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21.05.2013 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Nachhaltige Geldanlagen verzeichnen zweistelliges Wachstum

Autor:
Jan F. Wagner

Der deutsche Markt für nachhaltige Geldanlagen ist 2012 erneut zweistellig gewachsen. Wie das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) in Berlin mitteilte, stieg das Volumen der Anlagen im vergangenen Jahr um 16,3 Prozent auf 73,3 Milliarden Euro. Im Jahr davor hatte das Volumen um elf Prozent zugelegt.

Unter nachhaltigen Geldanlagen versteht man Anlagen, die nach anspruchsvollen ethischen, sozialen und umweltpolitischen Kriterien gemanagt werden. Dazu gehören laut FNG sowohl Fonds als auch Einlagen bei nachhaltigen Banken, einschließlich der staatlichen Förderbank KfW.

Nachhaltige Fonds, also Investmentfonds und Mandate, trugen 26 Milliarden Euro zum Gesamtvolumen für 2012 bei. Dank institutioneller Investoren wie Stiftungen verzeichneten die Mandate allerdings ein wesentlich größeres Wachstum (35 Prozent) als die Investmentfonds (drei Prozent).

Bei geschlossenen nachhaltigen Fonds wies das FNG ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro für 2012 aus – und damit knapp die Hälfte des Volumens aus dem Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang waren die Kürzungen der staatlichen Vergütung für Strom aus Wind und Sonne. Wichtigstes Thema für die Fonds blieben „grüne Immobilien“, wobei ihr Anteil am Volumen von 39 auf 29 Prozent schrumpfte. Die zweit- und drittwichtigsten Themen waren Photovoltaik und Windkraft mit jeweils 17 und 14 Prozent. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf solche Themen wie Wasserkraft, Agrarwirtschaft und Forstwirtschaft. 

Nachhaltige Banken legen zu

Obwohl deutsche Privatkunden einen weiten Bogen um nachhaltige Fonds machten, wechselten viele von ihnen zu nachhaltigen Banken wie GLS oder Umweltbank. Die Spareinlagen jener Banken betrugen 8,9 Milliarden Euro Ende 2012 und damit mehr als doppelt so viel wie Ende 2011. Insgesamt erreichten die nachhaltigen Bankeinlagen ein Volumen von 47,2 Milliarden Euro. 

Doch mit einem Marktanteil von etwas mehr als einem Prozent sind nachhaltige Fonds in Deutschland weiterhin ein Nischenthema. In dem Handbuch "Corporate Social Responsibility auf dem Finanzmarkt" argumentiert die Autorin Michaela Collins, dass die Fondsmanager dies ändern könnten, wenn sie verstärkt eine „Best-in-Class“-Strategie verwenden würden. Best-in-Class bedeutet, dass die Fondsmanager Aktien je nach nachhaltiger Performance über- und untergewichten.

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