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Über dieses Buch

Im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen 2011 wurde erstmals in der Schweiz ein Rolling Cross-Section Survey realisiert. Thomas De Rocchi nutzt die damit erhobenen Daten, um kurzfristige Einstellungs- und Präferenzänderungen der Wählerschaft im Verlauf der Kampagne zu identifizieren und mit (Kommunikations-)Ereignissen aus ebendieser Kampagne zu erklären. Die präsentierten Analysen liefern daher wichtige neue Erkenntnisse mit Blick auf den Einfluss von Medienberichten und Wahlumfragen auf die Meinungsbildung sowie die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Fragestellung, Stand der Forschung und Fallauswahl

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Kapitel 1. Einleitung

In der öffentlichen Wahrnehmung ist der Erfolg bei Wahlen eng verknüpft mit Geld – viel Geld. Das zeigt sich exemplarisch am Beispiel der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, wo alle vier Jahre Milliarden an Dollars gesammelt werden, um damit die Kampagnen der Kandidaten der beiden grossen Parteien zu finanzieren. Auch in der Schweiz stiegen die Ausgaben der Parteien und Kandidaten im Vorfeld nationaler Wahlen in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich an, wie eine Studie von Hermann (Das politische Profil des Geldes: Wahl- und Abstimmungswerbung in der Schweiz, Universität Zürich, Forschungsstelle sotomo, Zürich, 2012) aufzeigt.

Thomas De Rocchi

Kapitel 2. Theoretischer Rahmen: Die Determinanten des Wahlentscheids und der Einfluss von Kampagnen

Obwohl vielerorts auf der Welt in jedem Wahljahr von Neuem riesige Summen in Kampagnen investiert werden, waren deren Auswirkungen auf die Wählerinnen über lange Zeit Gegenstand einer kontrovers geführten Debatte (für einen Überblick, siehe z.B. Holbrook 1996; Farrell und Schmitt-Beck 2002). Während Jahrzehnten überwog die Auffassung, dass Kampagnen bestenfalls einen minimalen Effekt auf den Wahlentscheid hätten (Berelson, Lazarsfeld und McPhee 1954; Klapper 1960; Salmore und Salmore 1989; Finkel 1993), gerade im Vergleich mit starken und vergleichsweise stabilen Einflussfaktoren wie beispielsweise der Identifikation mit einer Partei (Campbell et al. 1960). Grund für diese Einschätzung war nicht zuletzt das vermeintliche Paradoxon, dass der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen – der wohl am ausgiebigst analysierten Wahlen der Welt – bis in die jüngste Vergangenheit in der Regel schon Monate vor Beginn des Wahlkampfs bis auf wenige Prozentpunkte genau vorhergesagt werden konnte, gestützt auf die aktuelle Wirtschaftslage sowie die Popularität des amtierenden Präsidenten (Lewis-Beck und Rice 1992; Gelman und King 1993; Iyengar und Simon 2000).

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Kapitel 3. Wahlen in der Schweiz

Die Schweizerinnen sehen ihr Land gerne als Sonderfall – in vielerlei Hinsicht –, und zuweilen gründet diese Selbstwahrnehmung eher auf Mythen denn auf tatsächlichen Unterschieden (eine umfassende soziologische Aufarbeitung der schweizerischen Sonderfallsdebatte findet sich bei Eberle und Imhof 2007). Mit Blick auf die Wahlen und ihre Bedeutung weist die Schweiz allerdings in der Tat einige Besonderheiten auf, die sich so in anderen Ländern nicht beobachten lassen. Das liegt einerseits an den geltenden Wahlregeln und der Art und Weise, wie in der Schweiz die Regierung gebildet wird.

Thomas De Rocchi

Daten und Methodik

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Kapitel 4. Die Datenbasis: RCS und Medieninhaltsanalyse

Die Analysen, die im dritten Teil dieses Buches vorgestellt und diskutiert werden, basieren überwiegend auf zwei Datensätzen: dem im Vorfeld zu den eidgenössischen Wahlen 2011 realisierten ersten Schweizer Rolling Cross-Section Survey (RCS) und einer parallel dazu durchgeführten Medieninhaltsanalyse. Auf den folgenden Seiten werden die Möglichkeiten, die diese Daten bieten, wie auch die Vor- und Nachteile des RCS-Designs im Vergleich zu herkömmlicheren Befragungsmethoden ausführlich beschrieben. Ebenfalls diskutiert werden die Einschränkungen, welche die weit verbreitete Briefwahl – eine Besonderheit von Wahlen in der Schweiz – hinsichtlich der Verwendung der RCS-Daten mit sich bringen.

Thomas De Rocchi

Kapitel 5. Verknüpfung von Befragungsdaten mit Medieninhaltsanalyse

Da im Rahmen des Rolling Cross-Section Surveys jeden Tag wahlberechtigte Bürgerinnen befragt worden sind und auch die Berichterstattung in den Medien täglich analysiert und klassifiziert wurde, bietet sich der Tag der Befragung als Ausgangspunkt für die Verknüpfung der beiden Datensätze an. Allerdings – und darin liegt die grosse Herausforderung einer solchen Verknüpfung – enthalten die RCS-Daten keine präzisen Informationen darüber, welche Zeitungen und Onlinemedien die Befragten zu lesen pflegen. Deren effektiver Medienkonsum ist also nicht bekannt und kann in diesem Fall auch nicht mehr nachträglich eruiert werden.

Thomas De Rocchi

Kapitel 6. Explorative visuelle Analysen dank tagesaktuellen Daten

Die mit Hilfe einer RCS-Studie gewonnenen Daten haben nicht nur den Vorteil, dass sie dazu geeignet sind, kurzfristige Veränderungen in den Absichten und Wahrnehmungen der Wählerinnen zu untersuchen, dank der vergleichbaren täglichen Teilstichproben ist es oftmals auch möglich, solche Veränderungen bereits anhand von visuellen Analysen zu identifizieren. Die graphische Darstellung von interessierenden Entwicklungen über den Verlauf des Untersuchungszeitraums – im vorliegenden Fall über die letzten Wochen vor den eidgenössischen Wahlen 2011 – erlaubt es, einen ersten Eindruck von möglichen Zusammenhängen zu gewinnen und Wendepunkte in diesen Entwicklungen (turning points) sichtbar zu machen. Allerdings weisen die täglichen Mittelwerte, auf denen solche visuellen Analysen basieren, in der Regel beträchtliche Schwankungen auf, was die Interpretation erschwert, da die resultierenden Kurven unruhig sind.

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Ausgewählte Fragestellungen

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Kapitel 7. Wie Issues und ihre Verknüpfung mit bestimmten Parteien die Präferenzen der Wählerinnen beeinflussen

Dass den Medien eine wichtige Rolle zukommt, wenn es darum geht, eine – zumindest einigermassen – informierte Wählerschaft herzustellen, ist wohl nicht zu bestreiten. Es besteht folglich also ein Zusammenhang zwischen der öffentlichen Meinung und dem Inhalt der Berichterstattung. Zwar vermögen die Medien nicht zu bestimmen, was die Bürgerinnen denken; wie bereits Cohen (Cohen, The Press and Foreign Policy, Princeton University Press, Princeton, 1963) aufgezeigt hat, haben sie aber durchaus einen Einfluss darauf, worüber diese nachdenken.

Thomas De Rocchi

Kapitel 8. Viel Lärm um Nichts? Der Einfluss von Vorwahlbefragungen auf die Beurteilung der Parteien und den Ausgang der Wahl

Dass die publizierten Ergebnisse von Vorwahlbefragungen sowie die daraus resultierenden Erwartungen der Wählerinnen hinsichtlich des Wahlausgangs das Potential haben, zumindest kurzfristig die Beurteilung der zur Wahl stehenden Parteien und damit die Meinungsbildung einer Wählerin zu beeinflussen, erscheint intuitiv einleuchtend. Ob Vorwahlbefragungen allerdings tatsächlich Auswirkungen auf das Verhalten der Wählerinnen und somit letztlich auf den Ausgang von Wahlen haben, und – falls ja – in welcher Art und Weise, ist Gegenstand einer seit langem geführten Debatte, in der Wahlforschung ebenso wie in der Öffentlichkeit.

Thomas De Rocchi

Kapitel 9. Warum Wählerinnen ihre Präferenzen kurzfristig wechseln – und welche Parteien davon profitieren

In Ergänzung zu den letzten beiden Kapiteln, in denen kurzfristige Kampagneneffekte auf die Parteibeurteilungen der Wählerinnen und deren Wahlabsichten untersucht wurden – der Fokus, mit anderen Worten, also primär auf den erklärenden Variablen lag –, widmet sich das dritte und letzte Analysekapitel einer alternativen abhängigen Variable: den Präferenzänderungen der Wählerinnen im Verlauf der Kampagne. Als Folge der in Kapitel 2 bereits diskutierten Lockerung der traditionellen Bindungen zwischen bestimmten sozialen Gruppen und Parteien (Dalton und Wattenberg 2000; Thomassen 2005), lässt sich in den meisten westlichen Demokratien eine zunehmende Volatilität der Wählerpräferenzen beobachten; sowohl zwischen zwei Wahlen (siehe z.B. Preissinger und Schoen 2016) als auch im Verlauf einzelner Kampagnen. Letzteres hängt auch damit zusammen, dass die Wählerinnen ihre Entscheidungen immer später treffen (siehe z.B. Schmitt-Beck und Partheymüller 2012).

Thomas De Rocchi

Fazit und Ausblick

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Kapitel 10. Zusammenfassung und abschliessende Diskussion der Befunde

Im Vorfeld zu den eidgenössischen Wahlen 2011 wurde in der Schweiz zum ersten Mal überhaupt ein Rolling Cross-Section Survey (RCS) realisiert. In Kombination mit der gleichzeitig durchgeführten Inhaltsanalyse der 28 wichtigsten Print- und Onlinemedien eröffnen die in diesem Rahmen erhobenen Daten bislang noch nie dagewesene Möglichkeiten, um kurzfristige Einstellungs- und Präferenzänderungen der Schweizer Wählerinnen im Verlauf einer Kampagne nicht nur zu identifizieren, sondern auch mit Ereignissen aus der Kampagne oder der sich darauf beziehenden Berichterstattung der Medien zu erklären. Im Rahmen der in diesem Buch präsentierten Untersuchungen wurde von diesen Möglichkeiten ausgiebig Gebrauch gemacht, mit dem Ziel, die vorhandenen Kenntnisse bezüglich dem kurzfristigen Wirkungspotential von aktuellen Sachfragen und Umfragetrends auf die Entscheidungsfindung der Wählerinnen zu erweitern.

Thomas De Rocchi

Kapitel 11. Ausblick

Ganz zum Schluss sollen nun noch einige mögliche Stossrichtungen für zukünftige Forschungsvorhaben aufgezeigt werden, die sich eignen würden, um die Erkenntnisse, die in diesem Buch präsentiert wurden, zu qualifizieren und zu erweitern. So wäre es, wie erwähnt, wünschbar, wenn die Analysen zum Einfluss der wahrgenommenen issue handling competence der Parteien anhand von Daten repliziert werden könnten, die es erlauben, für assoziative Verknüpfungen von Issues und Parteien zu kontrollieren. Wie im letzten Abschnitt ebenfalls bereits angesprochen, liessen sich die Befunde hinsichtlich der indirekten Wirkung – oder eben Wirkungslosigkeit – von Umfrageresultaten auf die Wahlabsichten der Schweizerinnen zudem anhand von Paneldaten qualifizieren, ohne dass auf eine Simulation der ursprünglichen Parteibeurteilungen anhand eines Matching-Verfahrens zurückgegriffen werden müsste. Möglicherweise würden sich zu diesem Zweck die Daten eigenen, die im Herbst 2015 im Rahmen des zweiten Schweizer RCS erhoben wurden. Dieser wurde als Kombination aus Rolling Cross-Section Survey und Panel konzipiert und umfasst vier – statt wie 2011 nur zwei – Befragungswellen.

Thomas De Rocchi

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