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04.12.2015 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Sicherheit und Risiko besser ausbalancieren

Autor:
Eva-Susanne Krah

Deutsche scheuen bei der Geldanlage das Risiko, obgleich sie eine rentable finanzielle Absicherung grundsätzlich für wichtig halten. Das hat der Bankenverband in einer Umfrage herausgefunden.

Das Verhältnis der Deutschen zum Risiko ist sehr ambivalent. Insbesondere in Geldangelegenheiten, beispielsweise bei der finanziellen Absicherung, wollen sie nur wenig riskant agieren. Die repräsentative Umfrage "Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft" des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) zeigt sogar, dass die Risikoaversion der Deutschen in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Die Abneigung gegen den bloßen Begriff Risiko ist groß. So reagierten beispielsweise 1993 nur 43 Prozent der Befragten spontan negativ darauf. Heute liegt dieser Anteil laut der Studie hingegen bei 60 Prozent. Dennoch rangiert die Bedeutung einer finanziellen Absicherung bei 76 Prozent der Teilnehmer auf den vorderen Rängen.

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Unter 22 abgefragten Schlagworten, die Deutschen wichtig sind, landet die Risikobereitschaft hingegen mit neun Prozent auf dem letzten Platz. Nur jeder Dritte hält ein hohes Einkommen und materiellen Wohlstand für besonders wichtig. Zudem ist bei Geldanlagen 69 Prozent eine möglichst hohe Sicherheit wichtiger als hohe Renditen. Lediglich elf Prozent bewerten umgekehrt die Renditechancen höher als die Sicherheit.

Finanzielle Absicherung ist wichtig

Die hohe Risikoaversion lässt sich auch an der Beziehung zu Aktien als Geldanlage festmachen. Nach wie vor hat nur eine Minderheit überhaupt jemals Erfahrungen mit Wertpapieren oder Anteilen an Aktienfonds gesammelt. 20 Prozent der Bevölkerung besitzen zurzeit Aktien oder Fondsanteile, 17 Prozent waren früher einmal Aktionäre oder Aktienfondsbesitzer, heißt es in der Studie. Und knapp zwei Drittel der deutschen Bevölkerung haben keinerlei Erfahrungen mit diese Anlageklasse. In seinem Beitrag "Vom Sparer zum Anleger" (Bankmagazin-Ausgabe 11/2014, Seite 10-17) weist der Autor Stefan Terliesner darauf hin, dass Banken sich viel vorgenommen haben: Sie wollten aus den Deutschen ein Volk der Aktionäre machen, so Terliesner. Seit Jahrzehnten steckten die Bürger rund 80 Prozent ihres Vermögens jedoch in festverzinsliche Wertpapiere. Und bis vor zwei Jahren waren nur 7,1 Prozent der Bevölkerung direkt in Aktien investiert. 

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des BdB, betont mit Blick auf die Ergebnisse, dass Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft in der Gesellschaft stets neu ausbalanciert werden müssten. Interessant: Mit bestimmten Branchen assoziieren die Bundesbürger unterschiedlich hohe Risiken. So denken die Befragten bei großen Risiken vor allem an die Bankenbranche, 52 Prozent schreiben Kreditinstituten eine hohe Risikobereitschaft zu.

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01.11.2014 | Titel | Ausgabe 11/2014

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