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2020 | Buch

Wertorientierte Banksteuerung I

Renditemanagement

verfasst von: Prof. Dr. Andreas Horsch, Prof. Dr. Daniel Kaltofen

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe : Edition Frankfurt School

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Über dieses Buch

Dieses Buch stellt die wesentlichen wertorientierten Ansätze der operativen und strategischen Banksteuerung vor und erläutert ihre praktische Umsetzung. Hierdurch bietet es in Verbindung mit dem Band II ("Risikomanagement") eine kompakte Behandlung der wertorientierten Banksteuerung. In bewährter Konzeption geht dieses auf das Renditemanagement konzentrierte Buch daher von Grundprinzipien der wertorientierten Unternehmensführung aus. Auf dieser Basis werden zunächst Ergebnisrechnungen der operativen wertorientierten Banksteuerung eingehend behandelt. Anknüpfend an Wertanalysen auf Teil- und Gesamtbankebene wird anschließend das Management von Wertpotenzialen als Kern der strategischen wertorientierten Banksteuerung thematisiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Das Konzept der Wertorientierung in der Kreditwirtschaft
Zusammenfassung
Wertschaffung als Grundorientierung der Unternehmensführung wird aus Eigentümersicht an risikoadäquaten Eigenkapitalrenditen festgemacht, die über deren Renditeforderungen liegen. Parallel zu diesem Shareholder Value bezieht eine wertorientierte Banksteuerung sämtliche Interessengruppen (Stakeholder) und auch das für Rendite-/Wertschaffung eingegangene Risiko ein. Zur Wertorientierung der Bank tragen Handlungen im Rahmen von Planung, Steuerung und Kontrolle auf strategischer Ebene („Machen wir das Richtige?“) wie auf operativer Ebene („Machen wir es richtig?“) bei. Geprägt ist die Banksteuerung hierbei von -spezifika, die sich u.a. anhand der (von Finanzaktiva/-passiva dominierten) Bankbilanz sowie der (von Zinsaufwendungen/-erträgen dominierten) GuV des externen Rechnungswesens verdeutlichen lassen, und im internen Rechnungswesen (durch Abstraktheit/Nichtlagerbarkeit sowie Fertigungs-/Absatzverbünde von Bankleistungen) das Auftreten von Gemein- und Fixkosten begünstigen.
Andreas Horsch, Daniel Kaltofen
2. Zinsergebnisrechnungen als Kernelement von Wertanalysen
Zusammenfassung
Die Besonderheiten der Bankdienstleistung ziehen Besonderheiten der wertorientierten Banksteuerung nach sich. In der Folge steht das wertorientierte Management zinstragender Geldgeschäfte im Mittelpunkt der Banksteuerung. Eingangs werden (theorie- wie praxisbasierte) Anforderungen an entsprechende Kalkulations- und Steuerungssysteme formuliert. Vor dem Hintergrund dieser Qualitätskriterien werden danach zunächst die traditionellen Verfahren der Zinsergebnisrechnung dargestellt und kritisch bewertet (2.2). Ausgehend insbesondere von ihrem fehlenden Marktbezug wird sodann das Grundmodell der Marktzinsmethode (MZM) ausführlich gewürdigt (2.3.2). Dem schließt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Barwertkonzept als der nächsten Entwicklungsstufe der MZM an (2.3.3), das auf abgezinsten Zahlungsströmen (discounted cashflows) beruht und daher die Idee einer wertorientierten Steuerung am konsequentesten auf die Ebene der Einzeltransaktion überträgt.
Andreas Horsch, Daniel Kaltofen
3. Kalkulation weiterer Ergebniskomponenten
Zusammenfassung
Das Kapitel behandelt Ergebniskomponenten, die neben dem reinen Zinsergebnis für Banken relevant sind. Hierunter fällt zunächst das Provisionsergebnis, welches aufgrund verschiedener Treiber (z. B. Verbriefung) in der Gesamtsicht immer bedeutender für die Kreditwirtschaft wird. Das Barwertkonzept ist hierfür ähnlich vorzugswürdig, aber auch problembehaftet (Zuordnungsfrage) wie im Zinsbereich. Das Risikoergebnis umfasst insbesondere das mit dem Kreditgeschäft und mithin dem Zinsergebnis eng verbundene Kreditrisiko. Auch unter den Verfahren zur Quantifizierung von (in den Zins einzurechnenden) Risikoprämien empfehlen sich marktorientierte Ansätze. Die Ermittlung von Produktivitätsergebnissen (im Betriebsbereich) leidet gerade in Banken unter den Problemen von Gemeinkosten(schlüsselung) und Fixkosten(variabilisierung). Die sogenannte Prozessorientierte Standard-Einzelkosten-Rechnung (PSEK) bietet einen Ausweg aus dem bestehenden Dilemma. Abschließend sind auch die gewünschte Gewinnmarge des Instituts bzw. seine Eigenkapitalkosten bei der Ergebniskalkulation zu berücksichtigen. Hierfür kann in marktorientierter Vorgehensweise auf die Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber zurückgegriffen werden.
Andreas Horsch, Daniel Kaltofen
4. Aggregierte Wertanalysen als Grundlage des Renditemanagements
Zusammenfassung
Kap. 4 führt die Analyse wieder auf die Ebene der Gesamtbank zurück. Ausgerichtet an einem wertorientierten Renditeoberziel wird zunächst untersucht, inwieweit eine Wertanalyse auf Teil- oder Gesamtbankebene mit Hilfe von bankinternen Daten erfolgen kann. Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit hierfür benötigter Daten liegt eine Umbasierung auf Zahlenwerke nahe, deren Inhalte sowohl erhältlich als auch standardisiert und kompatibel sind. Daten aus Bankjahresabschlüssen können in (insbesondere) kennzahlenbasierte Wertanalysen überführt werden, die eine Bank mit anderen Instituten oder Branchendurchschnitten vergleichbar machen. Ausgehend hiervon lassen sich Rendite und Risiko in wertorientierter Betrachtung auch in einer Kennzahl verdichten. In den 1990er-Jahren wurden hierfür bankspezifische Versionen des Risk-Adjusted Performance Measurement (RAPM), die Relativzahlen aus Erfolgsgrößen einerseits und Kapitalgrößen andererseits bilden, entwickelt. Zu ihren wichtigsten Varianten zählen RAROC, RORAC und RARORAC.
Andreas Horsch, Daniel Kaltofen
5. Strategisches und operatives Management von Wertpotenzialen
Zusammenfassung
Gegenstand der Banksteuerung ist auch das Management der Wertpotenziale einer Bank, also der strategischen Geschäftsfelder (SGF), die definiert sind durch ein Kundensegment i.V.m. den hierfür angebotenen Bankleistungen. Ist ihre – durchaus nicht unproblematische – Abgrenzung gelungen, müssen SGF bewertet und verglichen werden, wofür verschiedene Ansätze entwickelt worden sind, darunter die strategische Geschäftsfeldkurve sowie Geschäftsfeld-Portfolio-Darstellungen. Abhängig von der Positionierung der SGF auf der Kurve bzw. im Koordinatensystem der Portfolio-Ansätze lassen sich SGF-spezifische Strategien ableiten. In diesem Kontext ist auch über die Positionierung der Bank in einzelnen SGF zu entscheiden. Auf der grundsätzlichen Ebene der Marktbearbeitung werden hierbei Präferenzstrategie einerseits und die Strategie der Kosten- bzw. Preisführerschaft andererseits unterschieden. Beide werden in einem nächsten Schritt auf der Ebene des Marketing-Mix im Sinne aufeinander abgestimmter Preis- und Produkt, Distributions- sowie Kommunikationspolitik konkretisiert. Bezogen auf einzelne Kunden(gruppen) müssen sich sämtliche dieser Aktivitäten zur Kundengewinnung bzw. -bindung vor dem Hintergrund des angestrebten Wertziels der Bank rechtfertigen lassen. Der Beitrag einer Kundenbeziehung hierzu kann über die Kalkulation eines Kundenwertes (Customer Lifetime Value) messbar gemacht werden.
Andreas Horsch, Daniel Kaltofen
Backmatter
Metadaten
Titel
Wertorientierte Banksteuerung I
verfasst von
Prof. Dr. Andreas Horsch
Prof. Dr. Daniel Kaltofen
Copyright-Jahr
2020
Electronic ISBN
978-3-658-25608-1
Print ISBN
978-3-658-25607-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-25608-1