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Über dieses Buch

Die Digitale Revolution führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaft. Produktzyklen werden immer kürzer. Marktveränderungen vollziehen sich häufiger und schneller. Früher war dieses Phänomen auf Hightech-Sektoren beschränkt. Inzwischen sind fast alle Branchen davon betroffen.

Hinzu kommt, dass neue Technologien zur Verarbeitung riesiger Datenmengen (Big Data) oder die Verschmelzung von physischen und virtuellen Systemen (Cyber Physical Systems) etablierte Geschäftsmodelle und Technologien revolutionieren. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotik ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten bei der Vernetzung von Haushalten (Smart Home), im Gesundheitswesen (Smart Health), der Energieversorgung (Smart Grid) oder der Mobilität (Smart Mobility). Darüber hinaus stehen wir durch die Entwicklung intelligenter Fertigungssysteme (Smart Factory) an der Schwelle zu einer vierten Phase der Industrialisierung (Industrie 4.0).

Dieses Buch geht den wesentlichen Trends in der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts auf den Grund und beleuchtet die Herausforderungen, die sich daraus für Manager, Beschäftigte und politische Entscheidungsträger ergeben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Unser Leben verändert sich

Zusammenfassung
Der im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erstellte „Stressreport Deutschland 2012“ belegt einmal mehr, dass Leistungsdruck, Multitasking und jederzeitige Erreichbarkeit den Stress am Arbeitsplatz erhöhen. Insbesondere die älteren Mitarbeiter merken, wie sich die Arbeitswelt vor allem in den letzten 10 Jahren deutlich verändert hat. Auf allen Hierarchieebenen müssen immer mehr Aufgaben von weniger Mitarbeitern in kürzerer Zeit erledigt werden. Nicht nur für Führungskräfte verschwimmen im Zeitalter des Smartphones die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben. An Sonn- und Feiertagen oder im Urlaub erreichbar zu sein, ist für viele Manager eine Selbstverständlichkeit geworden (vgl. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012).
Volker Brühl

2. Auf dem Weg zu einer „Hightech-Ökonomie“

Zusammenfassung
Die digitale Vernetzung hat zum einen eine signifikante Beschleunigung der ökonomischen Entwicklung zur Folge. Zum anderen werden Produkte, Dienste und Systeme mit mehr „Intelligenz“ ausgestattet, sodass diese in gewissem Umfang autonom auf ihre Umwelt und ungeplante Ereignisse reagieren können. Man kann also sagen, dass wir uns auf dem Weg zu einer Hochtechnologiewirtschaft („Hightech-Ökonomie“) befinden, die aufgrund einer hohen Veränderungsrate sowohl als eine „Hochgeschwindigkeitswirtschaft“ bzw. „High Speed Economy“ als auch aufgrund der intelligenten Vernetzung von Unternehmen, Kunden, Produkten und Prozessen als eine „Smart Economy“ bzw. eine „Intelligente Wirtschaft“ charakterisiert werden kann.
Volker Brühl

3. Digitalisierung

Zusammenfassung
Mit dem Schlagwort „digitale Revolution“ werden zuweilen die grundlegenden Veränderungen unseres täglichen Lebens, aber auch des Wirtschaftsgeschehens plakativ beschrieben, die durch die zunehmende Bedeutung der Informationstechnologie und hier insbesondere des Internets hervorgerufen werden (zu den Wurzeln der „Digitalen Revolution“ im Silicon Valley vgl. Menuez et al. 2014). In der Tat revolutioniert das Internet unsere Art, Informationen zu verarbeiten, miteinander zu kommunizieren, Beziehungen zu pflegen – und damit letztlich unser gesamtes soziales Umfeld.
Volker Brühl

4. Industrie 4.0

Zusammenfassung
Einer der zentralen Trends in der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts besteht ganz sicher in der Revolutionierung der Fertigungsindustrie. Diese als vierte industrielle Revolution apostrophierte oder mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bezeichnete Entwicklung ist Gegenstand des folgenden Kapitels. Zunächst werden mit dem „Internet der Dinge“ und dem „Internet der Dienste“ die beiden wichtigsten Bausteine von Industrie 4.0 sowie mit der Darstellung von „Cyber-Physical Systems“, „Augmented Reality“, „Semantic Web“ und „Robotik/Künstliche Intelligenz“ die technologischen Grundlagen von Industrie 4.0 erläutert. Danach betrachten wir die vielfältigen Anwendungsfelder einschließlich des „Internets der Dienste“ sowie das Konzept der „Smart Factory“. Abschließend gehen wir auf die Chancen und Herausforderungen durch Industrie 4.0 ein.
Volker Brühl

5. Beschleunigung

Zusammenfassung
Ein weiterer zentraler Faktor, der unser Wirtschaftsleben nachhaltig verändert, ist die zunehmende Beschleunigung der Wirtschaftsprozesse. Wenn man von einer Beschleunigung der Wirtschaftsprozesse spricht, ist es hilfreich, 2 Ebenen zu unterscheiden, nämlich die der Beschleunigung des Durchlaufs eines Bestellvorgangs durch die gesamte Wertschöpfungskette, die vom Bestellvorgang durch den Kunden über die Beschaffung benötigter Materialien bzw. Vorprodukte sowie die Produktion bis zur Auslieferung des Produktes einschließlich der jeweiligen Logistikprozesse reicht. Die kontinuierliche Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette zur Verkürzung der Durchlaufzeiten ist heute in etlichen Branchen eine Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit. Man kennt dies z. B. bei der Bestellung eines Buches. Noch vor 20 Jahren vergingen mehrere Tage, bei ausgefallenen Fachbüchern gerne auch mal 2 Wochen, bis der gewünschte Titel geliefert wurde. Heute ist „Overnight Delivery“ die Regel und nicht die Ausnahme. Vergleichbares ist bei nahezu allen Konsumgütern festzustellen. Aber auch bei komplexen technischen Produkten erwarten die Kunden heute kurze Lieferzeiten bei gleichbleibend hoher Qualität.
Volker Brühl

6. Neue industrielle Strukturen

Zusammenfassung
Wir haben gesehen, wie die digitale Vernetzung den Informationsaustausch verbessert und die Reaktionsgeschwindigkeit von Unternehmen und Kunden auf unterschiedlichen Ebenen erhöht. Wertschöpfungsnetzwerke mit vielfältigen Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Netzwerteilnehmern sind bei einer den Wertschöpfungsprozess durchgängig abbildenden IT-Landschaft leichter und effizienter zu handhaben. Auch horizontale Kooperationen von Unternehmen auf derselben Wertschöpfungsstufe oder der Austausch zwischen Konsumenten und Herstellern sowie von Endkunden untereinander werden in der digitalen Welt einfacher und schneller möglich. Insgesamt steigen auf diese Weise Reaktionsgeschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit bei allen Akteuren in der Wirtschaft.
Volker Brühl

7. Share Economy

Zusammenfassung
Grundsätzlich beschreibt der Begriff „Share Economy“ den Trend, nicht in jedem Fall Eigentümer eines Wirtschaftsguts sein zu müssen, sondern sich z. B. durch vertragliche Vereinbarungen die Nutzung bestimmter Güter zu sichern. Derartige Konzepte gibt es schon lange. Schließlich kennt jeder von uns die Möglichkeit, Gegenstände wie Autos oder Haushaltsgeräte zu leasen bzw. zu mieten oder sich zu einer Fahrgemeinschaft zusammenzuschließen. In allen Fällen geht es darum, nur dann und in dem Umfang für das Wirtschaftsgut zu zahlen, wenn man es wirklich braucht.
Volker Brühl

8. Globalisierung 2.0

Zusammenfassung
Spätestens seit dem Ende der 1990er-Jahre ist das Thema Globalisierung der Weltwirtschaft zu einem zentralen Thema und einer großen Herausforderung für nationale Regierungen, aber auch internationale Organisationen geworden. Es darf andererseits auch nicht übersehen werden, dass vielfach Begrifflichkeiten, Ursachen und Erscheinungsformen der Globalisierung bei den jeweiligen Interessengruppen unscharf sind und man zuweilen den Eindruck gewinnt, dass jedwede unerwünschte Entwicklung in der Wirtschaft, sei es die Entwicklung zulasten der eigenen nationalen Interessen oder die wachsende Armut in der Weltbevölkerung, der Globalisierung zugeschrieben wird. Dabei sind die Ängste vor den Folgen der Globalisierung sowohl in den entwickelten Ländern als auch in den Entwicklungsländern vorhanden. Die einen befürchten den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, Abbau von Arbeitsplätzen und sozialen Sicherungssystemen, die anderen fürchten Ausbeutung, Verlust an nationaler und kultureller Identität sowie eine immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Ganz allgemein kann man unter Globalisierung einen Prozess verstehen, der durch den Abbau von Handelsbarrieren, die Harmonisierung von regulatorischen Rahmenbedingungen und den technischen Fortschritt zu einer immer stärkeren Verflechtung der internationalen Güter-, Rohstoff- und Kapitalmärkte führt.
Volker Brühl

9. Unternehmensführung in Zeiten schneller Veränderungen

Zusammenfassung
Es steht außer Frage, dass die durch die Digitalisierung vieler ökonomischer Prozesse entstandene Netzökonomie das Management von Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen wird. Schon seit einiger Zeit unterliegen die Markt- und Wettbewerbsbedingungen durch die Globalisierung von Handel, Investitionen und Finanzmärkten einer wachsenden Dynamik. Dennoch leitet die digitale Revolution mit ihren vielfältigen Folgeerscheinungen für Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke für die meisten Industrien eine neue Epoche ein.
Volker Brühl

10. Herausforderungen und Chancen für den Produktionsstandort Deutschland

Zusammenfassung
Die durch die vierte industrielle Revolution sich abzeichnenden Innovationen können einen nennenswerten Beitrag zur Lösung einiger der zentralen Herausforderungen von industrialisierten Ländern leisten. Die skizzierten Anwendungsszenarien haben dargelegt, dass Industrie 4.0 z. B. über Smart Devices und Smart Grids einen wichtigen Beitrag zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz leisten kann. Außerdem können intelligente Assistenzsysteme helfen, dem aufgrund des demografischen Wandels wachsenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung ein möglichst selbst- bestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. Die Verknüpfung von digitaler und realer Welt läutet eine neue Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung ein, die für die Stärkung des produzierenden Gewerbes in Deutschland eine große Chance bietet. Es entstehen neue Perspektiven für industrielle Prozesse (Internet der Dinge) und Dienstleistungen (Internet der Dienste), die sich weitgehend komplementär entwickeln.
Volker Brühl

11. Wirtschaftspolitische Aspekte von Industrie 4.0

Zusammenfassung
Die Förderung der Grundlagenforschung und die zügige Erschließung neuer Märkte, die im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge und dem Internet der Dienste entstehen, sind von strategischer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. In diesem Kapitel wird erläutert, welche Maßnahmen bislang auf deutscher und europäischer Ebene getroffen wurden und welche weiteren Schwerpunkte sinnvoll sein könnten.
Volker Brühl

12. Ausblick

Zusammenfassung
Die Wirtschaft steht in den kommenden 10 Jahren, durch Entwicklungen, die wir in diesem Buch als vierte industrielle Revolution bezeichnen, vor dramatischen Veränderungen. Uns steht die intelligente Vernetzung nahezu sämtlicher Branchen und Lebensbereiche bevor. Damit sind Chancen für den Produktionsstandort Deutschland verbunden, weil Lohnkostenunterschiede in der Zeit intelligenter, selbststeuernder Fabriken an Bedeutung verlieren.
Volker Brühl

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