Skip to main content
main-content

17.12.2012 | Wertpapiergeschäft | Interview | Onlineartikel

"Wikifolio als Marketinginstrument für Vermögensverwalter"

Autor:
Barbara Bocks

Springer für Professionals sprach mit Andreas Kern, Geschäftsführer und Gründer von Wikifolio, einer Plattform für Kapitalanlagen nach dem Follower-Prinzip, bei der Investoren seit Anfang August 2012 in Indexzertifikate investieren können.

Springer für Professionals: Was genau ist Wikifolio und was war die Idee hinter?

Kern: Die Plattform Wikifolio steht für Banking nach dem Follower-Prinzip, wie man es von Social-Media-Plattformen wie Facebook kennt. Im ersten Schritt publizieren Trader, die den Kapitalmarkt privat oder beruflich verfolgen,  über unsere Plattform so genannte „Wikifolios“, also Indexzertifikate, denen eine öffentliche Handelsstrategie zugrunde liegt. Potenzielle Investoren können sich dann über die Plattform unter anderem die Strategie, den Track Record und die Kennzahlen des Wikifolios ansehen und entscheiden, ob und wie viel Sie investieren Sie in diese Strategie investieren, also dem Trader und seiner Strategie folgen.

Wonach entscheiden Sie, welches Wikifolio an der Börse gelistet wird?

Um das Wikifolio als Indexzertifikat an der Börse öffentlich handelbar zu machen, müssen die Kunden zu Beginn bereit sein, insgesamt einen Betrag von 2.500 Euro als Einstiegssumme zu investieren. Das Wikifolio muss zudem über einen Track-Record von 21 Tagen verfügen. Anschließend wird das Zertifikat mit Ausweiskopie des Traders auf der Plattform Wikifolio legitimiert und wird einige Tage später an der Börse Stuttgart gelistet.

Für welche Zielgruppe ist Wikifolio konzipiert?

Prinzipiell sprechen wir natürlich eine junge Zielgruppe an, die gerne mitgestalten möchte und mit Social Media und dem Follower-Prinzip aufgewachsen ist. Eine weitere Kundengruppe sind vermögende Privatinvestoren, die neben den aktiv gemanagten Anlagestrategien ihrer Hausbank einen Teil ihres Portfolios in Wikifolios investiert.Gerade die Jüngeren investieren meist kleinere Beträge in großer Anzahl, während die Vermögenden aufgrund der höheren Anlagesummen insgesamt mehr Kapital in Wikifolios anlegen.
Außerdem legen mittlerweile Vermögensverwalter beispielsweise von Banken eigene Wikifolios an, mit denen Sie aktiv traden und so potenziellen Neu- bzw. Bestandskunden ihre Expertise unter anderem über den Track Record unverbindlich unter Beweis stellen.

Wie erzielen Sie Gewinne?

Grundsätzlich erheben wir zwei verschiedene Gebühren: einmal die Zertifikate-Gebühr in Höhe von 0,95 % pro Jahr, die unabhängig von der Performance einbehalten wird. Daneben gibt es noch die Performance-Gebühr, bei der ein Teil des Gewinns der Strategie zwischen 5 % bis max. 30 % einbehalten wird. Die Performancegebühr wird dann mit dem jeweiligen Trader geteilt. 

Wie geht es nun mit der Plattform weiter?

Vorerst konzentrieren wir uns auf ein Wachstum im Online-Bereich. Neben der Kooperation mit dem Sparkassenbroker streben wir auch Kooperationen mit anderen (Direkt-)Banken und Brokern an. Die Handelbarkeit bei allen deutschen Online Brokern und Banken ist jedoch schon jetzt über die Börse Stuttgart sichergestellt. Weitere Expansionsmöglichkeiten sind langfristig auch offline denkbar. So könnten Banken künftig zum Beispiel Wikifolios in der Filialberatung anbieten, um die jugendliche Zielgruppe gezielter anzusprechen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.01.2012 | Special: Modernes Kundenmanagement | Ausgabe 1/2012

Einfach mal den Kunden fragen

01.12.2009 | Interview | Ausgabe 12/2009

„Der typische Fidor-Kunde ist 100 Prozent online“

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise