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21.04.2015 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Woher der Geldsegen kommt

Autor:
Christian Kemper

Deutschlands Aktionäre streichen Rekord-Dividenden ein. Knapp 30 Milliarden Euro sollen allein im Dax ausgeschüttet werden. Doch nicht alle Investoren finden das gut.

Dividenden sind der neue Zins. Von der Strategie können private und professionelle Anleger zurzeit hohe Wertentwicklungen erwarten. Allein die 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) wollen für das abgelaufene Geschäftsjahr knapp 30 Milliarden Euro an Dividenden auszahlen. Die Aktiengesellschaften in der Bundesrepublik sollen insgesamt rund 42 Milliarden Euro ausschütten. Eine so hohe Summe gab es noch nie.

Dividenden bringen hohe Renditen

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Die regelmäßigen und meist stabilen Ausschüttungen börsennotierter deutscher Unternehmen an ihre Anteilseigner machen einen Großteil der Gesamtrendite von Aktieninvestments aus. „Interessierte Investoren sollten jedoch nicht allein auf die Dividendenrendite schauen, sondern auch die Fundamentaldaten eines Unternehmens im Blick haben“, rät BANKMAGAZIN-Autorin Carmen Mausbach im Artikel "Guter Zeitpunkt für Dividendentitel" in der AnlagePraxis (5/2015, Seite 3-4). Denn es könne durchaus sein, dass eine hohe Dividendenrendite einer Aktie auf dramatischen Kursrückgängen beruht.

Es ergibt also Sinn, so Mausbach, solche Titel herauszufiltern, die ihre Dividendenausschüttungen im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder steigern konnten, oder zumindest nicht gekürzt haben. Aus einer Auswertung der DZ Bank geht hervor, welche deutschen Aktiengesellschaften in den vergangenen zehn Jahren stets eine Dividende gezahlt und die Ausschüttungen mindestens stabil gehalten haben. Darunter waren Munich Re, BASF, Hugo Boss, Siemens, der Axel Springer Verlag und die Deutsche Börse.  

Investoren aus dem Ausland profiteren

Der Großteil der Rekord-Dividenden kommt jedoch nicht deutschen Anlegern zugute. Denn rund 60 Prozent der Anteile hiesiger Aktiengesellschaften werden von Ausländern gehalten. Beim Leitindex Dax ist der Anteil sogar noch höher. Ausschlaggebend für die hohe Präsenz ausländischer Unternehmen ist einem Bericht der Deutschen Bundesbank zufolge, dass sich institutionelle Investoren grenzüberschreitend engagieren und dabei größere Summen anlegen. Im Laufe der Finanzkrise hatten internationale Geldhäuser zwar ihr Engagement in deutsche Aktien reduziert. An deren Stelle traten jedoch nichtfinanzielle institutionelle Investoren, erklären die Experten der Deutschen Bundesbank. So zum Beispiel Beteiligungsgesellschaften, die ihren Anteil an gebietsansässigen börsennotierten Unternehmen ausbauen.

Ein prominenter institutioneller Investor warnt nun vor zu hohen Dividendenzahlungen an die Aktionäre. Larry Fink, Vorstand des US-amerikanischen Vermögensverwalters Blackrock, schreibt in einem Brief an deutsche Aktiengesellschaften: „Wir sind besorgt, dass nach der Finanzkrise viele Unternehmen vor Investitionen in die Zukunft zurückgeschreckt sind.“ Zu viele Firmen hätten ihre Kapitalausgaben zurückgefahren oder machten sogar höhere Schulden, um ihre Dividenden zu steigern, so Fink. Ihm wäre es lieber, wenn das überschüssige Geld nicht an die Aktionäre, sondern in die Produktenwicklung oder die strategische Unternehmensentwicklung flösse.   

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Quelle:
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