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06.05.2020 | Originalarbeit | Ausgabe 5-6/2020 Open Access

Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft 5-6/2020

Wie erreicht man das „gute ökologische Potenzial“? Fallbeispiel Innstauraum Egglfing-Obernberg

Zeitschrift:
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft > Ausgabe 5-6/2020
Autoren:
DI Dr. Gerald Zauner, DI Wolfgang Lauber, Mag. Michael Jung, Mag. Clemens Ratschan, MSc. Michael Schöfbenker, DI Dr. Roland Schmalfuß
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Die Wasserkörper der bayerisch-oberösterreichischen Grenzstrecke des Unteren Inns zwischen dem Kraftwerk Passau-Ingling und der Salzachmündung wurden als „erheblich veränderte Wasserkörper“ entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft. Hier gilt nicht der „gute ökologische Zustand“, sondern das „gute ökologische Potenzial“ als zu erreichender Zielzustand. Für die Erreichung dieses Ziels ist ein gemäß „Leitfaden zur Bewertung erheblich veränderter Gewässer“ definierter Teil des „höchsten ökologischen Potenzials“ umzusetzen, worunter das maximale Maßnahmenpotenzial ohne signifikante Einschränkungen der für die Einstufung als „erheblich veränderter Wasserkörper“ verantwortlichen Nutzungen zu verstehen ist. Für den Innstauraum Egglfing-Obernberg wurden die dazu erforderlichen Maßnahmen definiert und im Rahmen des von 2017 bis 2019 laufenden Projekts „Durchgängigkeit und Lebensraum“ zum Großteil bereits umgesetzt. Projektinhalte waren die Herstellung eines Insel-Nebenarmsystems einschließlich eines unterstromig angebundenen Stillgewässers in der Stauwurzel, die Dynamisierung und Entlandung von bestehenden Altarmen sowie die Errichtung eines naturnahen Umgehungsgewässers als Fischaufstiegshilfe und hochwertiger Fließgewässerlebensraum. Fischökologische Erhebungen vor Maßnahmenumsetzung bestätigten die hydromorphologischen Defizite des Innstauraums Egglfing-Obernberg, insbesondere das Fehlen hochwertiger Laich- und Juvenilhabitate rheophiler Flussfischarten und die stark eingeschränkte laterale Konnektivität, was sich in quantitativ geringen Fischbeständen und einem Defizit an Arten und Altersstadien äußerte. Allerdings konnte im Zuge dieser Erhebungen mit dem Steingreßling eine im gesamten Salzach-Innsystem ausgestorben geglaubte Fischart wiederentdeckt werden. Erste Untersuchungsergebnisse der herbstlichen Fischmigration im Umgehungsgewässer zeigten ungewöhnlich hohe Aufstiegszahlen verschiedener Cyprinidenarten. Im Rahmen des über die nächsten Jahre laufenden Monitorings soll die Wirkung der Maßnahmen in Hinblick auf die Zielerreichung nach Wasserrahmenrichtlinie untersucht werden, wobei in Analogie zu den Ergebnissen bestehender fischökologischer Studien eine deutliche Stärkung der Fischpopulationen zu erwarten ist.
Literatur
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