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11.09.2015 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Smarte Fonds gleichen Schwankungen aus

Autor:
Christian Kemper

Die Weltwirtschaft steuert auf unsichere Monate zu, entsprechend steigt die Volatilität an den Börsen. Worauf sich Anleger einstellen müssen und welche Strategien für Ruhe im Depot sorgen.

Die Aktienkurse an den internationalen Börsen schwanken wieder deutlich. Speziell Europas Leitindex, der Euro Stoxx 50, erreichte Ende August 2015 eine Volatilität, wie sie zuletzt nach der Pleite der US-amerikanischen Investment-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 gemessen wurde. „Die Geschwindigkeit der Kursanpassungen an den Aktienmärkten hat deutlich zugenommen“, stellt Frank Hagenstein, Chefanlagestratege der Deka-Gruppe, in einem Researchbericht fest. „Die Kapitalmärkte wurden in den vergangenen Wochen vor allem durch Wachstumssorgen getrieben.“

Strategiemix mit innovativen ETFs

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Anleger stehen jetzt vor der Herausforderung, die Schwankungsintensität ihrer Geldanlage zu verringern. Als Alternative zu in einem Aktienindex wie dem Euro Stoxx 50 können sie auf spezielle Indexfonds (ETF) setzen, die eine Kombination aus passivem und aktivem Management nutzen.

Zum Beispiel Smart-Beta-ETFs, die durch eine intelligente Titelauswahl bessere Ergebnisse als der Markt erzielen sollen. „Der Fondsmanager kann die Titel zum Beispiel nach ihrer Volatilität oder der Dividendenrendite auswählen“, erläutert die Journalistin Carmen Mausbach in einem Beitrag der Anlage Praxis (Ausgabe 9-2015, Seite 3-4). „Ferner kann er auf unterbewertete Wertpapiere setzen, um einen Mehrertrag gegenüber dem marktkapitalisierten Index zu erzielen. Das Management eines Smart-Beta-Produkts darf bei Bedarf auch einzelne Aktien oder ganze Branchen sowie Länder von der Aufnahme ausschließen.“

Geringere Volatilität bei höherer Wertentwicklung

Die Aktienauswahl über den Beta-Faktor optimiert die Schwankungsintensität im ETF-Portfolio, womit die Volatilität im Vergleich zu einem zugrundeliegenden Index gemeint ist. Hat das Marktportfolio insgesamt ein Beta von eins, reagiert eine Aktie mit einem Beta größer als eins überproportional auf Änderungen des Index. Bei einem Beta kleiner eins entwickelt sich die Aktie im Vergleich zum Index unterproportional. Da Smart-Beta-ETFs die Wertentwicklung eines Marktes nicht eins zu eins abbilden, sondern die Initiatoren die Gewichtung bewusst verändern, kommt bei vielen Strategien auch der Alpha-Faktor zum Tragen. Dieser misst jenen Teil der Rendite, der durch die Titelselektion und nicht durch die allgemeine Marktentwicklung generiert wird. Ein positives Alpha gibt die Überrendite wieder, ein negatives Alpha die Minderrendite einer Anlage gegenüber einem Index.

„Trotz dieser Vorteile sollten Anleger auch die Gebühren der Produkte berücksichtigen“, rät Mausbach. „Denn oftmals liegen sie über denen traditioneller Indexprodukte.“ Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds seien Smart-Beta-ETFs aber immer noch günstiger.

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