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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Viele Produkte haben als Einzelstücke nur geringen oder gar keinen Nutzen; erst die Kombination mit anderen Gütern verleiht ihnen einen Wert und damit eine Nachfrage. Kommunikationstechnologien wie Telefon, Fax oder E-Mail sind Beispiele dafür: der Anwendungswert dieser Produkte steigt mit zunehmender Anzahl der Teilnehmer. Aber auch Systeme wie Videorecorder und die zugehörigen Kassetten sowie Compact Discs und deren Abspielgeräte oder selbst das bleifreie Benzin und Fahrzeuge, die es als Treibstoff nutzen können, sind Beispiele: der Nutzen jeder dieser Komponenten hängt von der Verfügbarkeit der jeweils zugehörigen Komponente ab.
Dieter Köster

2. Netzprodukte — Eigenschaften, Definition und Systematisierung

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel soll dazu dienen, den Begriff des “Netzproduktes” näher zu erläutern, die besonderen Eigenschaften dieser Produktgattung hervorzuheben und die ökonomischen Implikationen zu problematisieren. Es wird eine Definition des Begriffes abgeleitet und eine Systematisierung der unterschiedlichen Arten von Netzprodukten vorgenommen. Aus der Unterscheidung der Netzproduktarten haben sich zwei theoretische Strömungen entwickelt, deren Ansätze im letzten Abschnitt kurz erläutert werden.
Dieter Köster

3. Methode

Zusammenfassung
In den anschließenden Kapiteln wird eine Analyse der Netzproduktmärkte mit Hilfe eines Simulationsmodells durchgeführt. Simulationen sind in der ökonomischen Forschung nicht neu und haben in vielen Fällen einen Beitrag zum Verständnis insbesondere komplexer Vorgänge geleistet. Dennoch ist es in der ökonomischen Theorie, besonders der industrieökonomischen Forschung üblich geworden, auf analytisch geschlossene und meist spieltheoretische Modelle zurückzugreifen. Deshalb erscheint es notwendig, zu der hier verwendeten Methode einige Anmerkungen zu machen.
Dieter Köster

4. Das Modell

Zusammenfassung
Ökonomische Modelle dienen dazu, aus der unüberschaubaren Komplexität der zu beobachtenden Wirkungsbeziehungen die für einen Untersuchungsgegenstand jeweils relevanten herauszulösen, in analytischer Form abzubilden und mit mathematischer Exaktheit zu untersuchen. Insbesondere Simulationsmodelle sind dazu geeignet, durch Modellversuche Ursache-Wirkungsbeziehungen zu isolieren und damit zu einer kausalen Interpretation empirisch beobachtbarer Phänomene beizutragen. Um dabei realitätsnahe Aussagen treffen zu können, ist es notwendig, alle für den Untersuchungsgegenstand entscheidenden Beziehungen einzubeziehen, aber gleichzeitig die Komplexität so einzuschränken, daß die Kausalität analysierbar bleibt. Im zweiten Kapitel wurden der Untersuchungsgegenstand und die Fragestellungen definiert, mit deren Hilfe sich die im folgenden formulierten Anforderungen an das Modell ableiten lassen.
Dieter Köster

5. Preiswettbewerb

Zusammenfassung
Im vorangegangenen Kapitel wurde das Grundmodell zur Untersuchung der Netzproduktmärkte entwickelt. Es liegt damit ein Instrument vor, mit welchem die wichtigsten industrieökonomischen Fragestellungen bezüglich dieser Märkte analysiert werden können. Das Modell ist flexibel aufgebaut, so daß Anpassungen an den jeweiligen Untersuchungsgegenstand möglich sind.
Dieter Köster

6. Kompatibilität und Wettbewerb der Standards

Zusammenfassung
Während im vorhergehenden Kapitel die Handlungsparameter der Unternehmen auf die dynamische Preissetzung begrenzt waren, soll dieser Spielraum jetzt durch die Einführung der Kompatibilitätsoption erweitert werden. Im folgenden werden zunächst die Begriffe “Standardisierung” und “Kompatibilität” eingeführt und die Arbeitshypothese für dieses Kapitel abgeleitet. Mit Hilfe von Simulationen soll dann der Einfluß der Kompatibilitätsoption auf den Wettbewerb in Netzproduktmärkten analysiert werden. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
Dieter Köster

7. Innovationswettbewerb

Zusammenfassung
Mit den bisherigen Untersuchungen konnte gezeigt werden, daß Kompatibilitätsstandards eine herausragende Bedeutung für Wettbewerb und Wohlfahrtsgewinn in Netzproduktmärkten haben. Der Wettbewerb der Standards führt zur Standardisierung, und die Geschwindigkeit der Konvergenz der Standards hängt von der Stärke der Netzeffekte ab. Die Sorge, die sich daraus ableitet, ist, daß in Netzproduktmärkten eine Tendenz zum Verharren in dem schließlich gefundenen Standard herrscht und daß der für Märkte wohl wichtigste Wachstumsfaktor, die Produktinnovation, den Netzeffekten zum Opfer fällt. Katz/Shapiro “suspect that in the long run the greatest difference between systems markets and other markets arises because firms’ innovation incentives are altered by network considerations.”222 Die Anreize für Konsumenten und Unternehmen, ein einmal aufgebautes Netz durch neue Produkte zu zerstören, werden durch installed base-Effekte scheinbar verringert. Dennoch weisen gerade die Märkte der Informationstechnologie ausgesprochen hohe Innovationsraten auf, die im Widerspruch zu diesen Überlegungen stehen. In der Computerbranche erfolgen die Modellwechsel sogar in so hoher Frequenz, daß die Konsumenten der technologischen Entwicklung kaum folgen können oder wollen und Zweifel am Wohlfahrtsgewinn durch diese Innovationen auftreten. Der Zusammenhang von Netzeffekten und Innovation ist durch diese Diskussion zu einem wesentlichen Bestandteil der Literatur der Netzproduktmärkte geworden.
Dieter Köster

8. Kapazitätswettbewerb

Zusammenfassung
In den vorangegangenen Kapiteln wurde das Problem der Kapazitätswahl und damit des Kapazitätswettbewerbs nicht berücksichtigt. Es wurde eine Ökonomie der unteilbaren Produktionsfaktoren angenommen, so daß alle Unternehmen, wenn sie den Markt betreten, Kapazitäten in gleicher Höhe aufbauen und dafür Fixkosten in Höhe von kf pro Periode entstehen. Das Produktionsvolumen ist dabei nicht durch Kapazitätsschranken begrenzt. Mit der folgenden Untersuchung soll diese Annahme aufgegeben und den Unternehmen so ein weiterer Strategieparameter zur Verfügung gestellt werden. Es wird untersucht, welche Auswirkungen eine freie Kapazitätswahl auf die bisher gefundenen Ergebnisse hat. Im folgenden wird zunächst die Frage der freien Kapazitätswahl kurz beleuchtet, wobei die Literatur zu diesem Thema aus dem Bereich der Netzökonomik aufgegriffen wird. Aus diesen Betrachtungen wird eine Hypothese abgeleitet, die mit Hilfe der Simulation anschließend analysiert wird. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
Dieter Köster

9. Schlußfolgerungen für Unternehmen und Wettbewerbspolitik

Zusammenfassung
Aus den bislang gewonnenen Ergebnissen können für die Unternehmensstrategie und fir die Wettbewerbspolitik Rückschlüsse abgeleitet werden. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Netzproduktmärkten und sogar die Entstehung dieser Märkte selbst hängen davon ab, ob die Unternehmen sich die Besonderheiten dieser Märkte im Vergleich zu den traditionellen Märkten erschließen können. Sofern dies aber gelingt, birgt der Wettbewerb selbst weitreichende Möglichkeiten, Ineffizienzen, die aufgrund von Netzeffekten zu befürchten sind, zu vermeiden. Weil die Netzeffekte Auswirkungen auf die Marktstruktur, das Marktverhalten und die Marktperformance haben können, ist es auch für die Wettbewerbspolitik, welche die Industriepolitik und das Kartellrecht einschließt, wichtig, die Besonderheiten der Netzproduktmärkte bei ihrer Beurteilung zu berücksichtigen. Im folgenden werden die wichtigsten oben gewonnenen Erkenntnisse auf die Unternehmens- und auf die Wettbewerbspolitik übertragen.
Dieter Köster

10. Schlußwort

Zusammenfassung
Die ökonomische Literatur bezüglich der Netzprodukte ist von der Analyse des Marktversagens durch Netzeffekte geprägt. Es sind oft einfache spieltheoretische Modelle, welche Duopole abbilden und nicht selten einen statischen Ansatz verfolgen, die zu Aussagen führen, daß Netzeffekte Ursache für Koordinationsprobleme, suboptimale technologische Entwicklung oder für ineffizienten Wettbewerb sind. Die unvermeidliche Folgerung ist eine institutionalisierte Regulierung der Märkte, welche nicht selten durch Standardisierungsinstitute oder ein umfangreiches Regelwerk über den Wettbewerb manifestiert wird. Die Telekommunikationsindustrie ist dafür ein herausragendes Beispiel.
Dieter Köster

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