„Lehne es nicht ab, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Weigere dich lediglich, dich ihm zu unterwerfen.“ (Norman Vincent Peale)
„Haben Sie eine Ahnung, wer Sie sind?“, fragte der Anzeigentext einer Personalberatung. Die Antwort kam einige Zeilen weiter: „Wenn Sie das glauben sollten – es stimmt nicht!“ Diese Frage konfrontiert uns unmittelbar damit, ‚wer wir sind, sein wollen oder sollen‘, also mit der Kenntnis und Akzeptanz des eigenen Seins. Dieser Aufbruch ins eigene Innenleben muss ja nicht gleich den Stellenwert der Notizen erhalten, wie sie der englische Geistliche Yorick, der 1762 nach Calais übersetzte, in
Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien
verfasste. Er protokollierte – teilweise recht freizügig – seine Ausflüge ins eigene Innenleben, das ihm höchst verheddert vorkam. Häufig geriet er in erotische Verstrickungen. Dann offenbarten sich nie erahnte Dimensionen seines Ichs. Bin ich Geizhals, Großmut und Menschenfreund in einer Person oder mein eigener Feind? Bis ins feinste Detail protokollierte und kommentierte er seine Innen‐Welt‐Reise.
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