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Über dieses Buch

​Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen der Corona-Pandemie werden in diesem essential analysiert. Drei Fallstudien (Äthiopien, Sambia und Südafrika) zeigen die Versäumnisse der Regierungspolitik. Zur Sprache kommen Fragen der Impfstoffbeschaffung und der Zukunft von Gesellschaften, die schon heute unter Hunger, Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit einer verzweifelten Jugend leidet. Der Migrationsdruck wächst.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: COVID-19 – ein disruptive Menschheitserfahrung mit ungleichen Folgen für Menschen und Staaten

Zusammenfassung
Am 11. März 2020 erklärte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Corona-Epidemie – etwas verspätet – zur globalen „Pandemie“. Die hohen Ansteckungszahlen in immer mehr Ländern der Welt – nicht nur in China, Nordamerika und Westeuropa – ließ ihm keine Wahl mehr. Seitdem haben Hunderte von Millionen Menschen auf allen Kontinenten mit den unangenehmen Begleiterscheinungen wie Lockdowns und Quarantäne-Maßnahmen sowie mit den beängstigenden Auswirkungen der Pandemie zu tun gehabt; denn COVID-19 mit seinen Mutationen, bei denen jede neue noch schlimmer weil ansteckender ist als die vorangegangene, bedeutet für zahlreiche Betroffene einen tiefen Einschnitt in ihre gewohnten Lebensgewohnheiten.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 2. COVID-19-Pandemie in Wellen, Klimakrise und Bevölkerungswachstum – Ursprünge, Krisenverflechtungen und der Ruf nach dem starken Staat

Zusammenfassung
Nach allem was wir heute wissen, ist der ursächliche Treiber sowohl von Corona-Pandemie als auch von der globalen Klimakrise die weltweite Zerstörung der Natur durch die ungebremste Expansion der Menschheit. Der Hamburger Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht hat in seinem Klassiker Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten die intensive Nutzung von Land und Ozeanen durch den Menschen und der damit verbundene zunehmende Verlust an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen aller Art „als Artenkiller Nummer eins“ bezeichnet. Der ursächliche Auslöser all dieser fatalen Übernutzung von Lebensräumen sei die „Überbevölkerung“.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 3. Ausbreitung der Pandemie im Jahr 2021 und zaghafter Beginn des Testens

Zusammenfassung
Die Leiterin des African Population and Health Research Center (APHRC), die Uganderin Catherine Kyobutungi, vertritt die Ansicht, dass der erschreckend steile Anstieg der Corona-Neuinfektionen in afrikanischen Ländern auf die neue Delta-Variante zurückzuführen sei, die bei einer weitgehend nicht geimpften Bevölkerung schwere Schäden anrichten würde. Außerdem fehle es in vielen Ländern an medizinischem Sauerstoff und Intensivbetten, erklärte auch Mathsidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin, (Nicola Abé, Sao Paulo: „Globale Pandemiebekämpfung: Die Reichen lassen sich impfen, die Armen sterben weiter“, in: Spiegel Ausland – online, 19.06.2021).
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 4. Afrikas mangelnder Zugriff auf Impfstoffe gegen COVID-19 und Misstrauen der Bevölkerung gegen Vakzine aus dem Westen

Zusammenfassung
Der sprunghafte Anstieg der Corona-Zahlen in Teilen Afrikas könnte – nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – auch eine Folge der ungleichen Impfstoffverteilung sein. Die Zahl der Neuinfektionen hatte sich im Juni 2021 in Liberia, Namibia, Sambia, Simbabwe und Rwanda in einer Woche verdoppelt, teilte WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan in Genf mit. „Wir sind dabei, einen hohen Preis für diese Ungerechtigkeit zu zahlen“ (NZZ Corona Weltweit – Neueste Entwicklungen, vom 16.06.2021).
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 5. COVAX und die Nord-Süd-Kontroverse um die Freigabe der Patentrechte auf Medikamente

Zusammenfassung
Große Hoffnungen setzten afrikanische Regierungen auf einen fairen Anteil bei der Verteilung der Impfdosen, als die Industriestaaten auf der G7-Tagung in Cornwall/Großbritannien am 14. Juni 2021 versprachen, Entwicklungsländern zusätzlich 2,3 Mrd. Impfstoffe und einen Infrastrukturfonds für Entwicklungsländer zu schaffen. Um den globalen Süden nicht gänzlich von der Versorgung mit Impfstoff auszuschließen, hat die WHO zusammen mit den privat-öffentlichen Impfstoff-Allianzen Gavi (Gavi ist eine öffentlich-private Impfallianz mit Sitz in Genf, die zum Ziel hat, vor allem Kindern in Entwicklungsländern den Zugang zu Impfungen gegen vermeidbare Lebensbedrohliche Krankheiten zu erleichtern.) und CEPI (CEPI = Coalition for Epidemic Preparedness Innovations wurde 2016 in Davos gegründet, von der Bill & Melinda Gates Foundation und der indischen Regierung.) eine neue Finanz-Fazilität gegründet, an der bisher 190 Länder ihre Zusage gegeben haben. COVAX (Covid-19 Vaccines Global Access) soll möglichst viele Impfstoffdosen bei Herstellern kaufen und diese allen bedürftigen Mitgliedern zuteilen sowie die eigene Herstellung von Impfstoffen ermöglichen. In Südafrika soll nun die erste Produktionsanlage für Corona-Impfstoffe entstehen, die möglicherweise schon im September 2021 liefern kann.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 6. Die Politik des Umgangs mit Cocid-19: drei Fallstudien Sambia, Äthiopien und Südafrika

Zusammenfassung
Dem Anschein nach haben viele afrikanische Länder die Corona-Epidemie bisher besser bewältigt als einige andere Länder des Global South wie Brasilien (mit insgesamt 522.000 Toten, bis Anfang Juli 2021), Mexiko oder Philippinen. Indonesien mit seinen 270 Mio. Einwohnern hat mit 31.189 Neuinfektionen an einem Tag (dem 6. Juli 2021) einen Höchstwert erreicht – Ergebnis der rasanten Verbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus (Till Fähnders: „Der Tsunami fängt erst an“, in: FAZ vom 07.07.2021, S. 7). Solche Dimensionen sind in Afrika bisher noch nicht gemeldet worden, aber das aktuelle Infektionsgeschehen in Namibia lässt aufhorchen: Mit 837 Neuinfektionen pro Kopf in den letzten 14 Tagen pro 100.000 Einwohner erreichte Namibia weltweit den höchsten Wert (NZZ-Statistik „Corona weltweit“, am 14.07.2021).
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 7. Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie: die Folgen von geringerem Wirtschaftswachstum und mehr Armut und Arbeitslosigkeit

Zusammenfassung
Bei Ausbruch der Corona-Pandemie war in zahlreichen Ländern der Welt zunächst ein Mangel an Schutzausrüstung, Testkapazitäten, Medikamenten, Intensivbetten und Notfallplänen zu beklagen. So legte die Pandemie die strukturellen und personellen Schwächen in den (meist unterfinanzierten) Gesundheitssystemen offen. Überall zeigten sich Schwierigkeiten bei der medizinischen Versorgung sozial schwacher Gruppen oder von Risiko-Gruppen (mal waren es Alte, mal Studierende und Schulkinder, mal Menschen in abgelegenen Gegenden, mal Flüchtlinge und Asylbewerber.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 8. Soziale Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Bereichen Gesundheit und Bildung

Zusammenfassung
Die Pandemie hat sich auf mehreren sozialen Sektoren negativ ausgewirkt – Menge und Qualität von Dienstleistungen schrumpften. So hat z. B. die starke Fixierung auf die Behandlung von COVID-Erkrankten die gesundheitlichen Standards in anderen Bereichen (Impfungen gegen Tropenkrankheiten, Malaria-Bekämpfung etc.) stark einbrechen lassen – die Folgen werden erst in den nächsten Jahren voll sichtbar werden. Im Jahr 2020 sind die Schulen in Subsahara-Afrika 23 Wochen geschlossen gewesen, ganz oder teilweise, und damit länger als im Weltdurchschnitt. Da die Hälfte der Afrikaner ohne Zugang zu Elektrizität leben muss, ist digitaler Unterricht, selbst wenn in der Familie ein Laptop vorhanden wäre, erschwert bis unmöglich.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 9. Politische Auswirkungen

Zusammenfassung
Die Corona-Pandemie schwächt die politischen Systeme Afrikas – sowohl die Parlamente als auch Regierung und Verwaltungen -, die oftmals nicht mehr ‚normal‘ funktionieren können. Aber gleichzeitig verführt sie auch amtierende Präsidenten zu größerer Risikobereitschaft zum Auskämpfen von Machtkonflikten – gewissermaßen ‚im Windschatten der Seuche‘.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

Kapitel 10. Hoffnungsschimmer: Afrikas Zukunft wird noch ‚diverser‘

Zusammenfassung
Wie auch hier an zahlreichen Beispielen und Zahlen illustriert wurde, ist die Feststellung realistisch, dass die große Mehrzahl der Menschen afrikanischer Länder in diesem Jahr und auch in den nächsten Jahren unter den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen der Corona-Pandemie viel stärker leiden wird als die Einwohner von Staaten mit leistungsstarken bewährten Gesundheitssystemen. Aktuell machen Corona-bedingte oder durch Corona verstärkte Hungersnöte, Gewaltausbrüche und Staatsversagen auf Madagaskar, in Mosambik, in Namibia, in Sambia, Südafrika, in Äthiopien und Tunesien Schlagzeilen. Afrikas Ökonomien sind aufgrund externer Abhängigkeiten und geringer Diversität in starkem Maße verwundbar, wobei die noch nicht überwundene Corona-Pandemie (mit möglichen weiteren Infektionswellen) bestehende Schwächen und Asymmetrien im Außenhandel verstärkt.
Wolff-Christian Peters, Rainer Tetzlaff

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