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Über dieses Buch

Die Erforschung der Performativität der Wirtschaftswissenschaft gehört heute zum Kanon der neueren Wirtschaftssoziologie. Das essential verfolgt die Performativitätsforschung in ihrer Entstehung aus der Akteur-Netzwerk-Theorie zurück und rekonstruiert die zentralen Annahmen ihrer Haupttexte. Auf der Grundlage einschlägiger Kritiken dieses Forschungsprogramms, ausgewählter Beispiele daran anschließender Studien sowie analytischer Desiderata wird ein möglicher analytischer Richtungswechsel der Performativitätsforschung diskutiert. Dies ist mit dem Plädoyer für eine Soziologie ökonomischen Wissens als empirische Verwendungs- und Wirkungsforschung verbunden.

Der Autor

Dr. Jan Sparsam ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Vom Modell zur Steuerung. Der Einfluss der Wirtschaftswissenschaft auf die politische Gestaltung der Finanzmärkte durch Zentralbanken“ am Institut für Soziologie der LMU München.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Im vorliegenden essential geht es um die Verwendung des Begriffs der Performativität (performativity) in der Soziologie zur Analyse wirtschaftlicher Sachverhalte oder, wie sie im Folgenden genannt werden soll, um die (wirtschaftssoziologische) Performativitätsforschung. Ausgangspunkt dieses Forschungszweigs ist die Annahme, dass die Wirtschaftswissenschaft maßgeblich an der Konstituierung ihres Gegenstandes, der Wirtschaft, beteiligt ist.

Jan Sparsam

Kapitel 2. Wie kommt die Performativitätsforschung in die Wirtschaftssoziologie?

Die Aufnahme der Performativitätsforschung in den Kanon der zeitgenössischen Wirtschaftssoziologie war recht unwahrscheinlich: Sie widerspricht fundamental den Grundannahmen der sogenannten Neuen Wirtschaftssoziologie über wirtschaftswissenschaftliches Wissen.

Jan Sparsam

Kapitel 3. Die konzeptuellen Konturen der Performativitätsforschung

Die Perspektive der Performativität der Wirtschaftswissenschaft wurde zuerst 1998 von Michel Callon in der Einleitung eines von ihm zu marktsoziologischen Themen herausgegebenen Sammelbandes aufgeworfen, der einige der wichtigsten Köpfe der Neuen Wirtschaftssoziologie versammelt. Im Laufe der Jahre hat er diese Perspektive ausgebaut und einen umfangreichen analytischen Apparat dazu angelegt.

Jan Sparsam

Kapitel 4. Die Performativitätsforschung im Spiegel ihrer Kritik

Anwendungsbeispiele aus der Performativitätsforschung und ihre kritische Diskussion offenbaren schnell, dass sich ‚starke‘ Formen von Performativität in den seltensten Fällen nachweisen bzw. wirtschaftliche Phänomene sich kaum plausibel restlos als Effekt wirtschaftswissenschaftlicher Theorien und Modelle ableiten lassen.

Jan Sparsam

Kapitel 5. Soziologie ökonomischen Wissens als Verwendungs- und Wirkungsforschung

Das Dilemma der Performativitätsforschung besteht, so lassen sich die obigen Debatten zusammenfassen, darin, dass ‚starke‘ Fälle von Performativität als die tatsächlich interessanten vermutet werden, ihr Nachweis allerdings zweifelhaft erscheint, weil der Verdacht aufkommt, dass dabei vorausgesetzt wird, was eigentlich aufgespürt werden soll.

Jan Sparsam

Backmatter

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