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27.03.2015 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Sparkassenkunden fehlt Finanzwissen

Autor:
Stefanie Burgmaier

Die Niedrigzinsphase wirkt sich nur langsam auf das Anlageverhalten der Bankkunden aus. Das Wertpapierhaus der Sparkassen meldet erste Erfolge.

Seit Jahren machen deutsche Bankkunden einen Bogen um das Wertpapiergeschäft, insbesondere um die Aktienanlage. Daran hat der Boom an den Börsen bislang wenig geändert, die Nachwirkungen mehrerer aufeinanderfolgender Krisen sind einfach zu stark. „Die meisten Deutschen sind nach wie vor nicht in Wertpapieren investiert“, sagte Michael Rüdiger, Vorstandsvorsitzender der Dekabank, auf der Bilanzpressekonferenz seines Hauses in Frankfurt. Die Dekabank betreibt unter anderem das Fonds- und Zertifikategeschäft für die Sparkassen.

Nach einer Umfrage seines Hauses scheuen die Deutschen Aktien und andere Wertpapiere, weil sie sich zu 77 Prozent vor Verlusten fürchten und weil sie zu 68 Prozent über ein geringes Wertpapierwissen verfügen. Darauf hat die Dekabank reagiert. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren ihre Zusammenarbeit mit den Sparkassen umgekrempelt. Spezielle Betreuer unterstützen die regionalen Institute, ihren Kunden Finanzwissen zu vermitteln.

Ausbau des Wertpapiergeschäfts ist kein Selbstzweck

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Eine erste Trendwende können die Sparkassen schon vermelden. Im vergangenen Jahr schaffte es die Dekabank, die sich gerne als Wertpapierhaus der Sparkassen bezeichnet, ihren Nettoabsatz deutlich zu erhöhen. Zertifikate und Fonds im Wert von knapp 13,2 Milliarden Euro wurden verkauft. Fast 40 Prozent davon kamen über die Sparkassen. Immer mehr Menschen wird klar, dass Wertpapiere wichtig „für den Vermögensaufbau“ sind, erklärte Georg Stocker, im Vorstand der Dekabank für Sparkassenvertrieb und Marketing zuständig. Damit die Anleger nicht in die nächste Krisenphase hineinkaufen, empfiehlt die Deka vor allem Multi-Asset-Ansätze, die verschiedene Anlageklassen kombinieren.

Um die Sparkassen, die zugleich Eigner und Kunden der Dekabank sind, von den Vorzügen des Wertpapiergeschäfts zu überzeugen, hatte das Institut im vergangenen September zu einer Tagung nach Düsseldorf geladen. Das Motto lautete „Beteiligen statt spekulieren“. Dabei ist der Ausbau dieses Geschäftszweigs kein Selbstzweck. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase erodieren die Zinserträge, schreibt Bankmagazin-Autor Stefan Terliesner. Das trifft insbesondere die Sparkassen, die traditionell das Geld ausleihen, das ihre Sparer hinterlegen. Doch in der aktuellen Situation müssen die Institute ihre Provisionserträge steigern, um ihre Erträge auf altem Niveau zu halten.

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