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Über dieses Buch

Dieser Karriereratgeber liefert Transparenz im Dschungel des Wissenschaftssystems. Der erfahrene Wissenschaftler Rainer Meckenstock gibt konkrete Tipps für den eigenen Weg – vom Studium über die Doktoranden- und Postdoc-Zeit bis hin zur ersten Professur: Nach welchen Kriterien sollen sich angehende Forscher ihre Arbeitsgruppe aussuchen? Wie bauen sie ein Profil aus wissenschaftlicher und technischer Kompetenz auf? Welche Ziele sollten Jungforscher für die wissenschaftliche Arbeit im Auge behalten? Die Antworten werden mit Zeichnungen von Jan Frösler illustriert. Das Buch regt die Diskussion zwischen Nachwuchskräften und erfahrenen Wissenschaftlern oder Mentoren an und dient als Inspiration für ein Coaching. Es richtet sich an alle Wissenschaftler, um entweder die eigene Karriere oder die Ausbildung des Nachwuchses zu fördern. Ergänzend zeigen sieben Professorinnen und Professoren anhand ihrer Lebensläufe, wie vielfältig die Karrierewege in der Wissenschaft sein können, und geben ihre eigenen Erfolgsratschläge.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Einstieg: Studium

Als Wissenschaftler muss man zwangsläufig studiert haben. Kein Student kann von dieser Grundregel abweichen, aber er kann schon sehr früh während des Studiums nachhelfen, danach einen guten Arbeitsplatz zu bekommen. Und dabei ist es erstmal völlig egal, ob man später Wissenschaftler werden oder in die Wirtschaft gehen möchte. „In die Wirtschaft“ steht übrigens in der Wissenschaft für alles, was außerhalb des Hochschulbereichs ist. Egal ob das Handel, Dienstleistung oder verarbeitendes Gewerbe ist. Aber für alle späteren Arbeitgeber, egal ob in der Universität oder in der Industrie, gilt, dass sie gute Leute suchen.
Rainer Meckenstock

2. Bachelor- und Masterarbeit

Im Prinzip gilt das, was ich hier schreibe, gleichwertig für Bachelor und Master – aber auch darüber hinaus. Der Bachelor ist wahrscheinlich der erste wirkliche Kontakt mit Forschung, in dem du ein eigenes Thema bearbeitest. Hier bist du noch in einer Kennenlernphase. Beim Master solltest du aber langsam beginnen, dir Gedanken zu machen, was du willst. Meiner Erfahrung nach ist der häufigste Entscheidungsgrund von Studenten für eine Arbeitsgruppe, ob da nette Leute sind und ob das Thema interessant ist. Beides sind extrem wichtige, nicht zu unterschätzende Faktoren, da beide viel mit Spaß zu tun haben. Und den solltest du unbedingt dabei haben, damit du auch gut bist.
Rainer Meckenstock

3. Mentoren

Da ich Mentoren sehr wichtig finde, möchte ich diesem Thema ein eigenes Kapitel widmen. Es ist sinnvoll, sich möglichst früh in der Karriere einen Mentor zu suchen. Zwar haben es viele Wissenschaftler ohne Mentor geschafft, aber mit Mentor ist vieles leichter. Was ist ein Mentor? Der Mentor ist ein gestandener Wissenschaftler (meistens ein Professor oder eine Professorin – hier nochmal ausdrücklich der Hinweis, dass immer beide gemeint sind), der weiß wie der Hase läuft. Seine gute Position in der Wissenschaft erkennst du beispielsweise daran, dass er einen Lehrstuhl leitet, eine ordentliche Universitätsprofessur hat oder auch Abteilungsleiter in der Industrie ist. Zum anderen gelten die gängigen Kriterien der Wissenschaftsbewertung (s. Auswahl der Arbeitsgruppe, Abschn. 4.4): Er publiziert gut und häufig und wirbt erfolgreich Forschungsmittel ein. Diese Kriterien zeigen, dass der Mentor sein Geschäft versteht und dir eventuell dieses Wissen auf hohem Niveau weitergeben kann. Es gibt auch Wissenschaftler, die hervorragende Ratgeber sind, aber aus verschiedenen Gründen selbst nicht erfolgreich waren – dies ist allerdings schwierig zu erkennen.
Rainer Meckenstock

4. Doktorarbeit

Jetzt wird’s ernst – und hier ist übrigens der Mentor extrem wichtig (Kap. 3). Mit der Auswahl der Doktorarbeit legst du Grundsteine für deine weitere Zukunft. Sowohl fachlich, indem du dich in einem Gebiet spezialisiert, als auch beruflich, indem du dich entscheidest, ob du einen Beruf ergreifst, der für Promovierte geeignet ist. Du kannst dich nämlich mit einer Promotion auch überqualifizieren.
Es gibt aber noch eine ganze Reihe anderer Aspekte, die du dir sehr gut überlegen solltest, bevor du eine Promotionsstelle annimmst.
Rainer Meckenstock

5. Postdoc

Für Wissenschaftler ist der nächste Schritt nach der Doktorarbeit die Postdoc‐Zeit. Wenn du in die Wirtschaft gehen möchtest, ist es nicht unbedingt förderlich einen Postdoc zu machen, aber es schadet auch nicht unbedingt. Meistens wollen Arbeitgeber einen möglichst jungen Mitarbeiter, den sie schnell einlernen können. Wenn du in der Wirtschaft arbeiten möchtest, solltest du dich deshalb ziemlich bald bei Firmen bewerben. Idealerweise hast du dir über Praktika, Sommerjobs und als Werkstudent bereits Erfahrungen gesammelt. Du kannst auch einen Postdoc in einer Firma machen. Dadurch bekommst du schon einen Fuß in die Tür. Die Leute lernen dich kennen und wissen, was du kannst. Dadurch fällt dir auch eine mögliche interne Bewerbung leichter, denn viele Stellenangebote werden zunächst nur innerhalb der Firma ausgeschrieben, damit sich die vorhandenen Mitarbeiter bevorzugt bewerben können. Das gilt natürlich auch für dich, obwohl du einen Zeitvertrag hast.
Rainer Meckenstock

6. Nachwuchsgruppenleiter

Der Sprung in die wissenschaftliche Selbstständigkeit ist ein ganz besonderer. Ab jetzt gilt Hop oder Top. Damit meine ich, dass du am Ende deiner letzten Postdoc‐Stelle nochmal in dich gehen und überprüfen solltest, ob die wissenschaftliche Laufbahn das Richtige für dich ist. Nach dem Postdoc kannst du noch abspringen und eine andere als die rein wissenschaftliche Karriere einschlagen. Je weiter du aber in der Forschungs‐Karriereleiter voranschreitest, desto schwerer wird der Absprung. Du musst an diesem Punkt sehr selbstkritisch sein. Alle guten Wissenschaftler finden einen guten Job. Aber je älter du wirst, desto geringer sind deine Chancen auf einen adäquaten Job in der Wirtschaft – nicht zuletzt weil du mit zunehmendem Alter teurer, aber nicht unbedingt qualifizierter für viele Jobs wirst. Du musst also unbedingt sehr neutral in dich hineingehen und dir deine objektiven Daten anschauen. Publizierst du gut? Bist du unter den besten 10–20 %? Nur wenn dein Lebenslauf vergleichbar ist mit den aktuellen Konkurrenten, wirst du eine Chance haben.
Rainer Meckenstock

7. Administration und Gremienarbeit

Sobald du eine eigene Arbeitsgruppe hast, bist du eigentlich schon ein richtiger Chef. Du betreust Masterstudenten und Doktoranden, publizierst selbstständig und trittst auf Konferenzen auf. Du hältst wahrscheinlich auch eine eigene Vorlesung und nimmst Prüfungen ab. Was dich jetzt noch vom Lehrstuhlinhaber unterscheidet, ist neben der Dauerstelle und dem Professorentitel vor allem die Sichtbarkeit in der Verwaltung. Du hast keine eigene Sekretärin und bist nicht in Gremien wie dem Fakultätsrat eingespannt. Jetzt tritt aber etwas sehr Seltsames, ja geradezu Paradoxes, in der Entwicklung der jungen Wissenschaftler auf: Anstatt sich glücklich zu schätzen, die meiste Zeit der Arbeit für die praktische Forschung, die Diskussion mit den eigenen Doktoranden oder für das Lesen von Publikationen zu haben, eifern sie in grotesker Weise den alten Herrschaften nach.
Rainer Meckenstock

8. Der Sprung zur Professur

Die wichtigste Voraussetzung für eine Professur ist mit Sicherheit erstklassige Wissenschaft. Aber es gibt natürlich immer mehrere gute Bewerber, und dann können auch andere Faktoren den gewissen Unterschied machen. Das sind neben der erstklassigen Publikationsliste auch die Drittmittelprojekte. Jede Universität oder Forschungseinrichtung braucht Geld von außen, um die Forschung zu finanzieren. Wenn du ein paar gute Forschungsprojekte eingeworben hast, bekommen die Kollegen in der Berufungskommission das Gefühl, dass du das auch weiterhin schaffen wirst und nicht in ein Loch fällst. Besonders wichtig ist auch hier, dass du die Drittmittel ohne deinen bisherigen Chef eingeworben hast. Zukünftig musst du das alleine hinbekommen, und das musst du glaubwürdig darlegen können. Ein Einzelantrag beispielsweise bei der DFG mit dir als Hauptantragsteller zeigt das überzeugend. Es ist auch förderlich, wenn die Drittmittel nicht nur aus dem Einzelverfahren kommen, sondern auch aus einer Forschergruppe, einem EU‐Projekt oder vom BMBF. Damit kannst du dokumentieren, dass gut vernetzt bist und in größeren Teams zusammenarbeitest.
Rainer Meckenstock

9. Ausgewählte Lebensläufe

In diesem letzten Kapitel schildern international anerkannte Forscher aus Deutschland ihren Karriereweg. Diese Lebensläufe sollen als handfeste Beispiele dienen, wie man eine erfolgreiche Karriere als Wissenschaftler erreichen kann, aber auch wie vielfältig die Wege sein können. Die Kolleginnen und Kollegen stellen hier ihren eigenen Werdegang dar und erläutern, was aus ihrer Sicht zu ihrem Erfolg geführt hat.
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