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29.04.2013 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Kreditkarten: Was zu viel ist, ist zu viel

Autor:
Stefanie Hüthig

11,4 – so viele verschiedene Kreditkarten bieten Banken im Schnitt ihren Kunden an, wie in einer aktuell erschienenen Studie zu lesen ist. Diese Zahl steht im Widerspruch zur Einfachheit, einem Trend, der gerade in der Finanzbranche immer wieder gepredigt wird.

Durchschnittlich 9,4 verschiedene Kreditkarten offerieren die zehn in diesem Geschäft besonders aktiven Banken, die das Marktforschungsunternehmen Research Tools für seine Studie „Marketing-Mix-Analyse Kreditkarten 2013“ untersucht hat, ihren Privatkunden. In diesem Wert sind Karten mit Sonderfeatures und Co-Branding-Karten enthalten. Geschäftskunden können im Schnitt zwischen zwei Kreditkarten wählen.

Mit einer derart breiten Angebotspalette handeln Geldinstitute dem Trend zur Einfachheit, den sie seit einiger Zeit selbst propagieren, zuwider. Damit riskieren Banken, dass beim Kunde nach dem Produktabschluss ein ungutes Gefühl zurückbleibt. Hans-Jürgen Gutenberger, ehemaliger Vertriebsvorstand der DekaBank – seit Mitte 2012 im Ruhestand – erklärte im Jahr 2010 im Interview mit dem Bankmagazin: „Nur wenn der Kunde wirklich versteht, was er kauft, fühlt er sich gut beraten.“ Heißt: Je mehr Produkte ein Finanzdienstleister anbietet, desto besser und umfassender muss die Beratung sein.

Zwischen Einfachheit und Angebotsvielfalt

Banken, die ihre Kunden auf der einen Seite nicht mit einem Überangebot verwirren, aber auf der anderen Seite den individuellen Bedürfnissen des Kunden begegnen möchten, können mit Baukastensystemen eine Art Mittelweg beschreiten. Dieses Prinzip wird in der Konsumgüterindustrie seit Jahren praktiziert. So hatte der Sportartikelhersteller Puma einen Turnschuh im Programm, den Käufer sich über das „Mongolian Schuh Barbeque“ mithilfe einer Auswahl vorgegebener Komponenten individualisieren konnten, wie Autorin Anja Kühner in ihrem Artikel „Die Bank in der Hosentasche“ schreibt.

Kreditkarten gelten als Zukunftsgeschäft

Kreditinstituten sei also empfohlen, das Geschäft mit den Kreditkarten genauer zu beleuchten und gegebenenfalls die Angebotspalette neu zu sortieren. Denn die Finanz- und Wirtschaftskrise, so erklärte Autor Hadi Stiel schon im Jahr 2011, hätte das Kreditkartengeschäft nur zwischenzeitlich ausgebremst.

Gegenwärtig, heißt es aus dem Hause Research Tools, seien in Deutschland vier Millionen Kreditkarten mit Kreditfunktion und 23 Millionen Kreditkarten ohne Kreditfunktion im Umlauf. Und angesichts der größeren Rolle, die das Web für Warenkäufe künftig spielen wird, werde auch die Bedeutung von Kreditkarten weiter zunehmen. Bereits heute nutzten 14 Prozent der Online-Shopper hauptsächlich die Kreditkarte für Bezahlvorgänge.

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