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18.06.2015 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Anleihen bergen mehr Risiken als gedacht

Autor:
Christian Kemper

Festverzinsliche Anlagen stehen an einem Wendepunkt. Die Renditen deutscher Staatsanleihen ziehen zwar wieder an. Dennoch sehen Analysten die Assetklasse kritisch.

Erstmals seit vielen Monaten sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen wieder über die Marke von 1,0 Prozent gestiegen. Auslöser waren die jüngsten Kursverluste am Anleihemarkt. Gleich mehrfach kam es in den vergangenen Wochen weltweit zu heftigen Abstürzen bei Staatsanleihen. Anleger scheinen Ländern wie der Bundesrepublik nicht mehr kostenlos Geld leihen zu wollen, schlussfolgern Marktbeobachter.   

Die Korrektur war fällig

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In der Vergangenheit waren die Zinsen sogar vereinzelt in den negativen Bereich gefallen. Dies war meistens von der Angst oder Verunsicherung der Investoren geprägt, die auf sicherere Anlagen umschichteten, erklären Guilhem Savry und Jérôme Teiletche von der Schweizer Vermögensverwaltung Unigestion im Gastbeitrag „Anlegerstrategien gegen Niedrigzinsen“. Vor allem die im Vergleich zum Jahresanfang 2015 veränderten Inflations- und Wachstumserwartungen in Europa sollen zu den fallenden Anleihekursen geführt haben. Aber auch die anhaltenden Sorgen um Griechenland und der wieder erstarkende Euro wirkten sich korrigierend auf den hiesigen Bondmarkt aus. Eine Korrektur sei fällig gewesen, kommentieren Analysten der US-Bank J. P. Morgan die Entwicklung. Die Frage sei nun aber, ob die Märkte mit den Kurseinbrüchen nicht in die andere Richtung überreagieren. „Die gestiegene Volatilität an den Anleihemärkten zeigt mehr als deutlich, dass die Kurse nicht nur eine Richtung kennen – und dass die Sorgen um eine zunehmende Liquidität der Märkte nicht ganz unbegründet ist“, sagt Michael Mewes, Leiter des Anleiheteams bei J. P. Morgan Asset Management in Frankfurt am Main.

Festverzinsliche mit Risikofaktor

Auch der Chefanalyst der Schweizer Bank Pictet, Alfred Roelli, sieht die Entwicklungen an den Anleihemärkten kritisch. Die fälschlicherweise als sicher eingestuften Staatsanleihen würden mittlerweile mit anderen Augen gesehen. Seit 2008 habe es Übertreibungen bei Festverzinslichen gegeben. Damals begann unter anderem die Europäische Zentralbank, Milliarden in den Geldmarkt zu pumpen, um die Liquiditätsklemme in Folge der Lehman-Pleite im Oktober 2008 zu mindern. Das zusätzliche Geld landete größtenteils in den Anleihe- und Aktienmärkten.

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