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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Wirtschaftskreislauf und Sozialprodukt

1. Der Wirtschaftskreislauf

Zusammenfassung
In abhängiger oder einflußreicher Position, arm oder wohlhabend, beschäftigt oder nicht erwerbstätig, produzierend oder konsumierend ist jedes einzelne Mitglied unserer Wirtschaftsgesellschaft am arbeitsteiligen Prozeß (vgl. Kasten) der modernen, industriellen Wirtschaft beteiligt, wird sein Leben von seiner Stellung in dieser Wirtschaftsgesellschaft entscheidend bestimmt. Aus eigener Anschauung, Tätigkeit und Erfahrung erschließt sich ihm jedoch „die Wirtschaft“nur in mehr oder minder engen Teilbereichen. Spezialisiert in unserer Tätigkeit in einer von mehr als drei Millionen Unternehmen der Bundesrepublik, Konsument unter mehr als 24 Millionen Haushalten, ist unsere unmittelbare Einsicht in volkswirtschaftliche Zusammenhänge begrenzt und unser Urteil über Wirtschaftsfragen nicht selten nur eine Verallgemeinerung persönlicher Erfahrungen und Eindrücke ohne Bezug auf den Gesamtprozeß der Volkswirtschaft.
Peter Czada

2. Das Sozialprodukt — Beispiel der Bundesrepublik für 1970

Zusammenfassung
Den Versuch, die dargestellten Kreislaufzusammenhänge einer Volkswirtschaft mit Hilfe statistischer Daten wertmäßig zu beschreiben, um auf diese Weise Anhaltspunkte für ihre Leistung, ihr Wachstum und die Bedeutung einzelner Wirtschaftszweige zu gewinnen, bezeichnet man als „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung“ oder „Nationale Buchführung“. Ähnlich wie in der Bilanz eines Unternehmens wird hier der Wirtschaftsprozeß der gesamten Volkswirtschaft für einen bestimmten Zeitraum, der üblicherweise ein Jahr umfaßt, rechnerisch verdeutlich. Ein Hauptergebnis dieser Rechnung ist der Wert des Sozialprodukts. Darunter versteht man die Summe aller zu ihren Marktpreisen oder Kosten bewertbaren Güter und Dienstleistungen, die innerhalb dieses Zeitraums erzeugt und im gleichen Zeitraum nicht wieder im inländischen Produktionsprozeß als Produktionsmittel verbraucht wurden3) abzüglich der Importe. Letztere müssen abgezogen werden, da es sich um Leistungen anderer Volkswirtschaften (= ausländische Vorleistungen) handelt.
Peter Czada

3. Das Sozialprodukt —ein Wohlstandsmaß?

Zusammenfassung
Das vorstehend erörtere Sozialprodukt und Volkseinkommen wird nach weithin vereinheitlichtem Schema in allen entwickelten, „kapitalistischen“ Volkswirtschaften berechnet und auch die „sozialistischen“ Länder stellen die Leistung ihrer Volkswirtschaften als gesellschaftliches Gesamtprodukt in ähnlicher, wenn auch methodisch nicht ohne weiteres vergleichbarer Form dar.39)
Peter Czada

Die Wirtschaftsentwicklung

4. Wachstum und Konjunktur

Zusammenfassung
Betrachtet man das im vorigen Kapitel erläuterte Sozialprodukt der Bundesrepublik in seiner zeitlichen Entwicklung während der vergangenen 30 Jahre, so zeigen sich einige bemerkenswerte Regelmäßigkeiten und Tendenzen, die allerdings erst dann deutlich hervortreten, wenn man nicht die absoluten Produktionswerte in Mrd. DM (Abbildung 26, S. 52), sondern ihre prozentuale Veränderung von Jahr zu Jahr verfolgt. Diese Veränderungsraten sind in Abbildung 27 für das „reale“ Sozialprodukt dargestellt, d. h. die lediglich auf Preissteigerungen beruhenden Zuwächse des Brutto-Sozialproduktes wurden statistisch ausgeschaltet (vgl. Kasten).
Peter Czada

Daten, Ziele und Grenzen der Konjunkturpolitik

5. Das „magische Viereck“

Zusammenfassung
Da Konjunkturen und Krisen gesamtwirtschaftliche Erscheinungen sind, werden nahezu alle wirtschaftlichen Aktivitäten von ihnen erfaßt. Entsprechend zahlreich sind die Möglichkeiten, die jeweilige Wirtschaftslage zu beschreiben, zumal sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Krisen oder Hochkonjunkturen (vgl. oben Abbildung 27, S. 52) erst in Detailinformationen zeigen. Bereits Joseph A. Schumpeter zählte in seinem 1939 erstmals erschienenen grundlegenden Werk über „Konjunkturzyklen“mehr als 40 „Indikatoren“zur Beurteilung der jeweiligen konjunkturellen Lage auf.
Peter Czada

6. Die Arbeitslosigkeit

Zusammenfassung
Nicht „Vollbeschäftigung“, sondern ein „hoher Beschäftigungsstand“ ist eines der Ziele des § 1 im Stabilitätsgesetz von 1967 (vgl. Kasten a. S. 128).
Peter Czada

7. Inflation

Zusammenfassung
Nachdem im Zusammenhang mit der Krise von 1975 in der Bundesrepublik zunächst die anhaltende Arbeitslosigkeit das Problem Nummer eins bildete und der jährliche Verbraucherpreisanstieg von 7% (1974) auf 2,6% (1978) deutlich nachließ, zeigte das Jahr 1979 national und international wieder eine kräftige Beschleunigung der Inflationsraten (Abbildung 89). Zwar liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich immer noch auf einem relativ guten Platz der Inflationsskala, was auch in der Wechselkursentwicklung der DM zu den meisten anderen Währungen zum Ausdruck kommt (Abbildung 90). Mit Ausnahme des Schweizer Franken traten in den letzten Jahren bei allen wichtigen Währungen Abwertungen gegenüber der DM auf, die auf einen relativ engen Zusammenhang zwischen innerem Wert (Kaufkraft) des Geldes und seinem äußeren Wert (gemessen am Wechselkurs) schließen lassen. Die Aufgabe der Inflationsbekämpfung rückt damit wieder in den Vordergrund der Bemühungen, diesmal aber besonders erschwert dadurch, daß die Inflation in allen Ländern mit z. T. sehr hoher Arbeitslosigkeit einhergeht (Tabelle 7, S. 126) und daß wesentliche Inflationsimpulse von den Weltmärkten, speziell vom ölmarkt, ausgehen. Damit wird die Inflationsbekämpfung mit den traditionellen Mitteln der Geld-und Konjunkturpolitik immer schwieriger und riskanter.
Peter Czada

8. Außenwirtschaftliches Gleichgewicht

Zusammenfassung
Während Inflation, Arbeitslosigkeit und vermindertes Wirtschaftswachstum Themen und Probleme mit mehr oder minder direktem Bezug zu jedem einzelnen Bürger darstellen, haben außenwirtschaftliche Fragen und die Zielsetzung eines „außenwirtschaftlichen Gleichgewichts“ einen eher abstrakten und scheinbar ferner liegenden Charakter. Dennoch gehen gerade bei einem so stark von der Außenwirtschaft abhängigen Land wie der Bundesrepublik (Abbildung 101 a) von den wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern erhebliche Einflüsse auf die erstgenannten Größen Wachstum,Beschäftigung und Preisniveau aus. Hinzu kommt, daß die Bundesrepublik im Laufe der letzten Jahrzehnte im internationalen Währungssystem eine besonders starke und verantwortungsvolle Position erreicht hat, die vor allem im Hinblick auf das umfangreiche Netz internationaler Kreditbeziehungen von besonderer Bedeutung ist. Ohne Berücksichtigung der außenwirtschaftlichen Beziehungen ist daher die Erörterung unserer Wirtschaftsprobleme und der Einsatz wirtschaftspolitischer Instrumente nicht möglich.
Peter Czada

Träger und Instrumente der Konjunkturpolitik

9. Die Politik der Deutschen Bundesbank

Zusammenfassung
Vom Gesetz zur Erhaltung des Geldwertes der D-Mark verpflichtet, steht die Bundesbank im Zentrum des Kampfes gegen die Inflation (vgl. § 3 des Bundesbank-Gesetzes, Kasten auf S. 213). Eingedenk der historischen Erfahrungen mit zwei völligen Geldentwertungen in Deutschland (1920–1923 / 1945–1948), die das Ergebnis hemmungsloser Geldvermehrung für die Ausgaben des Staates, vor allem für die Kriegsausgaben waren (vgl. Kasten), hat sie vom Gesetzgeber eine außerordentlich weitgehende Selbständigkeit gegenüber der Bundesregierung erhalten (§§ 12 und 13 des Bundesbank-Gesetzes). Zugleich ist die Bundesbank jedoch unter Wahrung ihrer Aufgabe,d. h. soweit dies mit dem Ziel der Geldwertstabilität vereinbar ist, zur Unterstützung der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und zu enger Zusammenarbeit mit ihr verpflichtet, denn beide tragen gemeinsame Verantwortung und haben entscheidende Befugnisse und Möglichkeiten zur Konjunktursteuerung.
Peter Czada

10. Die Konjunkturpolitik der Regierung

Zusammenfassung
Seit dem Krisenjahr 1967 verfügt die Bundesregierung mit dem „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“, dem sog. Stabilitätsgesetz (vgl. Kasten), über die rechtlich verankerte Grundlage und ein vielfältiges Instrumentarium zur Konjunktursteuerung, die vorher weitgehend von der Bundesbank allein, hauptsächlich unter dem Ziel der Preisstabilität, mit den geschilderten geldpolitischen Maßnahmen betrieben wurde. Daß die Bundesbank in dieser Solistenrolle gegenüber einem nach verschiedenen „Noten“ -sprich: Zielen und Interessen -spielenden Orchester gesamtwirtschaftlicher Gruppierungen und Einflüsse überfordert war, zeigte sich in den 60er Jahren mit zunehmender Deutlichkeit. Die Geldpolitik geriet dabei nicht nur in den erwähnten Konflikt mit außenwirtschaftlichen Faktoren (Zustrom „heißen“ Auslandsgeldes, importierte Inflation), sie stand auch häufig im Gegensatz zur staatlichen Finanzpolitik und zum Verhalten der autonomen Tarifpartner (Unternehmer und Gewerkschaften), auf deren Preis-und Lohnpolitik sie keinen direkten Einfluß hat.
Peter Czada

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