmensethik

  • 2022
  • Buch

Über dieses Buch

Gibt es eine gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen? Dieses Buch verwirft dieMeinung der Mainstream-Ökonomie, die Verantwortung bezöge sich alleine auf Profitund Wachstum. Es bezieht vielmehr klar Position für einen umfassenden Begriff vonWert-Schöpfung, der Schaffung von Werten, die nicht nur die Ziele und Interessen derShareholder widerspiegeln, sondern auch die Ansprüche und Bedürfnisse der weiterenBezugsgruppen eines Unternehmens, wie der Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden undder Öffentlichkeit – und die Freiheits- und Lebenschancen zukünftiger Generationen.Schaffung von Werten und nachhaltige Entwicklung konvergieren, werden eins; damitkommt zusammen, was zusammen gehört. Die unternehmerische Ausrichtung auf einennachhaltigen Ertrag und die Einbindung der Stakeholder in einen strategischen Dialogwerden so zu zentralen Grundsätzen einer modernen Unternehmensethik. Das Buchzeigt, wie Unternehmungen die damit verbundenen Anforderungen in einem ethischenUnternehmensführungskonzept umsetzen können. Relevante Begriffe und Konzepte wie„Corporate Purpose“ und „Good Brands“ werden in diesem Zusammenhang diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Einleitung

    Hans-Michael Ferdinand
    Der Fachbeitrag beleuchtet die zunehmende Forderung nach Transparenz und verantwortungsvollen Handeln in Unternehmen. Peter Eigen, Gründer von Transparency International, hat diese Themen in den Fokus gerückt und betont, dass Transparenz und Teilhabe essenzielle Elemente einer ethischen Unternehmensführung sind. Der Beitrag untersucht, wie Unternehmen durch die Einbeziehung aller Stakeholder und die Verfolgung eines ganzheitlichen Ertragsbegriffs langfristig erfolgreich sein können. Dabei wird die Notwendigkeit betont, über den reinen Gewinn hinaus auch menschliche und gesellschaftliche Werte zu integrieren. Der Autor diskutiert verschiedene Ansätze und Konzepte, wie die Gemeinwohlökonomie und den UN Global Compact, und zeigt auf, wie Unternehmen diese in ihre Strategie einbinden können. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung eines vitalen Stakeholderdialogs und die Rolle des Managements bei der Umsetzung einer nachhaltigen Ertragsstrategie. Der Beitrag schließt mit der Betonung der Notwendigkeit einer verbindlichen Strategie nachhaltiger Erträge und des Stakeholderdialogs, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
  3. 2. Gesellschaftliche Werte und die Verantwortung von Unternehmen

    Hans-Michael Ferdinand
    Gesellschaftliche Werte und die Verantwortung von Unternehmen sind zentrale Themen des Fachtextes. Es wird diskutiert, ob der Fokus auf ökonomisches Wachstum und die Erhaltung freier Märkte die Notwendigkeit anderer Aspekte zukünftiger Entwicklungen ausblendet. Der Text betont die Bedeutung eines menschengerechten Fortschritts, der ökonomisches Wachstum durch Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ersetzt. Die Rolle von Märkten und die ethischen Implikationen ihrer Regulierung werden kritisch hinterfragt. Der Autor argumentiert, dass Unternehmen ein Wertdenken aneignen müssen, um menschengerechten, sinnvollen Fortschritt zu ermöglichen. Dies erfordert eine Analyse der gesellschaftlichen Werte und die Integration dieser Werte in das Unternehmenshandeln. Der Text verweist auf philosophische und wirtschaftsethische Konzepte, um die Notwendigkeit einer ethischen Orientierung von Unternehmen zu begründen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Menschenwürde und die Notwendigkeit, Unternehmen als Akteure zu verstehen, die Verantwortung für das Gemeinwohl tragen. Der Text bietet eine tiefgehende Reflexion über die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der modernen Wirtschaft und zeigt auf, wie Unternehmen ihre Rolle in der Gesellschaft neu definieren müssen.
  4. 3. Die Idee nachhaltigen Ertrags

    Hans-Michael Ferdinand
    Das Kapitel widmet sich der Idee des nachhaltigen Ertrags und der Verantwortung von Unternehmen für die Zukunft des Planeten Erde. Die Brundtland-Kommission von 1987 hat die wesentliche Rolle der Industrie bei der nachhaltigen Entwicklung betont. Seitdem hat sich der Druck auf Unternehmen, nachhaltig zu wirtschaften, stetig erhöht. Die International Chamber of Commerce hat 1991 die Business Charter for Sustainable Development vorgestellt, um Unternehmen zu ermutigen, nachhaltige Praktiken zu übernehmen. Die Charta wurde von vielen Unternehmen unterzeichnet, obwohl die tatsächlichen Herausforderungen und die Tragweite der nachhaltigen Entwicklung oft unterschätzt wurden. John Elkington kritisiert, dass viele Unternehmen die Logik der nachhaltigen Entwicklung nicht vollständig verstanden haben. Er betont, dass nachhaltiges Wirtschaften mehr ist als die Verbesserung der Ökoeffizienz. Die Grenzen des Wachstums wurden im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts überschritten, was zu Problemen wie Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und sozialer Ungleichheit führte. Diese Probleme erfordern globale politische Lösungen und überschreiten die Fähigkeiten einzelner Unternehmen. Amartya Sen hat eine freiheitsbasierte Ökonomik vorgeschlagen, die auf der Idee der Freiheit und der Vernunft basiert. Er argumentiert, dass Unternehmensertrag umfassend gedacht werden muss und nicht nur auf finanziellen, sondern auch auf sozialen und ökologischen Kapitalien basieren sollte. Sen plädiert für eine Erweiterung des Freiheitsbegriffs und die Einbeziehung von sozialen und ökologischen Werten in die Unternehmensstrategie. Der Begriff des nachhaltigen Ertrags wird als praktische Idee für unternehmerisches Handeln vorgestellt, die auf der Erweiterung der Freiheits- und Lebenschancen basiert. Diese Idee könnte die Grundlage für eine nachhaltige Unternehmensstrategie bilden, die sowohl finanzielle Interessen als auch gesellschaftliche und ökologische Werte berücksichtigt.
  5. 4. Umsetzung nachhaltigen Ertragsstrebens

    Hans-Michael Ferdinand
    Das Kapitel 'Umsetzung nachhaltigen Ertragsstrebens' behandelt die globalen Herausforderungen und Möglichkeiten von Unternehmen, die nachhaltige Erträge anstreben. Diese Unternehmen übernehmen nicht nur gesellschaftliche Verantwortung, sondern tragen auch zur nachhaltigen Entwicklung der Erde bei. Die Aufgabe der nachhaltigen Ertragsstrebens erfordert ein mächtiges Werkzeug, das Unternehmen dazu befähigt, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Die aktuelle wirtschaftsethische Debatte dreht sich um das Spannungsfeld zwischen Moral und Ökonomie, wobei philosophische Grundlagenreflexionen und ökonomische Ansätze diskutiert werden. Amartya Sen schlägt vor, das Verhältnis von Nachhaltigkeit und Unternehmenszielen durch einen prozeduralen Ansatz zu klären, der Werteziele und Stakeholderdialoge integriert. Dieser Ansatz wird als 'nachhaltige Entwicklung' und 'rundum nachhaltiges Unternehmen' bezeichnet. Die Integration aller Stakeholder in einem institutionalisierten Dialog ist entscheidend für die Anpassung von Unternehmensstrategien an nachhaltige Ziele. Manager und Stakeholder müssen ethische Prinzipien in ihrer Praxis leben und nachhaltige Werte in die Unternehmensstrategie einbinden. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer ethikförderlichen Kultur und die Bedeutung von Transparenz in der Unternehmenskommunikation. Der Beitrag betont die Rolle von Managern als Vorbilder für ethisches Handeln und die Bedeutung von Stakeholder-Dialogen für die Entwicklung nachhaltiger Strategien. Die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Umsetzung nachhaltiger Ertragsstrebens werden detailliert analysiert, wobei sowohl theoretische als auch praktische Aspekte berücksichtigt werden.
  6. 5. Werte schaffen – die Verantwortung von Unternehmen

    Hans-Michael Ferdinand
    Das Kapitel beleuchtet die Verantwortung von Unternehmen im Hinblick auf die Schaffung von Werten und Nachhaltigkeit. Es wird argumentiert, dass Unternehmen nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Werte schaffen müssen, um ein gutes Leben für Menschen zu ermöglichen. Die ethische Verantwortung von Unternehmen wird in den Kontext der politischen und ökonomischen Entwicklung eingeordnet und anhand von Beispielen wie dem Klimawandel und der Coronapandemie veranschaulicht. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem wegweisenden Urteil die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung von Freiheits- und Lebenschancen über Generationen hinweg betont, was weitreichende Implikationen für die Unternehmensverantwortung hat. Der Text diskutiert auch die Notwendigkeit eines nachhaltigen Ertragsstrebens und die Bedeutung von Resilienz und Suffizienz für Unternehmen. Es wird deutlich, dass Unternehmen eine moralische Verantwortung haben, die über die reine Gewinnmaximierung hinausgeht und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen berücksichtigen muss.
  7. Backmatter

Titel
Werte schaffen - die Verantwortung von Unternehmen
Verfasst von
Prof. Dr. Hans-Michael Ferdinand
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-64135-4
Print ISBN
978-3-662-64134-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-64135-4

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