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25.09.2018 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Online-Artikel

Deutsche erleiden reale Verluste durchs Sparen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3:30 Min. Lesedauer
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Die Deutschen scheuen Investments in Aktien und Anleihen, obwohl ihnen das klassische Sparen bei den seit Jahren niedrigen Zinsen in der Regel Verluste beschert. Das zeigt eine aktuelle Befragung. 

Viele Deutsche scheuen den Kapitalmarkt, da sie Angst vor Marktschwankungen und den damit verbundenen Verlusten haben. Dabei wissen laut dem aktuellem Income-Barometer von JP Morgan Asset Management, für das die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) knapp 3.000 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren befragt hat, rund zwei Drittel nicht, dass Kapitalmarktprodukte wie Aktien oder Anleihen regelmäßige Erträge, also Dividenden oder Zinsen, generieren. Auch dass diese unabhängig von Börsenschwankungen ausgezahlt werden, ist nur 37 Prozent der Bundesbürger bekannt.

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"Viele Deutsche wünschen sich regelmäßige Ausschüttungen, die zeigen, was ihr Erspartes verdient hat. Das macht Spareinlagen und Tagesgelder auch so beliebt", erklärt Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei JP Morgan Asset Management. Wer allerdings nach der langen Niedrigzinsphase Gewinne realisieren wolle, müsse "auf die Ertragskraft der Kapitalmärkte zu setzen". Denn reine Spareinlagen zehren nach Abzug der Inflation das eingesetzte Ersparte auf und sind daher reale Verluste.

Laut Bergweiler sollten sich private Investoren bewusst machen, dass Aktien und Anleihen kein kompliziertes Finanzprodukt, sondern eine Anlage in ein Wirtschaftsunternehmen sind. "Als Aktionär ist man am Unternehmenserfolg beteiligt und erhält bei vielen Aktien eine Dividende, also eine jährliche Gewinnausschüttung." Die Unternehmen des Deutschen Aktienindex (DAX) schütteten 2018 für das Jahr 2017 beispielsweise über 36,1 Milliarden Euro aus. Das sei ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 15 Prozent, betont Bergweiler.

Sorgfältige Risikoabwägung ist wichtig

"Viele Anleger bevorzugen Aktien von Unternehmen mit konstanten oder steigenden Dividenden", erklären die Springer-Autoren Philipp Karl Maximilian Lindmayer und Hans-Ulrich Dietz im Buchkapitel "Langfristige Geldanlage: Aktien, Anleihen, Genussscheine und Kunst" (Seite 114). Sie raten Anlegern, bei ihren Investitionen die damit verbundenen Unsicherheiten und Risiken sorgfältig abzuwägen und in ihre Überlegungen einzubeziehen (Seite 111) und empfehlen:

  • Geld an den Kapitalmärkten sollte langfristig investiert werden, denn zumeist steigen die Kurse der Indizes wieder − aber vielleicht erst nach mehreren Jahren.
  • Das Geld nicht in einzelne wenige Werte investieren. Investoren sollten Anlagen in Geld- und Sachwerte streuen.
  • Sie sollten liquide bleiben und die persönlichen und familiären Verpflichtungen der nächsten Jahre planen, um nicht kurzfristig auf das investierte Geld angewiesen zu sein und Verluste realisieren zu müssen.
  • Anleger sollten Finanzpartner sorgfältig nach den Kriterien Seriosität, Rating und Einlagensicherung auswählen.

"Es gibt auch im anhaltenden Niedrigzinsumfeld Anleihensegmente, die noch höhere Renditen bieten, als beispielsweise deutsche Staatsanleihen, für die man aktuell bei einer zehnjährigen Laufzeit weniger als 0,5 Prozent erhält", erklärt JP Morgan-Experte Bergweiler. Er rät Anlageeinsteigern, für die Anleihe- und Aktieninvestments neu seien, zu breit gestreuten, ertragsorientierten Mischfonds. Diese glichen die gefürchteten Schwankungen aus und reduzierten so das Risiko. "Und es gibt bestimmte Formen von Mischfonds, die die Zinsen und Dividenden, die Anleihen und Aktien innerhalb eines Fonds erwirtschaften, bündeln und regelmäßig an die Anleger ausschütten.“

Anleihen gehören ins Portfolio

Auch für die Springer-Autoren Lindmayer und Dietz gehören Anleihen in jedes gut strukturierte Portfolio. "Zum Jahresende 2016 waren die privaten Haushalte in Deutschland mit 127,4 Milliarden Euro in  Schuldverschreibungen investiert, das sind rund 2,3 Prozent des gesamten Geldvermögens in Höhe von 5,6 Billionen Euro" (Seite 128). Und sie sagen:

Bezüglich der Laufzeit gilt: Je länger die Laufzeit, desto wichtiger und zugleich unvorhersehbarer ist die langfristige Einschätzung der Bonität des Emittenten und das Zinsertragsrisiko!"

Zwar seien nach der Lehman-Pleite von 2008 selbst Staatsanleihen von Ländern im Euro-Raum mit auf Euro lautenden Anleihen kein Hort der Sicherheit mehr. "Doch bei aller Kritik an den Ratingagenturen sind deren Bonitätsbeurteilungen immer noch ein wichtiger Maßstab, zumindest so lange es keine verlässlicheren Alternativen gibt", so die Autoren auf Seite 130. Denn noch immer sei ein Ansatzpunkt zur besseren Einschätzung der Bonität der Emittenten das Rating, das heißt, die Einstufung der entsprechenden Schuldner nach ihrer Bonität unter Berücksichtigung des Kredit- und Länderrisikos.

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