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19.03.2014 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Mikrokredite Kleinunternehmern helfen

Autor:
Bianca Baulig
2 Min. Lesedauer

Die Investition in ethische Geldanlagen liegt bei Privatanlegern zunehmend im Trend. Ein Beispiel ist die Mikrofinanzierung: Sie hilft Entwicklungsprojekte zu fördern und ist zugleich eine sichere Investition.

Weltweit haben etwa 2,5 Milliarden Menschen keine Möglichkeit, ein Konto zu eröffnen, um für Notlagen oder Investitionen zu sparen. Banken meiden das Geschäft vielfach, weil der Kreditbetrag in der Regel sehr gering ist, die Laufzeiten sehr kurz sind und es an Kreditsicherheiten mangelt. An dieser Stelle setzen Mikrofinanzinstitutionen an: Sie bieten Mikrokredite für einkommensschwache Menschen. Eine Genossenschaft, die diese Institutionen unterstützt, ist Oikocredit. Mit dem Kapital ihrer Anleger finanziert sie derzeit etwa 600 Mikrofinanzinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern. In Frankfurt hat sie nun ihre Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt.

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Für Deutschland meldet Oikocredit eine Zunahme bei den Investoren um 6 Prozent und ein Volumen an Anlagekapital in Höhe von 299,2 Millionen Euro. Damit stellen die deutschen Privatanleger 42 Prozent der Geldgeber insgesamt und erbrachten im vergangenen Jahr 48 Prozent ( 321,5 Millionen Euro) des weltweit zur Verfügung gestellten Darlehenskapitals in Höhe von 669 Millionen Euro. Oikocredit konnte damit im Jahr 2013 die Finanzierungen ihrer Partnerorganisationen um 11 Prozent auf 591 Millionen Euro steigern. Die Quote der ausfallgefährdeten Kredite bezifferte Dr. Florian Grohs, Kreditdirektor bei Oikocredit, auf 6,5 Prozent. Tatsächlich ausgefallen seien im vergangenen Jahr 2 Prozent der Darlehen.

Interessante Perspektiven für Anleger

In Deutschland kooperiert Oikocredit, die ihren Hauptsitz in den Niederlanden hat, mit der GLS Bank. Das Geldhaus, das auf ethisch ökologische Geldanlagen zur Finanzierung nachhaltiger Projekte und Unternehmen spezialisiert ist, ist Mitglied der Genossenschaft. Gemeinsam bieten die Partner ein GLS-Sparkonto an. Derzeit haben dort 1.287 Kunden eine Sparsumme in Höhe von 11,9 Millionen Euro angelegt.

Neben der GLS Bank engagiert sich in Deutschland auch die Bank im Bistum Essen im Bereich der Mikrofinanzierung. Bankmagazin-Autor Anton Schmoll beschreibt in einer Reportage, wie die Kirchenbank Kleinunternehmer bei der Finanzierung ihrer Geschäfte unterstützt. Damit sich die Investments rechnen, hat das Institut Mikrofinanzfonds aufgelegt, bei denen es zugleich Initiator, Investor, Anlageberater und Manager ist. Wie Schmoll ausführt, bieten diese Fonds für Anleger interessante Perspektiven, "weil sich Mikrounternehmer in einem Wirtschaftsumfeld bewegen, das weitgehend von der Entwicklung auf den Weltmärkten entkoppelt ist". Positiv hebt der Autor zudem hervor, dass die Rückzahlungsquote sehr hoch ist. Zurückzuführen sei dies auf den hohen sozialen Druck, der durch die bei Mikrokrediten übliche gemeinschaftliche Haftung durch mehrere Personen gegeben ist.

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