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Wirkungsvolle Nachhaltigkeitskommunikation

So kommunizieren Unternehmen für eine nachhaltige Zukunft – Grundlagen, Praxisbeispiele und Erfolgsfaktoren

  • 2024
  • Buch

Über dieses Buch

Dieses Buch erläutert, wie Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit mit allen Aspekten wirkungsvoll kommunizieren können, um auch in Zukunft bei allen Stakeholdern relevant und glaubwürdig zu bleiben. Denn Nachhaltigkeitsstrategien sind nicht mehr nice-to-have, sondern überlebenswichtig geworden – auch für Unternehmen.

Das Werk schafft mit fundierten Beiträgen ein klares Verständnis von nachhaltiger Entwicklung sowie ihrer Kommunikation und geht unter anderen diesen Fragen nach: Wie kann Führungskräfte-Commitment die nachhaltige Entwicklung bestärken? Wie werden Kommunikationsteams aktive Gestalter nachhaltiger Transformation? Wie sieht ein nachhaltiges Zukunftsnarrativ für Unternehmen aus? Welche Rolle spielen Green Claims? Wie schädlich ist Greenwashing? Wie steht es um den CO2-Fußabdruck von Kommunikation? Und: Welche Unternehmen bieten Best Practices und sind in der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitskommunikation erfolgreich?

Ein unverzichtbares Buch für Unternehmenslenker, Verantwortliche der Unternehmenskommunikation, Mitglieder in Stiftungs- und Unternehmensaufsichtsräten, Engagement Manager, Agenturen sowie die Managementlehre und Studierende.

Uta-Micaela Dürig ist u.a. Transformations- und Sustainability-Beraterin, Autorin und als Dozentin an Hochschulen tätig. Zuvor war sie über 20 Jahre in Leitungsfunktionen für Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeit in Wirtschaftsunternehmen tätig, u. a. bei ABB und RWE. Bei Bosch war sie als Leiterin der Konzernkommunikation tätig und als Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. Seit 01.04.2023 ist sie Vorständin für Sozialpolitik eines freien Wohlfahrtsverbandes in Stuttgart.

Heidrun Haug ist Gründerin und geschäftsführende Hauptgesellschafterin der Storymaker Public Relations GmbH in Tübingen sowie Mitgründerin der ResCom Academy GmbH. Zuvor war sie 20 Jahre als Journalistin für Wirtschafts- und Technologiezeitschriften tätig. 2001 hat sie die Kommunikationsagentur mit dem Ziel gegründet, Unternehmen in glaubwürdige und nachhaltige Erfolgsgeschichten zu verwandeln. Die Agentur ist Partner des Weltethos-Instituts der Universität Tübingen, berät Unternehmen bei Nachhaltigkeitskommunikation und hat 2023 eine eigene Klimabilanz erstellt. Sie ist im Advisory Board des Studiengangs Kommunikations- und Medienmanagement der SRH Mobile University und Mitglied im Arbeitskreis MediaPolitics der DPRG.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Wissenschaftliche und Unternehmerische Einordnung von Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitskommunikation

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 1. Nachhaltige Entwicklung: Ursprung und aktuelle Herausforderungen verstehen und Zukunftsperspektiven entwickeln, damit alle mitreden und handeln können

      Elizabeth Hofvenschiöld, Maud Helene Schmiedeknecht
      Das Kapitel beleuchtet die Entstehung und Entwicklung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, beginnend mit den historischen Wurzeln im 18. Jahrhundert bis hin zu den aktuellen globalen Leitprinzipien und Zielen. Es untersucht, wie der Begriff der Nachhaltigkeit von der Forstwirtschaft bis zur globalen Politik und Wirtschaft Eingang gefunden hat. Besondere Aufmerksamkeit wird den internationalen Berichten wie dem Brundtland-Bericht und den Veröffentlichungen des IPCC geschenkt, die die Dringlichkeit des Handelns gegen den Klimawandel hervorgehoben haben. Das Kapitel betont die Bedeutung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und die Notwendigkeit, diese Ziele in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren. Es wird auch auf die Herausforderungen und Diskurse eingegangen, die die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung behindern, und bietet Einblicke in innovative Ansätze wie die planetaren Grenzen und die Donut-Ökonomie, um die Nachhaltigkeit zu fördern. Das Kapitel schließt mit einem Aufruf, die Stimmen der künftigen Generationen und anderer bisher ungehörter Akteure in die Diskussion einzubeziehen, um eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu gestalten.
    3. Kapitel 2. Auf dem Weg in eine nicht fossile Zukunft: Ein Ökosozialfonds kann helfen – Interview mit Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hemel

      Heidrun Haug
      Das Interview mit Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Ulrich Hemel widmet sich den komplexen Herausforderungen des Klimawandels und der Notwendigkeit einer globalen ethischen Ausrichtung. Hemel betont die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im Kontext des CO2-Ausstoßes und plädiert für einen globalen Ökosozialfonds, der durch eine CO2-Steuer finanziert werden könnte. Dieser Fonds soll Mehrverbräuche einzahlen und an ärmere Länder ausschütten, um Maßnahmen zur Biodiversität und Klimaneutralität zu fördern. Hemel sieht in der Vision von Hans Küng, verbindende globale Werte zu etablieren, eine aktuelle und dringende Notwendigkeit. Er diskutiert die Rolle von Unternehmen und Regierungen bei der Umsetzung dieser Werte und die Herausforderungen, die mit der digitalen Transformation und globalen Krisen einhergehen. Das Interview bietet konkrete Lösungsansätze und Perspektiven für eine nachhaltige und gerechte Zukunft.
  3. Haltung, Führung und kommunikative Verantwortung – Wie eine nachhaltige Organisation zukunftsfähig wird

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 3. Leadership for Sustainability – Gemeinsame Haltung aller Führungskräfte

      Wie Führungskräfte-Commitment für mehr Wirkung beim Thema Nachhaltigkeit sorgt Uta-Micaela Dürig
      Das Kapitel 'Leadership for Sustainability – Gemeinsame Haltung aller Führungskräfte' untersucht die Rolle von Führungskräften im Kontext von Nachhaltigkeit. Es betont die Notwendigkeit eines umfassenden Commitments und einer klaren Kommunikation durch Führungskräfte, um Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu etablieren. Dabei werden verschiedene Führungsmodelle und deren Limitationen im Hinblick auf Nachhaltigkeit analysiert. Besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung spezifischer Kompetenzen für Führungskräfte, um Nachhaltigkeitsziele erfolgreich umzusetzen. Ein 10-Punkte-Modell zur Implementierung eines ganzheitlichen Ansatzes wird vorgestellt, um die Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen zu fördern. Abschließend wird die Bedeutung von Nachhaltigkeitskommunikation und die Notwendigkeit eines langfristigen, vertrauensbasierten Ansatzes betont.
    3. Kapitel 4. Nachhaltigkeit und Kommunikation: Es geht um Wirkung

      Für Unternehmen und die Gesellschaft Heidrun Haug
      Das Kapitel beleuchtet die zentrale Rolle der Kommunikation in der Nachhaltigkeitsdebatte und wie Unternehmen durch gezielte Strategien gesellschaftliche Veränderungen bewirken können. Es beginnt mit einem Rückblick auf die Entwicklung der Nachhaltigkeitsdiskussion seit den 1970er Jahren und analysiert die Herausforderungen, die Unternehmen bei der Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen gegenüberstehen. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, Kommunikation als aktiven Gestalter von Veränderungen zu verstehen und nicht nur als reaktives Mittel. Das Kapitel präsentiert verschiedene Ansätze und Best Practices, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbotschaften glaubwürdig und wirkungsvoll vermitteln können, und betont die Bedeutung von Storytelling, Glaubwürdigkeit und Handlungsmotivation. Es schließt mit einem Ausblick auf die Zukunft der Nachhaltigkeitskommunikation und der Rolle der Unternehmen in einer sich ständig verändernden Welt.
    4. Kapitel 5. Nachhaltige Kommunikation

      Wilfried Mödinger
      Der Fachbeitrag beleuchtet die Bedeutung nachhaltiger Kommunikation in Unternehmen und Organisationen. Nachhaltige Kommunikation wird als zukunftsfähige Kommunikation definiert, die Aktualität und Relevanz berücksichtigt und den Empfänger als aktiven Sender einbezieht. Der Text untersucht die drei Hauptbereiche der Marktkommunikation, Unternehmenskommunikation und direkten Kommunikation und stellt innovative Ansätze wie das Markendreieck und die Buyer Persona vor. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle von Digitalisierung und neuen Technologien wie ChatGPT und Metaverse-Kommunikation geschenkt, die die Kommunikationslandschaft revolutionieren. Der Beitrag hebt hervor, dass nachhaltige Kommunikation einen Dialog erfordert, der alle Perspektiven und Argumente berücksichtigt, und betont die Bedeutung eines ganzheitlichen, zukunftsfähigen Kommunikationsansatzes.
    5. Kapitel 6. Kommunikationsteams: Vom Zaungast zum aktiven Gestalter nachhaltiger Transformation

      Ina Dürig, Jana Schmülling, Georg Lahme
      Das Kapitel 'Kommunikationsteams: Vom Zaungast zum aktiven Gestalter nachhaltiger Transformation' untersucht die zentrale Rolle der Unternehmenskommunikation bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien. Es wird betont, dass Nachhaltigkeit nicht isoliert, sondern in das Kerngeschäft integriert werden muss, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Die Komplexität des Nachhaltigkeitsmanagements erfordert eine neu definierte Selbstverständnis der Unternehmenskommunikation, die als Beschleuniger, Gestalter und Befähiger fungieren kann. Dabei werden verschiedene Organisationsformen von Nachhaltigkeitsabteilungen vorgestellt und deren Interaktion mit der Kommunikationsabteilung analysiert. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit, Kommunikationsteams als Querschnittsfunktion zu verankern und sie mit den richtigen Expert:innen zu vernetzen. Der Text hebt auch die Bedeutung von Kommunikation bei der Vermittlung von Purpose, der Schaffung von Engagement und der Lösung von Konflikten hervor. Abschließend werden spezifische Voraussetzungen und Fähigkeiten beschrieben, die Kommunikationsteams benötigen, um nachhaltige Transformationen effektiv zu unterstützen.
    6. Kapitel 7. What if? Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Zukunftsnarrativ

      Marc Oliver Voland
      Der Fachtext beleuchtet die Rolle von Narrativen in der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Er zeigt, wie historische Narrative, wie das des amerikanischen Exzeptionalismus, gesellschaftliche Identitäten und Werte prägen. Im Kontext der aktuellen Herausforderungen der Nachhaltigkeit wird die Notwendigkeit neuer, unverbrauchter Zukunftsbilder hervorgehoben. Der Autor diskutiert die Hindernisse, die durch veraltete Narrative entstehen, und stellt Initiativen und Unternehmen vor, die bereits neue Erzählungen entwickeln. Besonderes Augenmerk liegt auf den Kriterien erfolgreicher Nachhaltigkeitsnarrative, wie positiven Visionen und der Integration menschlicher Werte. Praktische Beispiele, wie die Umsetzung von Solaranlagen durch Bürgerinitiativen, veranschaulichen, wie diese Narrative in die Realität umgesetzt werden können. Der Beitrag bietet somit wertvolle Einblicke in die Entwicklung und Implementierung von Zukunftsnarrativen, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformationen unterstützen.
    7. Kapitel 8. Greenwashing als Teil der Unternehmenskommunikation: Erfahrungen aus der Finanzbranche

      Bernd Villhauer
      Der Fachtext beleuchtet das Phänomen Greenwashing im Finanzbereich und analysiert, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen darstellen. Es werden Strategien und Techniken identifiziert, die zwischen ehrlicher Bilanzierung und Greenwashing unterscheiden. Besondere Aufmerksamkeit wird den regulatorischen Rahmenbedingungen geschenkt, die die Verwendung von Umweltaussagen einschränken. Der Beitrag untersucht auch die Auswirkungen von Greenwashing auf die Unternehmenskommunikation und die Notwendigkeit einer transparenten und wahrhaftigen Nachhaltigkeitskommunikation. Die Analyse zeigt, dass Greenwashing nicht nur ethische, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben kann und dass Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien kontinuierlich überprüfen und anpassen müssen.
    8. Kapitel 9. Green Claims: Rechtliche Rahmenbedingungen

      Henrik Steffen Becker, Anno Haberer, Andreas Torka
      Das Kapitel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für Green Claims in der Unternehmenskommunikation unter Berücksichtigung des deutschen Lauterkeitsrechts. Es wird erläutert, wie geschäftliche Handlungen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zu bewerten sind und welche Anforderungen an umweltbezogene Werbung gestellt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird den Verbotsnormen des UWG gewidmet, insbesondere dem Verbot der unlauteren Irreführung und des Irreführens durch Unterlassen. Die Rechtsprechung deutscher Gerichte, insbesondere des Bundesgerichtshofs und verschiedener Landgerichte, wird analysiert, um die strengen Anforderungen an umweltbezogene Werbung zu verdeutlichen. Zudem wird auf die bevorstehende EU-Green-Claims-Richtlinie eingegangen, die zukünftig einheitliche Standards für Umweltaussagen in der EU schaffen soll. Der Beitrag bietet somit eine umfassende Übersicht über die aktuellen und zukünftigen rechtlichen Herausforderungen und Chancen für Unternehmen, die umweltbezogene Werbung betreiben.
    9. Kapitel 10. Ethik, Ethos, Einfluss: Was macht Kommunikation glaubwürdig?

      Matthias Ernst
      Das Kapitel untersucht die zentrale Bedeutung der Glaubwürdigkeit in der Unternehmenskommunikation und PR. Es wird gezeigt, dass ethische Integrität und langfristige Konsistenz im Handeln die Grundlage für Vertrauen und Überzeugungskraft bilden. Die Studie 'Trust in Communicators' der EUPRERA belegt die Vertrauenskrise der Kommunikationsbranche, was besonders im Kontext der Nachhaltigkeitskommunikation problematisch ist. Der Text argumentiert, dass Glaubwürdigkeit nicht nur eine Frage des kommunikativen Handwerks ist, sondern vor allem auf ethischen Prinzipien basiert. Historische und aktuelle Perspektiven auf PR-Ethik werden beleuchtet, und es werden konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Glaubwürdigkeit vorgeschlagen. Besonders hervorgehoben wird die Notwendigkeit einer konsistenten und belegbaren Integrität im Handeln. Der Text schließt mit der Empfehlung, dass Unternehmen sich an Recht und Gesetz halten und ernsthaftes Engagement für soziale und ökologische Zwecke demonstrieren sollten, um langfristig Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen.
    10. Kapitel 11. Dialoge nachhaltig führen: Über Störungen und Klärungen in internen Gesprächen

      Anna Tomfeah
      Das Kapitel 'Dialoge nachhaltig führen: Über Störungen und Klärungen in internen Gesprächen' untersucht die Herausforderungen und Lösungsansätze für nachhaltige Dialogführung in Organisationen. Es werden vier Dialogtypen – Beziehungsarbeit, Sachgespräche, Einladungen zum gemeinsamen Verständnis und Dissenstraining – vorgestellt und anhand praktischer Beispiele erläutert. Besondere Aufmerksamkeit wird der Bedeutung von Klarheit, Orientierung und Anschlussfähigkeit in der Dialogführung geschenkt. Praktische Tipps und Methoden, wie Feedbackgespräche und das Prinzip der Invitational Rhetoric, werden als Hilfsmittel zur Verbesserung der Dialogkultur in Unternehmen vorgeschlagen. Das Kapitel betont die Notwendigkeit, Verständigung und Konfliktlösung in der heutigen komplexen und krisengeprägten Arbeitswelt zu fördern.
    11. Kapitel 12. 4 Phasen der Nachhaltigkeitskommunikation

      Karina Wolf
      Das Kapitel beschreibt die vier Phasen der Nachhaltigkeitskommunikation und deren Bedeutung für die Transformation von Unternehmen. In der ersten Phase wird die Bestandsaufnahme und Kontextualisierung durchgeführt, bei der Stakeholder identifiziert und befragt werden. Die zweite Phase konzentriert sich auf den Dialog und die Grundlagensicherung, wobei interne Kommunikation und Change-Kommunikation im Vordergrund stehen. In der dritten Phase wird die Distributionsphase beschrieben, in der Kernbotschaften entwickelt und Formate und Touchpoints ausgewählt werden. Die vierte Phase umfasst die Reflexionsphase, in der der Prozess regelmäßig überprüft und angepasst wird, um die Nachhaltigkeitsziele kontinuierlich zu erreichen.
    12. Kapitel 13. FußAbdruck der Kommunikation: Was bedeutet es, nachhaltig zu kommunizieren? – Interview mit Prof. Dr. Ulrike Röttger

      Heidrun Haug, Leonie Blank
      Prof. Dr. Ulrike Röttger unterscheidet in ihrem Interview zwischen Nachhaltigkeitskommunikation und nachhaltiger Kommunikation. Während die erste sich auf die Kommunikation über Nachhaltigkeitsthemen konzentriert, umfasst die zweite auch die ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortungsbewusste Nutzung von Ressourcen. Die Studie von Röttger und ihrem Team hat die drei Dimensionen der Triple Bottom Line – ökologisch, ökonomisch und sozial – in vier Ebenen untersucht: Input, Output, Outcome und Outflow. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kommunikationsexperten sich hauptsächlich mit ökologischen Aspekten befassen, während soziale Nachhaltigkeit oft vernachlässigt wird. Die Studie betont die Bedeutung eines Umdenkens im Kommunikationscontrolling und die Notwendigkeit, die gesellschaftliche Transformation voranzutreiben. Besondere Maßnahmen wie die 'Null-Kilometer-Kommunikation' und die Förderung digitaler Kommunikation werden diskutiert, wobei die sozioökologischen Auswirkungen der digitalen Mediennutzung eine zentrale Rolle spielen. Röttger betont die Verantwortung der Kommunikationsbranche, kritisch über ihre eigenen Tätigkeiten nachzudenken und Veränderungen aktiv zu gestalten.
    13. Kapitel 14. In a Nutshell: Leitlinien einer guten Nachhaltigkeitskommunikation

      Heidrun Haug, Uta-Micaela Dürig
      Der Beitrag beleuchtet die zentralen Aspekte einer wirkungsvollen Nachhaltigkeitskommunikation in Unternehmen. Es wird betont, dass Nachhaltigkeit eine langfristige Haltung erfordert, die in allen Branchen und Funktionsbereichen das Denken und Handeln verändert. Eine solide Datenbasis und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen sind unerlässlich, um Greenwashing zu vermeiden. Ethische Standards und menschenzentrierte Ansätze spielen eine entscheidende Rolle. Innovative Technologien und Storytelling werden als wirksame Instrumente zur Motivation und Aktivierung von Mitarbeitenden vorgestellt. Der Beitrag hebt hervor, dass eine nachhaltige Kommunikation selbst nachhaltig agieren muss und dass die Integration von Nachhaltigkeit in alle Bereiche und Prozesse letztlich den Sustainability Officer überflüssig macht. Eine kontinuierliche Evaluation und Vernetzung mit relevanten Stakeholdern sind essenziell, um den Fortschritt zu dokumentieren und die Maßnahmen weiterzuentwickeln. Die verschiedenen Stadien der Nachhaltigkeitskommunikation werden detailliert beschrieben, von der initialen Motivation bis hin zur kontinuierlichen Verbesserung und Innovation.
  4. Praxisbeispiele: Gelebte Nachhaltigkeitskommunikation in Unternehmen und Institutionen

    1. Frontmatter

    2. Kapitel 15. Nachhaltigkeit bei Miele: Vorbild sein, Eigenverantwortung fördern und die Belegschaft mitnehmen – Interview mit Rebecca Steinhage

      Uta-Micaela Dürig
      Das Interview mit Rebecca Steinhage von Miele gibt einen tiefen Einblick in die Strategien und Maßnahmen des Unternehmens zur Förderung von Nachhaltigkeit. Steinhage betont, dass Nachhaltigkeit seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1899 ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur ist und heute eine von vier Säulen der Unternehmensstrategie darstellt. Sie erläutert, wie Miele durch ganzheitliche Transformationsprozesse und die Einbindung der Belegschaft Nachhaltigkeit vorantreibt. Besondere Maßnahmen umfassen die Veränderung von Betriebskantinen und die Einführung von zirkulären Wertschöpfungsketten. Steinhage hebt hervor, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Ziel, sondern ein kontinuierlicher Prozess ist, der durch klare Ziele und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden vorangetrieben wird. Das Interview zeigt, wie Miele durch innovative Ansätze und eine inklusive Kommunikationsstrategie die Belegschaft motiviert und ein nachhaltiges Mindset fördert.
    3. Kapitel 16. Die Selbstüberwindung der Nachhaltigkeitskommunikation

      Patrik Edlund
      Das Kapitel untersucht die historische Entwicklung der Nachhaltigkeitskommunikation und die Herausforderungen, die Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Strategien im Kontext des Kapitalismus und der Gesellschaft gegenüberstehen. Es beginnt mit einer kurzen Historie der Nachhaltigkeit und zeigt auf, wie der Konflikt zwischen Kapitalismus und Gesellschaft sich seit der ersten industriellen Revolution entwickelt hat. Die Autoren analysieren, wie sich die Nachhaltigkeitskonzepte von unternehmerischer Wohltätigkeit über Corporate Citizenship bis hin zur Purpose-Bewegung gewandelt haben. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Shared-Value-Konzept von Michael Porter und Mark Kramer, das eine effektive Verbindung zwischen gesellschaftlichem Nutzen und Profitabilität aufzeigt. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion über die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Nachhaltigkeitskommunikation, weg vom Konflikt- hin zu einem Interdependenz-Narrativ. Dieser Wechsel wird als Schlüssel zur Lösung der Klimakrise und zur Neuerfindung des Kapitalismus betrachtet.
    4. Kapitel 17. Society 5.0: Technologiepositive Kommunikation mit gesellschaftlicher Langzeitperspektive

      Niels Meinke
      Das Kapitel stellt die Society 5.0 als ein Leitbild für eine technologiepositive Kommunikation mit gesellschaftlicher Langzeitperspektive vor. Es wird betont, dass Technologieunternehmen eine aktive Rolle als Vermittler und Kompetenzträger spielen müssen, um Akzeptanz, Vertrauen und positiven Umgang mit Technologie zu fördern. Die Society 5.0 zielt darauf ab, durch die Nutzung von IoT, Robotik, künstlicher Intelligenz und Big Data gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen und gleichzeitig wirtschaftlichen Fortschritt zu gewährleisten. Das Konzept der Society 5.0 wird als ein umfassendes und langfristiges Entwicklungsplan für eine nachhaltige und inklusive Gesellschaft dargestellt, das sowohl ökonomische als auch soziale Ziele verfolgt. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Technologie als Mittel zur Lösung globaler Probleme und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Industrie und Bürgern. Das Kapitel bietet auch Einblicke in die japanische Implementierung der Society 5.0 und deren Bedeutung für die globale Gesellschaft.
    5. Kapitel 18. Nachhaltigkeit in Marketing und Kommunikation: Auf dem Weg zu einer 1KOMMA5° Bewegung

      Wie begeistern und befähigen wir, Teil einer neuen Energiezukunft zu Sophia Rödiger
      Das Kapitel thematisiert die zentrale Rolle von Unternehmen in der Energiewende und die Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren. Es wird die Bedeutung von klarer Kommunikation und innovativen Marketingstrategien hervorgehoben, um die Bevölkerung für erneuerbare Energien zu begeistern. Das Start-up 1KOMMA5° stellt einen beispielhaften Ansatz dar, der durch informative und zahlenbasierte Kommunikation sowie durch den Aufbau einer starken Community überzeugt. Die Initiative zielt darauf ab, das Image der Energiebranche zu verbessern und eine globale Bewegung zur Erreichung des 1,5°-Ziels zu initiieren. Das Kapitel bietet Einblicke in die Herausforderungen der Energiewende, die Bedeutung von Nachhaltigkeit und die Strategien, um diese Ziele zu erreichen.
    6. Kapitel 19. Eine gemeinsame Lernreise – Der Public-Engagement-Ansatz aus der Wissenschaftskommunikation

      Patrick Klügel
      Der Beitrag behandelt den Public-Engagement-Ansatz in der Wissenschaftskommunikation, der darauf abzielt, Universitäten als Orte des Austauschs und der gemeinsamen Lernreise zu etablieren. Im Fokus stehen die strategische Kommunikation und die Überwindung von epistemischen Ungerechtigkeiten und metaphorischen Framings, um eine transformative Wirkung zu erzielen. Praktische Beispiele wie der KI-Makerspace und die Science & Innovation Days der Universität Tübingen veranschaulichen, wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt werden kann. Der Beitrag betont die Bedeutung eines adaptiven Interventionssystems für eine nachhaltige Kommunikationsstrategie und die Notwendigkeit, verschiedene dialogische Interventionen flexibel an die Bedürfnisse der Interaktionsgruppen anzupassen.
    7. Kapitel 20. Erst machen, dann kommunizieren: Von der Nachhaltigkeitsstrategie zur authentischen Nachhaltigkeitskommunikation am Beispiel der CHIRON Group

      Anna-Lena Kniebel, Lisa-Alexandra Reehten, Julia Schuster
      Der Beitrag beleuchtet die zunehmende Bedeutung authentischer Nachhaltigkeitskommunikation im Zeitalter der Green Claims Directive. Anhand des Beispiels der CHIRON Group wird gezeigt, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln und umsetzen können, um glaubwürdig über ihre Bemühungen zu berichten. Die CHIRON Group hat eine umfassende Klimastrategie implementiert, die von der Bestimmung des Unternehmensfußabdrucks über die Reduktion von CO₂-Emissionen bis hin zur transparenten Kommunikation reicht. Der Beitrag hebt hervor, wie wichtig es ist, zunächst Taten zu setzen und dann darüber zu kommunizieren, um die Glaubwürdigkeit zu wahren. Zudem werden die Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation detailliert beleuchtet, einschließlich der Notwendigkeit einheitlicher Begriffsdefinitionen und der Einhaltung rechtlicher Vorgaben.
    8. Kapitel 21. Envirom—A Small Company with Green Ambitions

      Hanna Rommerud
      Das Kapitel beleuchtet die Vision und Strategien von Envirom, einem kleinen Unternehmen, das sich der Entwicklung regenerativer Bio-Düngemittel widmet. Diese Düngemittel zielen darauf ab, die Bodengesundheit zu verbessern und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Das Unternehmen betont die Bedeutung der langfristigen Bodenfruchtbarkeit und die Notwendigkeit, Landwirtschaftsmethoden zu entwickeln, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltig sind. Envirom strebt danach, durch die Verbesserung der Bodenqualität und die Förderung von Mikrobenleben die Erträge zu steigern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu minimieren. Die Integration von Nachhaltigkeitsberichterstattung wird als zentrales Element der Unternehmenskommunikation hervorgehoben, um Transparenz und Vertrauen bei den Stakeholdern zu schaffen. Das Unternehmen verfolgt eine principle-based Ansatz, der auf den UN-Nachhaltigkeitszielen und den Prinzipien des UN Global Compact basiert. Besondere Aufmerksamkeit wird der Materialitätanalyse geschenkt, um die relevantesten Nachhaltigkeitsaspekte für die Stakeholder zu identifizieren und in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Die Herausforderungen und Erfolge bei der Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdergruppen, einschließlich Investoren, Großkunden und Kleinbauern, werden detailliert beschrieben. Das Kapitel hebt die Bedeutung von regenerativer Landwirtschaft als zukunftsweisende Methode hervor, die sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Umweltgesundheit gewährleisten kann.
    9. Kapitel 22. Motivierend und wirksam: Nachhaltigkeitskommunikation im Unternehmenskontext

      Max Burger, Fabian Müller
      Der Fachtext beleuchtet die Herausforderungen und Best Practices der Nachhaltigkeitskommunikation im Unternehmenskontext. Es wird analysiert, warum viele Nachhaltigkeitsbotschaften nicht motivierend wirken und wie eine effektive Kommunikation gestaltet werden kann, um Veränderungen zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit wird der Rolle der Kommunikation in verschiedenen Unternehmensumfeldern geschenkt, einschließlich der Unterschiede zwischen top-down, bottom-up und horizontaler Kommunikation. Der Text bietet konkrete Tipps, wie Nachhaltigkeitskommunikation durch Verzicht auf Verzichtsrhetorik, Besserwisserei und Panikmache verbessert werden kann, und betont die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Engagement der Geschäftsleitung. Zudem wird die Notwendigkeit einer langfristigen Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmensbewusstsein hervorgehoben, indem Parallelen zu anderen etablierten Prinzipien wie Profitabilität und Arbeitssicherheit gezogen werden.
    10. Kapitel 23. Nachhaltige Veranstaltungen am Beispiel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)

      Markus Große Ophoff
      Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung nachhaltiger Veranstaltungen im Kontext der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Es beginnt mit der Diskussion über die Grenzen des Wachstums und die planetaren Leitplanken, die die Stabilität des Erdsystems gewährleisten sollen. Die Autoren betonen die Notwendigkeit, Veranstaltungen nachhaltig zu gestalten, um die planetaren Grenzen nicht zu überschreiten. Hierzu werden spezifische Maßnahmen und Technologien vorgestellt, die den ökologischen Fußabdruck von Veranstaltungen minimieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Integration von Nachhaltigkeitsprinzipien in die Veranstaltungsplanung und -durchführung. Praktische Beispiele und Best-Practice-Ansätze verdeutlichen, wie nachhaltige Veranstaltungen umgesetzt werden können. Das Kapitel endet mit einem Ausblick auf die Zukunft der Veranstaltungsbranche und die Notwendigkeit, nachhaltige Praktiken weiter zu fördern.
    11. Kapitel 24. Coopetition als Voraussetzung für klare Kommunikation – Von Datensilos zu Transparenz und Partnerschaft

      Jörg Walden
      Das Kapitel beleuchtet die zentrale Rolle von Daten für Nachhaltigkeitsmaßnahmen und -kommunikation. Es betont die Notwendigkeit von Coopetition, also der Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbern, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der Text analysiert die technischen Herausforderungen bei der Datenerhebung und -verarbeitung und stellt den digitalen Produktpass als Lösung vor. Praktische Beispiele wie die Circular Cars Initiative und PACE zeigen, wie Coopetition und Datenmanagement erfolgreich umgesetzt werden können. Das Kapitel schließt mit der Forderung nach einer neuen unternehmerischen Mentalität, die auf Zusammenarbeit und offene Kommunikation setzt, um die großen Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu bewältigen.
    12. Kapitel 25. Die Unternehmensphilosophie ist Kyoceras Grundlage und Motivation, um stetig nachhaltiger zu werden – Interview mit Dietmar Nick

      Björn Eichstädt, Emily Bischof
      Das Interview mit Dietmar Nick, CEO von Kyocera Document Solutions Deutschland, bietet einen umfassenden Einblick in die nachhaltigen Praktiken und Philosophien des Unternehmens. Nick betont, dass Nachhaltigkeitskommunikation bei Kyocera nicht nur durch schöne Worte, sondern durch konkrete Praxis und konsistente Markenstrategien erfolgt. Das Unternehmensmotto „Respect the divine and love people“ ist tief in der japanischen Kultur verwurzelt und prägt die gesamte Unternehmensphilosophie. Besonders hervorgehoben wird die ECOSYS-Technologie, die durch langlebige Komponenten und reduzierten Abfall einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Kyocera verfolgt einen Dreiklang aus Vermeiden, Vermindern und Kompensieren, um die Umweltauswirkungen zu minimieren. Die Unternehmensphilosophie wird durch umfangreiche Schulungen und Initiativen in die Praxis umgesetzt, was das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit unterstreicht. Diese tiefgehende Integration der Unternehmensphilosophie in den Nachhaltigkeitsprozess macht Kyocera zu einem Vorreiter in der Branche.
  5. Backmatter

Titel
Wirkungsvolle Nachhaltigkeitskommunikation
Herausgegeben von
Uta-Micaela Dürig
Heidrun Haug
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-45227-8
Print ISBN
978-3-658-45226-1
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-45227-8

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