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14.02.2019 | Wertpapiergeschäft | Nachricht | Onlineartikel

Mischfonds waren auch 2018 die populärsten Produkte

Autor: Jan F. Wagner

Auch 2018 standen Mischfonds, die flexibel in Aktien und Renten investieren, ganz oben auf der Einkaufsliste deutscher Privatanleger. Wie der Fondsverband BVI in Frankfurt mitteilte, sammelten die Produkte im vergangenen Jahr knapp 16 Milliarden Euro ein. 

Der große Vorteil von Mischfonds, die die Absatzliste das sechste Jahr infolge anführen, ist ihre Flexibilität. Je nach Marktentwicklung können die Produkte zwischen Aktien und Renten umschichten. So ist die Aktienquote bei steigenden Aktienmärkten tendenziell höher. Bei fallenden Märkten wird tendenziell mehr in Renten umgeschichtet. Die Produkte versuchen nicht, eine spezifische Benchmark, wie beispielsweise den Deutschen Aktienindex (Dax), zu schlagen. Stattdessen soll unabhängig von der Marktentwicklung ein positiver Ertrag für den Anleger erwirtschaftet werden.

Aktien-ETFs stark rückläufig

Auf dem zweiten Platz lagen laut BVI im vergangenen Jahr offene Immobilienfonds, die 6,4 Milliarden Euro an Zuflüssen verzeichneten. Börsennotierte Indexfonds auf Aktien (Aktien-ETFs) waren auf dem dritten Platz und aktiv gemanagte Aktienfonds auf dem vierten Platz mit jeweils 1,3 Milliarden Euro und 700 Millionen Euro an neuen Mitteln.

Der BVI begründete den starken Rückgang bei Aktien-ETFs mit dem turbulenten Börsenjahr 2018. Im Jahr davor, als die Aktienmärkte stark zulegten, konnten die Produkte noch 14 Milliarden Euro einsammeln. Rentenfonds mussten 2018 noch 5,7 Milliarden Euro an Abflüssen hinnehmen. Hier dürfte die Angst vor einer Zinswende in den USA eine Rolle gespielt haben.

Deutscher Fondsmarkt trotzt schwierigem Umfeld

Für 2018 betrug der Nettoabsatz aller Publikumsfonds in Deutschland 21 Milliarden Euro. Per Ende Dezember waren also insgesamt 974 Milliarden in den Fonds investiert. "Damit hat Deutschland als größter Fondsmarkt in Europa in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen mit einer bemerkenswerten Widerstandskraft beeindruckt", sagte BVI-Präsident Tobias Pross auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt. Als Beispiel nannte Pross etwa den starken Einbruch der Aktienmärkte im vierten Quartal.

Auf der Pressekonferenz beschwerte sich der BVI zudem über die Regulierungswut aus Brüssel. Alleine seit 2016 hat sich die Anzahl der EU-Regulierungsvorhaben mit Relevanz für die Fondsbranche fast verdoppelt. Ob all diese Initiativen wirklich nützlich gewesen seien, könne ernsthaft bezweifelt werden, meinte BVI-Geschäftsführer Thomas Richter. Als Beispiel nannte der Verband die Mifid-II-Regelung, die eigentlich die Verbraucher schützen soll. "Im Ergebnis bekommen sie jedoch überbordende Produktinformationen und weniger Beratung", so der BVI.

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