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24.04.2019 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Die Fondsbranche wächst, muss aber die Kosten im Blick behalten

Autor:
Barbara Bocks

Das Volumen der Fondsbranche ist unter anderem in Deutschland im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Dennoch steht die Branche europaweit vor großen Herausforderungen, von denen der Brexit nur eine ist.

Derzeit verwalten Fondsgesellschaften in Deutschland ein Vermögen von knapp 3 Billionen Euro. "In den vergangenen zehn Jahren hat sich das verwaltete Vermögen der deutschen Fondsbranche verdoppelt", sagt Frank Bock, ein Sprecher des deutschen Fondsverbands BVI, gegenüber Springer Professional. Der größte Teil entfällt auf das institutionelle Geschäft mit offenen Spezialfonds.

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"Diese Spezialfonds verwalten 1,7 Billionen Euro zum Beispiel für Versicherungsgesellschaften und Altersvorsorgeeinrichtungen. Die Altersvorsorge ist der wichtigste Treiber in diesem Bereich", so Bock. Bei den offenen Publikumsfonds, die ein Gesamtvermögen von einer Billion Euro verwalten, sind Aktienfonds laut Bock seit Jahren die volumenstärkste Gruppe, gefolgt von Mischfonds.

Mischfonds liegen bei Absatzzahlen vorne

Ein Blick auf die Absatzzahlen offener Publikumsfonds zeigt Bock zufolge, dass Mischfonds in den vergangenen sechs Jahren vorne lagen. Der Grund: "Mischfonds bauen auch Anlegern, die nach den Marktverwerfungen der Vergangenheit vor reinen Aktienanlagen zurückschrecken, eine Brücke zu renditestarken Anlageklassen", so Bock weiter. Zudem setzen Anleger Bock zufolge verstärkt auf Immobilienfonds, wegen der geringen Korrelation mit anderen Anlageklassen und ihrer vergleichsweise schwankungsarmen Wertentwicklung und der niedrigen Zinsen.

Mit der Auflage von offenen Immobilienfonds lösen Kapitalverwaltungsgesellschaften, den Widerspruch zwischen einer zwangsläufig langfristigen Anlage in Gebäuden und der täglichen Verfügbarkeit, sowie zwischen hohen Immobilienpreisen und kleinen Anlagesummen auf. So erklärt Springer-Autor Wolfgang Raab in dem Fachbuch "Grundlagen des Investmentfondsgeschäftes" (Seite 73) die Vorteile dieser Assetklasse. Offene Immobilienfonds investieren laut Raab überwiegend in gewerblich genutzte Grundstücke und Gebäude. "In einigen Fällen entstehen Großprojekte auf Initiative der KVG. Der Fonds übernimmt dann die Rolle des Projektentwicklers, für den ein attraktives Gebäude errichtet wird. Die Risikostreuung erfolgt im Fonds durch den Erwerb mehrerer Objekte", so Raab. Bei diesen wiederum werde darauf geachtet, dass es sich um unterschiedliche Nutzer und geographische Standorte handelt.

Nur ein Bruchteil auf dem britischen Markt

Auch in Großbritannien sind offene Immobilienfonds aus Deutschland laut Angaben des BVI oer Ende September 2018 mit 8,4 Milliarden Euro investiert. Das entspricht rund 12 Prozent des Immobilienvermögens dieser Fonds. Bei britischen Fonds, die in Deutschland zugelassen sind, wird sich für den Vertrieb laut BVI-Angaben voraussichtlich bis Ende 2020 nichts ändern, wenn es zu einer Einigung zwischen den EU27 und Großbritannien über ein Austrittsabkommen kommt. Beim ungeordneten oder "No-deal"-Brexit werde der Vertrieb vom Vereinigten Königreich nach Deutschland allerdings zum Erliegen kommen, wenn sich die englische Fondsgesellschaft nicht rechtzeitig um eine neue Vertriebszulassung bei der Bafin bemüht hat.

Doch nicht nur der Brexit könnte eine Herausforderung für die Branche werden, auch die Kostendisziplin. Die absoluten Kosten der europäischen Asset Manager sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Kostenproblem der Branche wurde aber weitestgehend durch die im Untersuchungszeitraum stark gestiegenen Aktien- und Rentenmärkte verdeckt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung der Managementberatung Zeb, die Mitte März 2019 veröffentlicht wurde. Um weiter profitabel zu wachsen, müsse die europäische Asset-Management-Industrie aufgrund sinkender Margen deutlich fokussierter und kosteneffizienter agieren. Am erfolgreichsten waren bei der Zeb-Untersuchung spezialisierte Asset Manager, die sich über Themen oder Anlageklassen von ihren Mitbewerbern differenzieren sowie vor allem kleinere Anbieter, die Teil eines starken, eigenständigen Vertriebsnetzes sind.

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