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12.02.2020 | Wertpapiergeschäft | Nachricht | Onlineartikel

Immobilien- und Mischfonds auch 2019 auf Höhenflug

Autor:
Jan F. Wagner
2:30 Min. Lesedauer

Anleger haben 2019 vor allem in Immobilien- und Mischfonds investiert. Das Gesamtvolumen der Publikumsfonds stiegt um 14,5 Prozent auf 1,1 Billionen Euro. Der Fondsverband BVI rechnet weiterhin mit einer positiven Entwicklung. 

Auch im vergangenen Jahr standen Immobilienfonds und Mischfonds ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger in Deutschland. Wie der Fondsverband BVI in Frankfurt bekanntgab, betrugen die Zuflüsse 2019 jeweils zehn Milliarden Euro. Auf Platz Drei standen Aktienfonds, die 4,4 Milliarden Euro an neuen Geldern aufnahmen.

Zum Vergleich: 2018 wiesen Mischfonds mit einer flexiblen Aktien-Renten-Strategie 21,7 Milliarden Euro neue Mittel auf. Immobilienfonds verbuchten 6,4 Milliarden Euro und Aktienfonds lediglich 0,7 Milliarden Euro. Grund für die Absatzschwäche bei Aktienfonds waren die negativen Märkte.

Rentenfonds verzeichnen ein Minus von 14 Prozent

Auf der Verliererseite der Fondsbilanz für 2019 standen erneut Rentenfonds sowie wertgesicherte und Absolute-Return-Fonds. Obwohl Rentenfonds von Unternehmen und den Schwellenländern leichte Absatzzuwächse verzeichneten, konnte dies ein Minus von 14 Prozent beim Absatz mit Fonds mit kurzlaufenden Euro-Anleihen nicht kompensieren. Unterm Strich flossen den Rentenfonds 3,7 Milliarden Euro ab.

Das Gesamtvolumen der in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds lag Ende Dezember bei 1,1 Billionen Euro. Das entspricht einem Plus von 14,5 Prozent gegenüber Ende 2018. Zählt man das Spezialfondsvolumen dazu, beträgt das Volumen 3,4 Billionen Euro. Das ist doppelt so viel wie Ende 2009.

"Auch für das nächste Jahrzehnt rechnen wir mit einer Verdoppelung des Fondsvolumens", sagte BVI-Präsident Tobias Pross auf einer Pressekonferenz und begründete seine Zuversicht mit dem Mangel an Alternativen fürs Sparen. "Die Zinsen werden für eine sehr lange Zeit niedrig bleiben. Eine US-Treasury wirft zum Beispiel eine Rendite von maximal 2,5 Prozent ab. Das reicht aber nicht für den Vermögensaufbau, und deswegen werden Altersversorgungseinrichtungen und Privatkunden stärker in Fonds gehen müssen", ergänzte Pross. Neben seiner Verbandstätigkeit ist Pross Vorstandsvorsitzender der Allianz Global Investors.

BVI fordert Ende der Überregulierung

Auf seiner Pressekonferenz forderte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter ein Ende der Überregulierung der Fondsbranche. Als Beispiel nannte Richter die EU-Auflagen MIFID II und die PRIIPs, die Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte. "Die verpflichtenden Warnhinweise und Beratungsauflagen, die damit verbunden sind, vermitteln den Anlegern den Eindruck, Wertpapiere seien toxisch", sagte Richter. Solche Auflagen würden nicht nur das Fondsgeschäft bremsen, sondern gingen auch auf Kosten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

Richter sagte aber auch, dass die Bundesregierung eine Verbesserung von MiFID II und PRIIPs auf EU-Ebene anstrebe. Die deutsche Fondsbranche beziehungsweise die deutsche Bankenbranche forderten die Abschaffung der Aufnahmepflicht von Beratungsgesprächen und eine Überarbeitung der Informationsdokumente unter PRIIPs, damit diese für den Kunden verständlicher sind.

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