Zum Inhalt

Wie Fiktionalität das soziale Imaginäre (re)organisiert:

Rolf Hochhuths Der Stellvertreter und die Entstehung sozialer Identitäten

  • 01.11.2019
  • Hauptbeiträge
Erschienen in:

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche, um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Zusammenfassung

In diesem Beitrag gehe ich der Frage nach, wie fiktionale Kunst auf das soziale Imaginäre einwirkt und es verändert. Am Beispiel der öffentlichen Rezeption von Rolf Hochhuths Theaterstück Der Stellvertreter (1963) zeige ich, wie sich soziale Identität aus dem Ästhetischen speist. Hochhuths Stellvertreter markiert den Beginn der westdeutschen Auseinandersetzung mit der Frage nach Schuld am Holocaust und bildet einen kulturellen Ausgangspunkt für die 68er-Bewegung. Indem das dokumentarische Theater eine neue Form der Individualität, des Denkens und des Fühlens hervorbringt, reorganisiert es soziale Wirklichkeit und greift durch ästhetische Formgebung aktiv in das soziale Imaginäre ein. Werke fiktionaler Kunst spielen bei der Hervorbringung bzw. Schöpfung sozialer Identität eine besondere Rolle, denn Kunst ist laut Wolfgang Iser dem Prinzip des Ästhetischen unterworfen. Das Prinzip des Ästhetischen ist formgebend und spricht somit das Sein der Psyche an – hier folge ich dem Sozialphilosophen Cornelius Castoriadis. Am Beispiel von Hochhuths Stellvertreter möchte ich darlegen, wie es der Kunst gelingt, ein neues Wahrnehmungsmuster zu etablieren, das durch die öffentliche Debatte zu einer neuen „Sensorialitätsordnung“ (Rancière) führt. Diese neue Ordnung transformiert den Begriff des Politischen, der als primäre soziale imaginäre Bedeutung (Castoriadis) zu den gesellschaftskonstitutiven Begriffen westlicher Demokratien gehört.

Sie haben noch keine Lizenz? Dann Informieren Sie sich jetzt über unsere Produkte:

Springer Professional "Wirtschaft+Technik"

Online-Abonnement

Mit Springer Professional "Wirtschaft+Technik" erhalten Sie Zugriff auf:

  • über 102.000 Bücher
  • über 537 Zeitschriften

aus folgenden Fachgebieten:

  • Automobil + Motoren
  • Bauwesen + Immobilien
  • Business IT + Informatik
  • Elektrotechnik + Elektronik
  • Energie + Nachhaltigkeit
  • Finance + Banking
  • Management + Führung
  • Marketing + Vertrieb
  • Maschinenbau + Werkstoffe
  • Versicherung + Risiko

Jetzt Wissensvorsprung sichern!

Österreichische Zeitschrift für Soziologie

Die Österreichische Zeitschrift für Soziologie (ÖZS) ist das Fachorgan der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie.

Springer Professional "Wirtschaft"

Online-Abonnement

Mit Springer Professional "Wirtschaft" erhalten Sie Zugriff auf:

  • über 67.000 Bücher
  • über 340 Zeitschriften

aus folgenden Fachgebieten:

  • Bauwesen + Immobilien
  • Business IT + Informatik
  • Finance + Banking
  • Management + Führung
  • Marketing + Vertrieb
  • Versicherung + Risiko




Jetzt Wissensvorsprung sichern!

Titel
Wie Fiktionalität das soziale Imaginäre (re)organisiert:
Rolf Hochhuths Der Stellvertreter und die Entstehung sozialer Identitäten
Verfasst von
Marcela Knapp
Publikationsdatum
01.11.2019
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Österreichische Zeitschrift für Soziologie / Ausgabe Sonderheft 2/2019
Print ISSN: 1011-0070
Elektronische ISSN: 1862-2585
DOI
https://doi.org/10.1007/s11614-019-00380-1
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.
Dieser Inhalt ist nur sichtbar, wenn du eingeloggt bist und die entsprechende Berechtigung hast.
    Bildnachweise
    Schmalkalden/© Schmalkalden, NTT Data/© NTT Data, Verlagsgruppe Beltz/© Verlagsgruppe Beltz, EGYM Wellpass GmbH/© EGYM Wellpass GmbH, rku.it GmbH/© rku.it GmbH, zfm/© zfm, ibo Software GmbH/© ibo Software GmbH, Lorenz GmbH/© Lorenz GmbH, Axians Infoma GmbH/© Axians Infoma GmbH, genua GmbH/© genua GmbH, Prosoz Herten GmbH/© Prosoz Herten GmbH, Stormshield/© Stormshield, MACH AG/© MACH AG, OEDIV KG/© OEDIV KG, Rundstedt & Partner GmbH/© Rundstedt & Partner GmbH