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Über dieses Buch

​Werte sind nicht nur in der Öffentlichkeit ein vieldiskutiertes Thema. Diverse wissenschaftliche Fachdisziplinen setzen sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Werten sowie mit dem Konzept der Wertebildung auseinander. Vor diesem Hintergrund vereint der Sammelband theoretische und methodische Ansätze aus Philosophie, Erziehungswissenschaft, Politologie, Theologie, Kommunikationswissenschaft, Literaturwissenschaft und Soziologie. Ziel ist die Darstellung inter- und transdisziplinärer Verbindungslinien und Differenzen innerhalb der Forschung zu Werten und Wertebildung. Die Beiträge in diesem Band bieten einen aktuellen Überblick über verschiedene Theorietraditionen, diskutieren aber auch relevante empirische Befunde zu Werten und Wertebildung. Allen Ansätzen gemeinsam ist die Frage danach, was unter Werten verstanden werden kann und wie und unter welchen Umständen sie sich herausbilden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Werte und Wertebildung – einleitende Bemerkungen und empirischer Kontext

Werte und Wertebildung sind Begriffe, die von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen unterschiedlich geprägt wurden. Ziel des Sammelbandes ist es, diese teils gemeinsam geteilten theoretischen und methodischen Ansätze miteinander zu verbinden. Um die Beiträge zu rahmen wird in der Einleitung ein empirischer Überblick über Werte und Werthaltungen in Europa und ihren Veränderungen gegeben. Dabei zeigt sich, dass Frieden, Menschenrechte und Respekt die wichtigsten europäischen Werte sind, dass sich aber die Werthaltungen der EuropäerInnen in den letzten 15 Jahren verändert haben. Wichtige sozialstrukturelle Differenzen existieren diesbezüglich nach Alter, Geschlecht und Bildung. Auch einzelne Länder unterscheiden sich in der durchschnittlichen Verbreitung zentraler Werte. Differenzen bestehen zwischen Ost- und Westeuropa und eher katholisch sowie eher säkular geprägten Gesellschaften. Insgesamt wird deutlich, dass für die Beurteilung und Interpretation individueller Werthaltungen auch andere gesellschaftliche Bereiche wie aktuelle politische und wirtschaftliche Situation und damit die Situation unterschiedlicher sozialer Gruppen miteinbezogen werden müssen. Die Einleitung endet mit einem Überblick über die im Sammelband enthaltenen Einzelbeiträge.
Roland Verwiebe

Konzeptuelle und theoretische Beiträge

Frontmatter

Werte aus philosophischer Perspektive

Der Wertbegriff besitzt in der theoretischen und der praktischen Philosophie eine zentrale Rolle. Ethische, epistemologische und ästhetische Werte liegen vielen einflussreichen philosophischen Theorien zugrunde oder sollen durch sie als erstrebenswert erwiesen werden. In dem vorliegenden Beitrag werden maßgebliche Theorien und Ideen skizziert, die das Profil der philosophischen Behandlung von Werten konstituieren. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl ein historisch-systematischer Überblick über geistesgeschichtliche Wegmarken als auch problemorientierte Rekonstruktionen spezifischer aktueller Diskurse z. B. über Werterkenntnis und Wertbegründung oder Reflexionen über die Implikationen von zeitgenössischen Ansätzen des Naturalismus. Insbesondere herausgestellt wird die Bedeutung von aktuellen handlungstheoretischen Konzepten für eine praktische und anthropologisch fundierte Theorie der Wertsetzung und Wertanerkennung angesichts der Herausforderung der multikulturellen und pluralistischen Gesellschaften in Gegenwart und Zukunft.
Christoph Bambauer

Werte und Wertebildung aus soziologischer Sicht

Der Beitrag skizziert allgemein-theoretische Betrachtungen und analytische Differenzierungen, die in der Soziologie mit dem Wertbegriff verbunden sind und zu empirischen Arbeiten anregen. Der erste Abschnitt präsentiert Kern-Elemente einer „Objekt“- versus „Konzept“-fokussierten Definition des Wertbegriffs. Der zweite Abschnitt führt eine Reihe weiterer analytischer Unterscheidungen ein: a) die sachliche, zeitliche und soziale Generalisierung von Werten; b) ihre Stellung innerhalb unterschiedlich auslegbarer Ziel-Mittel-Handlungsketten; c) die Abgrenzung des Wertbegriffs von Konzepten, mit denen er oft in Verbindung gebracht wird: Bedürfnisse, Einstellungen und Normen. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit einigen Fragen und Annahmen zur „Entwicklung“ von Werten aus makro- und mikro-theoretischer Sicht. Der vierte Abschnitt stellt die beiden in der internationalen Diskussion dominanten (von Inglehart und Schwartz entwickelten) Ansätze vor, mit denen theoretische Wertkonzepte in empirische Forschungsstrategien umgesetzt worden sind, um gesellschaftlich und historisch variierende Muster dominanter Wertorientierungen identifizieren zu können. Der abschließende Abschnitt hebt einige der zentralen Einsichten und Fragestellungen hervor, die für die analytische Betrachtung von pädagogisch gestaltbaren Wertbildungsprozessen besonders relevant sein dürften.
Helmut Thome

Wertebildung in der Schule

Wertebildung als Prozess der Werteaneignung und der pädagogisch initiierten Auseinandersetzung mit Werten ist ein fester Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrages. Durch Wertewandel sowie zunehmenden Wertepluralismus gewinnt schulische Wertebildung für den Zusammenhalt in einer Einwanderungsgesellschaft stark an Bedeutung. Doch Werte lassen sich nicht so einfach wie Schulwissen vermitteln. Wertebildung erfordert vielmehr, die Institution Schule als „wertvollen“ Erfahrung- und sozialen Lern-Raum zu gestalten. Zur Umsetzung des „Wertebildungsauftrages“ steht Schulen ein breites Spektrum von Möglichkeiten zur Verfügung, z. B. indirekte (durch die Schulkultur) oder direkte (durch gezielte Methoden wie den Klassenrat oder die Dilemma-Methode). Bewährte Praxiskonzepte und zahlreiche Schulbeispiele verdeutlichen, wie schulische Wertebildung gelingen kann und welch große Bedeutung dabei vor allem dem Vorbild-Lernen, einer wertschätzenden Schulkultur, der Wertekompetenz der Lehrerschaft oder der Schülerpartizipation zukommt.
Wilfried Schubarth

Der Mensch, er selbst und sein Selbst im Universum der Medien. Zur Mediologie der Musterbildung von Werten am Beispiel des Selfies

Das Selbst eines Menschen ist das Konzentrat seiner Identitätsvorstellungen. Es ist ein Wert, auf den man sich selbst beruft und auf den andere sich verlassen. In Gesellschaften versuchen Individuen, sich ihrer selbst zu vergewissern, weil sich aber die Kommunikationsmuster im Kontext der Mediengesellschaft verändern, verändern sich auch die Muster der Vergewisserung. Das Selfie gilt dabei als ein Phänotypus der Vergewisserung: durch die Spiegelung über ein technisches Medium, dessen Ästhetik man im Rahmen eines standardisierten Designs bedingt zu eigenen Gunsten der Kennzeichnung und Auszeichnung seiner selbst zu nützen versucht. Das Selfie spiegelt das Selbst als einen Wert des persönlichen und sozialen Lebens, es ist das mediale frame, in dem sich das Wahrheitsmoment eines Selbst phantasieren lässt. Wenn ich mich im Spiegel betrachte, dann sehe ich nicht mich (als das wahre Objekt), sondern ich sehe (zunächst nur), wie ich mich im Spiegel betrachte. Damit rückt das Wie (die Kultur der Betrachtung) ins Zentrum, nicht das Was (das Objekt der Betrachtung).
Thomas Alfred Bauer

Systematische Grundlagen der literaturwissenschaftlichen Wertanalyse – mit einer Beispielanalyse zu Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“

Im Zentrum dieses Beitrags zur literaturwissenschaftlichen Wertungsforschung stehen theoretische und methodologische Fragen der wertbezogenen Textanalyse. Zwar besteht in der Literaturwissenschaft weitgehend Einigkeit über die zentrale Bedeutung, die textuellen Wertphänomenen beim Verstehen und Interpretieren literarischer Texte zukommt. Es mangelt ihr jedoch an Beiträgen zur theoriegeleiteten systematischen Erforschung dieser Textphänomene, während außertextuelle Wertphänomene des Sozialsystems ‚Literatur‘ als vergleichsweise gut erforscht gelten können. Im Rekurs auf die einschlägigen Ergebnisse jenes Zweigs der literaturwissenschaftlichen Wertungsforschung, der maßgeblich von den Arbeiten Renate von Heydebrands, Simone Winkos und Friederike Worthmanns geprägt ist, erarbeitet der Beitrag zunächst die theoretischen und methodologischen Grundlagen der wertbezogenen Textanalyse, um die so gewonnenen heuristischen Fragen zur systematischen Analyse textueller Wertphänomene dann an einem Textbeispiel aus Friedrich Schillers Verbrecher aus verlorener Ehre auf ihr texterschließendes Potenzial hin zu erproben.
Katharina Prinz

Auf Spurensuche: Religion im Kontext von Wertebildung

Ausgehend von den aktuellen Debatten rund um die Zugehörigkeit „des“ Islam zu Europa geht der Beitrag der Frage nach der Bedeutung und Rolle von Religion im Kontext von Wertebildungsprozessen nach. Dies geschieht aus sozialwissenschaftlicher sowie praktisch-theologischer Sicht. Zunächst wird der aktuelle Forschungsstand zum Verhältnis Religion, Werten und Wertebildung dargestellt. Da sozioreligiöse Transformationsprozesse massiven Einfluss auf dieses Verhältnis haben, folgt sodann ein religionssoziologischer Überblick über die wichtigsten „Treiber“ sozioreligiöser Dynamiken im religiösen Feld Europas, v. a. Säkularisierung und Migration und die damit verbundene Herausforderung einer „doppelten Pluralisierung“ (Peter L. Berger). Das Verständnis dieser Dynamiken bildet die hermeneutische Basis der Interpretation des empirischen Teils des Beitrags. Dieser beantwortet die leitende Frage ethnografisch aus der Sicht der Befragten der dem Band zugrunde liegenden qualitativen Studie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sichtweise von Personen, die sich selbst als säkular verstehen. Im Vergleich mit religiösen Personen werden dabei zahlreiche gesellschaftlich relevante Spannungen und Konfliktlinien sichtbar. Der Beitrag betont die Bedeutung religiöser Bildung als eine zentrale Konsequenz.
Regina Polak, Judith Klaiber

Empirische Beiträge

Frontmatter

Wertebildung im Arbeitsleben – generationsspezifische Differenzen und Gemeinsamkeiten

Werthaltungen werden maßgeblich durch kollektive und individuelle Prozesse geprägt, die auch im Arbeitsleben eingebettet sind. Verschiedene politische, demografische und technologische Entwicklungen haben seit der Nachkriegszeit zu einem umfassenden strukturellen Wandel am Arbeitsmarkt geführt. Inwiefern diese Erfahrungen verschiedene Generationen am österreichischen Arbeitsmarkt geprägt und die Herausbildung ihrer Werte beeinflusst haben, wird im folgenden Beitrag nachgegangen. Anhand quantitativer Analysen des SSÖ (n = 2005) und des ÖWBS (n = 1519) und retrospektiver Fokusgruppendiskussionen (n = 35) aus dem Jahr 2016 zeigen wir, dass Arbeit nicht – wie oft vermutet – an Bedeutung verliert, sondern für Wertebildungsprozesse höchst relevant ist. Diese Relevanz drückt sich gerade in den komplexen Verschiebungen der Zuschreibungsprozesse aus, die Arbeit Bedeutung und Werthaftigkeit verleihen. Dabei konnten vier spezifisch arbeitsrelevante Muster von Wertverständnissen herausgearbeitet und im generationalen Kontinuum verortet werden: Mission, Arbeitsteilung, Zusammenhalt und Selbstverwirklichung. Das Arbeitsleben bietet für jede Generation spezifische Herausforderungen, die andere Strategien, Prioritäten und letztlich Werthaltungen fordern und fördern.
Lena Seewann, Christina Liebhart

Wie Werte erlernt werden: Zur Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Internalisierung von Werten

Der Beitrag geht der Frage nach, wie zivilgesellschaftliche Organisationen ihre zentralen Werte institutionalisieren und durch welche Mechanismen Mitglieder Werte verinnerlichen. Basis der Ausführungen sind Problemzentrierte Interviews und Fokusgruppendiskussionen eines Mixed-Methods-Projektes, die mittels Dokumentarischer Methode (Formulierende Interpretation) ausgewertet wurden. Die Analysen zeigen, dass Organisationen ihre Werte durch einen mehrstufigen Institutionalisierungsprozess verankern, der es Organisationen erlaubt, sich mit einem Profil in ihre Umwelt zu positionieren. Die Mitglieder der Organisationen internalisieren ihre Werte über zwei zentrale Mechanismen: Einüben und wiederholen und durch Vorbilder. Der Internalisierungsprozess ist dabei langfristig angelegt und erfordert eine andauernde Auseinandersetzung.
Margarita Wolf

Transmission von Werten in der politischen Sozialisation: Eine quantitative Fallstudie von Mutter-Kind-Paaren in Österreich

Die vorliegende Studie untersucht die Weitergabe bzw. Transmission grundlegender Werthaltungen und spezifischer politischer Einstellungen im Rahmen der familialen Sozialisation. Untersucht werden das Ausmaß der Ähnlichkeit zwischen Eltern und ihren Kindern sowie mögliche Unterschiede in der Wertetransmission zwischen jungen Frauen und jungen Männern. Konkret analysieren wir Werteprioritäten bezüglich Autoritarismus und Sozialer Dominanzorientierung sowie Einstellungen zu Geschlechterrollen und gegenüber Zuwanderung. Die empirische Datengrundlage bilden standardisierte Befragungen von n = 150 Mutter-Kind-Dyaden in Wien. Die Ergebnisse zeigen, dass Wertetransmissionen sehr unterschiedlich ausfallen. Auffallend geringer ist generell die Mutter-Kind-Kongruenz bei rechts-autoritären Einstellungen, Fragen der Tradition und Normeinhaltung (Konformität), aber auch Geschlechtsrollenbildern. Das heißt, vor allem Dimensionen, die von sozialem Wandel betroffenen sind, weisen eine geringere „Vererbung“ zwischen den Generationen auf. Stärkere Kongruenz findet sich hingen bei Sozialer Dominanzorientierung (anti-egalitäre Haltungen) und Zuwanderungseinstellungen. Junge Frauen weisen eine stärkere Kongruenz mit ihren Müttern bei Geschlechterrollenbildern auf, junge Männer in der Priorisierung von Konformität und autoritären Einstellungen. Die Studie bietet somit neue Hinweise auf die Entstehung politischer Werthaltungen und das Ausmaß des intergenerationalen Wertewandels in Österreich.
Julian Aichholzer, Josef Glavanovits, Sylvia Kritzinger, Eva Zeglovits

Werte und Wertebildung in der Einwanderungsgesellschaft

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Zuwanderung nach Österreich untersucht der vorliegende Beitrag, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Werthaltungen von Einheimischen und MigrantInnen der ersten und zweiten Generation bestehen. Konkret werden auf Basis des Wertekonzeptes von Shalom S. Schwartz und Daten des European Social Surveys Wertunterschiede hinsichtlich unterschiedlicher Herkunftsländern und sozialstrukturellen Merkmalen wie Geschlecht oder Wohnort analysiert. Im Zentrum standen dabei auch die Werte Tradition und Selbstbestimmung. Die Ergebnisse zeigen nur geringe Gruppenunterschiede zwischen Einheimischen und MigrantInnen der ersten und zweiten Generation, wobei sich die größten Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland finden lassen. Grundsätzlich streben Einheimische und MigrantInnen gleichermaßen nach Zusammenhalt, Sicherheit und globaler Entwicklung. In einem weiteren Schritt wird der Frage nach Besonderheiten, die sich für Wertebildungsprozesse von MigrantInnen zeigen, nachgegangen. Hierfür wurden zehn Fokusgruppendiskussionen eines Mixed-Methods-Projektes („Wertebildung: Inhalte – Orte – Prozesse“) ausgewertet. Hier zeigen die Analysen, dass die Bildung von Werten für Einheimische und MigrantInnen an verschiedene Erfahrungen und Lebensphasen geknüpft ist. Trotz Gemeinsamkeiten stellen vor allem Migrations-, Flucht und – Diskriminierungserfahrungen für MigrantInnen besonders wertprägende Situationen dar.
Roland Verwiebe, Lena Seewann, Margarita Wolf

„Macht. Führung. Sinn?“ – Leadership als Wertebildungsort

Ein neues Feld von pastoraltheologischer Forschung rückt mit dem Artikel zu „Macht. Führung. Sinn“ in den Vordergrund: Die zeitgenossenschaftliche Kontextualisierung von Führungsforschung in der Verbindung von Werte-Bildung und Führungskräften dient im Angesicht einer neuen Konkretion von Arbeit als „kreativ-konfrontativer Spielraum zwischen Existenz und Evangelium“ (R. Bucher). Anhand wissenschaftstheoretischer Überlegungen werden die erzählten Erfahrungen und damit das biografische Element von Führungsforschung in das Gesamt von Theologie eingebettet. Dem aktuellen forschungstheoretischen Stand zu multiperspektivischen und diversen Arbeiten aus Management- und Führungsforschungsliteratur wird der religiös-konfessionell gewendete Ansatz einer „Orientierungshilfe zum gelungenen Leben“ (N. Schuster) anheimgestellt, der Fragen einer guten Führung moralisch-ethisch rückkoppelt und damit säkularen Führungsverständnissen einen relationalen und biografisch-reflektierten Mehrwert liefern kann. Die Manifestation von Narrationen mit Blick auf die Entwicklung des eigenen Führungsstils auf die Frage „Macht. Führung. Sinn?“ geschieht mithilfe der rekonstruktiven Sozialforschung. Das empirische Datenmaterial eines Samples von Führungskräften aus dem Top Management Österreichs, wird dabei insbesondere auf das Verhältnis von Macht und Werten, sowie Deutungsmechanismen und Ambiguitätstoleranzen in den Erzählungen von Führungskräften ausgewertet. Dabei kommt vor allem die hoch komplexe und konfliktive Ambivalenz von Macht in Führungspositionen, sowie der biografische „Sitz im Leben“ von machtvollen Erzählungen zum Vorschein. Diese beiden Elemente werden als relevante Hinweise auf die wichtige personale Dimension in Wertebildungsprozessen verstanden und dienen dabei als wertvolle Ergänzung der Führungsforschung.
Judith Klaiber

Werte, Wertebildung und ihre interdisziplinäre Deutung

Werte und Wertebildung sind in verschiedenen Disziplinen Gegenstand aktueller Diskussionen. Der abschließende Beitrag des Sammelbands zielt darauf ab, die genuinen „Werte-Perspektiven“ der Philosophie, Soziologie, praktischen Theologie, Kommunikationswissenschaften, Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften und Erziehungswissenschaften noch einmal zusammenzufassen und Querverbindungen zwischen unterschiedlichen Disziplinen zu benennen. Im ersten Abschnitt des Beitrags wird dies mit Blick auf theoretische Schlüsselargumente geleistet. Der zweite Abschnitt verknüpft die empirischen Befunde zu Werten und Wertebildung, die in den einzelnen Beiträgen des Sammelbands herausgearbeitet wurden. Im Ergebnis liefert diese systematisierende Analyse der Kernpositionen verschiedener Disziplinen mehr Gemeinsamkeiten, als dies bisher in der Literatur häufig postuliert wird. Der Beitrag verdeutlicht somit die PotenzialePotentiale einer Nutzbarmachung unterschiedlicher Wissensvorräte zur Erforschung von Werten und Wertebildung.
Roland Verwiebe, Margarita Wolf, Lena Seewann
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